Marius Fricker hat auf seinem Berufsweg eine «Tour de Fricktal» absolviert. Alles begann dabei auf der Kanzlei in Frick, wo der heute 34-Jährige seine Lehre absolvierte. Nach Stationen in Zeiningen und Münchwilen (siehe Box) ist er seit dem 1. Januar Gemeindeschreiber in Möhlin. Er löste in der zweitgrössten Fricktaler Kommune Dieter Vossen ab, der Ende letzten Jahres in Pension ging.

Marius Fricker, wie haben Sie die ersten Monate in Möhlin erlebt?

Marius Fricker: Es waren sehr spannende, erlebnisreiche Monate. Die Mitarbeit in einer grösseren Verwaltung erfordert eine starke Vernetzung. Der fachliche Austausch fördert die Entscheidungsfindung in einem Projekt und hilft dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Mitarbeit in der Geschäftsleitung und die intensive Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat öffnet den Horizont und ist entscheidend für die Führung der zehntgrössten Gemeinde im Kanton Aargau.

Wie wurden Sie im Dorf aufgenommen?

Sehr freundlich, aber auch mit einer gewissen Erwartungshaltung. Das Dorf Möhlin befindet sich in einer wichtigen Umbruchs- und Identitätsfindungsphase.

Wie sind Sie mit Möhlin verbunden?

Aus meiner Zeit in Zeiningen mit diversen Behörden- und Verwaltungskontakten und aktivem Feuerwehrdienst.

Wie erleben Sie die Bevölkerung?

Die meisten sind klar Dorf- und keine Stadtbewohner. Teilweise wird gegenüber der Exekutive eine sehr kritische Haltung eingenommen.

Was hat Sie am meisten überrascht?

Möhlin ist stark politisch geprägt. Vor wichtigen Ereignissen wie beispielsweise vor einer Gemeindewahl oder einer Gemeindeversammlung sind die Zeitungen mit Leserbriefen gefüllt.

Welche Begegnung hat Sie am tiefsten beeindruckt?

Den sehr herzlichen Empfang beim diesjährigen Seniorenkonzert. Die Gratulationen durften Gemeinderätin Bernadette Kern und ich überbringen. Eine ältere Dame bestand darauf, vom jungen Gemeindeschreiber drei Küsschen zu erhalten.

Wie erleben Sie den Gemeinderat?

Der Gemeinderat ist ein gut qualifiziertes Milizgremium, das sich stark für die Entwicklung der Agglomerationsgemeinde Möhlin einsetzt.

Welche Ziele und Vorsätze konnten Sie bereits umsetzen?

Einen guten Kontakt als Abteilungsleiter Kanzlei und Dienste zur 18-köpfigen Belegschaft zu erhalten und damit eine stabile Basis bei schwierigen Führungssituationen zu schaffen. Der Teamgeist ist gut und ich kann auf bestens qualifizierte Mitarbeitende zählen.

Was steht noch aus?

Es steht eine neue Amtsperiode an. Dem Gemeinderat sind anlässlich einer Klausur diverse Führungsinstrumente zur Verfügung zu stellen. Diese gilt es nun zu aktualisieren oder institutionell einzuführen.

Kommen wir noch zur fast wichtigsten Nebensache, der Sitz-Sache: Mein Bürostuhl ist …

... häufig verwaist, da ich an vielen Besprechungen und Sitzungen verweile.