Pandemie
Mitten in der Krise eröffnet ein neues Gästehaus in Rheinfelden: «Ambrosia» soll es heissen

Nathalie Wermeille und Anthony Cottle starten Ende Januar mit dem «Ambrosia» in Rheinfelden.

Hans Christof Wagner
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Nathalie Wermeille und Anthony Cottle stecken in den Vorbereitungen für die Eröffnung des Gästehauses.

Nathalie Wermeille und Anthony Cottle stecken in den Vorbereitungen für die Eröffnung des Gästehauses.

AZ

Nektar und Ambrosia – davon ernährten sich bei den alten Griechen die Götter. «Nektar» steht im Namen der Consulting-Firma von Nathalie Wermeille aus Rheinfelden. «Am­brosia» heisst das neue Standbein von ihr und Ehemann Anthony Cottle. Es ist ein Gästehaus in der Furnierwerk-Überbauung – acht Einzel-, Doppel- und Familienzimmer. Am 22. Januar wollen sie eröffnen.

«Eigentlich hätten wir das schon zum 1. Januar 2020 tun wollen. Durch eine Bauverzögerung hat es sich aber um ein Jahr verschoben», berichtet Wermeille. «Gut, dass es so gekommen ist», schiebt sie nach. Dadurch sind ihnen zumindest der Lockdown ab März und die weiteren Auflagen im Gastgewerbe erspart geblieben. Die Unternehmerin: «Aber der Bammel ist schon da, im Moment reist einfach niemand.» Doch sie sagt: «Optimistisch bleiben, irgendeine Tür geht immer auf.» In ihrem Fall ist es die Langzeitvermietung. «Eines der acht Zimmer ist schon sicher für mehrere Monate gebucht, drei weitere könnten folgen», berichtet die Hotelière. Sie habe die Option, Lehrlinge aus dem Tessin, die sich im Rahmen eines sechsmonatigen Praktikums in der Stadt aufhalten, zu beherbergen.

Mit Mikrowelle und Kühlschrank ausstatten

Jetzt gehe es darum, die Zimmer so auszustatten, dass sich die ersten Bewohner auch selbst darin versorgen können – mit Mikrowelle und kleinem Kühlschrank. Denn eigentlich wird nur Frühstück serviert. Anthony Cottle soll als Geschäftsführer für alle täglichen Anliegen zuständig sein.

Das Coronavirus hat das Gästehaus-Projekt eingeholt. Dabei reichen die Idee und die ersten Sondierungen dafür ins Jahr 2017 zurück. Zu der Zeit betrieb die Familie schon ein kleineres Gästehaus im eigenen Haushalt, suchte aber nach einer Alternative, weil das Mietverhältnis auslief. Auf der Suche danach wurden Wermeille und Cottle mit den Investoren auf dem Areal der ehemaligen Densa AG handelseinig. Mit ihnen sei es möglich gewesen, Privatwohnung und Beherbergungsbetrieb in einem Guss zu realisieren und das, wie Wermeille berichtet, «keine zwei Gehminuten vom alten Haus entfernt, ein Riesenzufall».

Gästehaus soll bewusst kein ­Viersternehaus sein

Mit der Perspektive auf die Langzeitvermietung von vier ihrer acht Zimmer blickt Wermeille aktuell etwas entspannter auf die Eröffnung des «Ambrosia» Ende Januar. Für die Zeit nach Corona hofft sie, dass ihr Gästehaus bei Reisenden, gerne auch alleine, auf Zuspruch stösst, die das Zähringerstädtchen attraktiv finden, aber nicht in einem Viersternehaus logieren möchten. Auf die zielt das «Ambrosia» ab, als Angebot im unteren und mittleren Preisniveau. Denn das hochpreisige Segment, findet Nathalie Wermeille, gebe es in Rheinfelden schon genug.