Fricktal

Mit Schwung ins neue Weinjahr: Warmer April entlastet die Winzer

Weinbauer Daniel Jeck liess bei seinen Reben eine Frostrute als Reserve stehen.

Weinbauer Daniel Jeck liess bei seinen Reben eine Frostrute als Reserve stehen.

Das Wetter hilft den Fricktaler Winzern. Die Rebstöcke konnten den Frost vom April 2017 kompensieren. Nun hofft man auf etwas Regen.

Der heilige Urban von Langres meint es bisher gut mit den Fricktaler Weinbauern. Der Schutzpatron der Winzer sorgte dieses Jahr für einen überdurchschnittlich warmen April mit kaum Niederschlägen. Und vor allem: Er liess es in den letzten Wochen nicht zu Frost kommen.

Dass das Wetter aktuell so vorzüglich mitspielt, entlastet die Winzer. Gerade in Erinnerung an das vergangene Weinjahr sind die Bedingungen Balsam. Die zwei frostigen Nächte im April 2017 sorgten für millionenschwere Ernteausfälle, der Aargauer Landwirtschaftsdirektor Markus Dieth sprach damals von einem «Jahrhundert-Frost».

Kein Frost bis zu den Eisheiligen

Auch den Rebstöcken von Jeck Weine in Zeiningen wurde durch die eisigen Nächte grosser Schaden zugefügt. «Durch den Frost hatten wir nur einen sehr kleinen Ertrag, da viele Triebe erfroren sind», sagt Daniel Jeck. Um solche Ausfälle möglichst zu verhindern, hat die Familie Jeck heuer bei jedem Rebstock eine Frostrute stehen gelassen. Auf diese Reserven könnte zurückgegriffen werden, wenn die Triebe der angebundenen Ruten erfrieren sollten. In Zeiningen ist man mittlerweile aber daran, die Frostruten wieder abzuschneiden. «Wir erwarten, dass es bis zu den Eisheiligen keinen Frost mehr gibt», sagt Jeck.

Anders als im unteren Fricktal war der Frost im letztjährigen April im oberen Fricktal nicht ganz so gravierend. «Die Vegetation war hier noch nicht so weit», sagt Daniel Fürst vom Weingut Fürst in Hornussen. Dank des warmen Junis konnte er immerhin noch etwa 60 Prozent Ertrag einfahren.

Obwohl der «Jahrhundert-Frost» 2017 viel Schaden angerichtet hat, sind die Pflanzen heute nicht geschwächt davon. «Die Reben haben das kompensiert», sagt Urs Gasser, Inhaber von Fehr & Engeli Weinbau in Ueken. Damals seien einfach die Triebe erfroren, die Rebstöcke blieben unversehrt.

Neben frostigem Frühlingswetter ist auch der Hagel ein Feind jedes Rebstocks. Hagelnetze sind da effektive Helfer. Weinbauern nutzen die Gunst der feinen Maschen, um Blätter und Früchte ihrer Rebstöcke vor den fallenden Körnern zu schützen. «Etwa viereinhalb Hektaren sind bei uns mit Hagelnetzen ausgerüstet. Über den Winter werden sie zusammengerollt, sodass man sie im Frühling einfach wieder herunterlassen kann», sagt Gasser.

Durch das warme Wetter trieben die Reben in diesem Jahr früh aus und wachsen schnell. «Nun wären ein paar Tage Regen wichtig», sagt Gasser. Vor allem die jüngsten Bestände seien schon sehr trocken.

Regengüsse sollen nur kurz sein

Auch die anderen Winzer in der Region wünschen sich für die kommenden Tage ein paar Regengüsse. «Es ist aber wichtig, dass es nach dem Regen schnell wieder trocken wird», ergänzt Daniel Jeck. Vor allem im Herbst sollten die Niederschlagsperioden nur kurz andauern. «Es nützt nichts, wenn es bis im Sommer warm ist, es im Herbst aber ständig regnet und dadurch alles verfault», sagt Jeck.

Ob das Jahr 2018 nach seinem optimalen Start schlussendlich wirklich ein ertragreiches Weinjahr wird, wollen die Fricktaler Weinbauern noch nicht abschliessend beurteilen. «Eine Prognose für den diesjährigen Wein kann man noch nicht abgeben. Aber bisher läuft es gut und es sieht aus, als blieben wir von den Frösten verschont», sagt Urs Gasser. Auch Daniel Jeck sagt: «Die Voraussetzungen für eine gute Ernte sind gegeben.» Doch wie alle Winzer weiss auch Daniel Fürst: «Den Ertrag hat man erst, wenn die Trauben im Keller sind.»

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