Stein

Landammann Markus Dieth zu Holzbau-Firma: «Es geht jetzt darum, nicht den Kopf in den Sand zu stecken»

Roger Schmid (Erne) mit Landammann Markus Dieth.

Roger Schmid (Erne) mit Landammann Markus Dieth.

Landammann Markus Dieth war zu Gast bei der Erne Holzbau AG in Stein. Er attestierte dem Unternehmen einen innovativen Charakter.

Ist ein Holzbau teurer als ein konventioneller Bau? Was steckt alles hinter der Planung für ein Kino? Wann werden Roboter eingesetzt? Auf Fragen wie diese erhielten Landammann Markus Dieth und rund 60 weitere Gäste Antworten an einem Rundgang durch den Betrieb der Erne Holzbau AG in Stein – die mittlerweile fünfte Station seiner Tour «Frag de Landamme» durch den Kanton Aargau.

An mehreren Stationen gaben Fachleute des Unternehmens Einblicke in eine komplexe Materie, in der sich fast alles ums Holz dreht. Pläne wurden gezeigt, Roboter kurz in Betrieb genommen, Vorzeigeprojekte wie zum Beispiel ein Holzhochhaus erklärt.

Zuvor hatte Verwaltungsratspräsident Daniel Erne die Firma mit ihren drei Bereichen Bau, Holzbau und Immobilien vorgestellt. «Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der CO2 bindet», sagte er. Und: «Innovation ist ein wichtiges Wort für uns», so Erne, der in Richtung Landammann anfügte: «Wir finden, dass der Kanton Aargau ein offenes Ohr für die Wirtschaft hat.»

Dieth nahm den Ball auf: «Innovation ist ein zentraler Begriff», bemerkte er, «man muss aber fit dafür sein und den Mut haben, vorwärtszugehen.» Was Erne mache, so Dieth, «ist das, was ich auch mit dem Unternehmen Kanton mache». Konkret: «Man muss manchmal die Politik überzeugen, nicht nur zu sparen, sondern auch zu investieren.»

Familienunternehmen sind gefestigte Säulen im Kanton

Dann sprach er aus dem Nähkästchen: In den letzten drei bis vier Jahren habe der Kanton seinen Haushalt saniert und sogar einen Überschuss erzielt. In Zahlen: Schulden in Höhe von 500 Millionen Franken wurden zurückgezahlt, weitere 500 Millionen Franken konnten in die Ausgleichsreserve gelegt werden. «Wir sind durch Corona zwar gebremst worden», sagte der Finanzdirektor, «aber wir können mit einem kräftigen Rücken herauskommen.» Der Kanton habe wegen der Covid-19-Pandemie ein Hilfspaket von 150 Millionen Franken gestartet, so viel sei jedoch nicht abgerufen worden, «weil die Unternehmen gesund sind».

Dieths Fazit: «Wir sind nicht über den Berg, wir werden in den nächsten Jahren schwierige Zeiten haben. Es geht jetzt darum, nicht den Kopf in den Sand zu stecken.» Familienunternehmen wie die Erne Holzbau AG bezeichnete er als «gefestigte Säulen im Kanton». Den Gastgebern attestierte er «Geradlinigkeit».

Im Anschluss an die Führung begab sich Dieth unter Einhaltung der Corona-Schutz- und Hygienemassnahmen von Tisch zu Tisch zu Gesprächen mit den Gästen. Unter ihnen befanden sich auch der Gemeindeammann von Stein, Beat Käser, der Laufenburger Stadtammann Herbert Weiss mit Vize Meinrad Schraner sowie weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

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