Veranstaltungen im Fricktal

Laientheater in Hottwil fällt Corona-Virus zum Opfer – nur vier Stunden vor der Premiere

Die Spielleute Hottwil mussten ihre Vorstellungen wegen des Corona-Virus kurzfristig absagen – auch andere grosse Anlässe fallen aus.

Als der Bundesrat am Freitag vor die Medien trat und verkündete, dass Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen verboten sind, endete die Theatersaison der Spielleute Hottwil, noch bevor sie begonnen hatte. Bis zuletzt hatten die Verantwortlichen gehofft, das Stück «Familien­geschäfte» auf die Bühne zu bringen. Die kantonale Bewilligung lag vor, wurde jedoch hinfällig, da mit 190 Plätzen und 45 Spielern die Maximalzahl von 100 Personen deutlich überschritten wurde.

«Es herrscht nun eine sehr gedrückte Stimmung», sagte Manuel Hörth von den Spiel­leuten kurz nach der Absage. «Es steckt enorm viel Zeit und Arbeit im Projekt.» Auch finanziell seien die Einbussen gross. Ob das Stück allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt aufgeführt werden könnte, müsse man nun intern erst besprechen.

Hallenbad geschlossen, Erlebnistag abgesagt

Kurzfristig abgesagt wurden ­am Freitag auch weitere Veranstaltungen. Der musikalische Förderwettbewerb Prix Rotary von heute Samstag in Frick etwa. «Die Absage gilt ebenfalls für das Preisträgerkonzert am 22. März», heisst es in einer Mitteilung. Eine Terminverschiebung für den Wettbewerb werde man in der kommenden Woche diskutieren. Der Verein «Fricktal tanzt» musste ebenfalls kurzfristig reagieren und hat die Party-Night von gestern und den Tanz-Anlass von heute Samstag im Rheinfelder Bahnhofsaal abgesagt. Vorerst gestrichen werden auch die Anlässe vom 24. und 25. April.

Bereits reagiert hat auf den Bundesratsentscheid auch die Gemeinde Frick. Das Hallenbad Frick ist ab heute Samstag, 14. März bis auf weiteres geschlossen. Das Vitamare Fitness, das im gleichen Gebäude untergebracht ist, bleibt dagegen offen.

Gar schon einen Ersatztermin kommuniziert hat gestern die Landi Frila. Sie verschiebt ihre für den 27. März geplante Generalversammlung auf den 9.Oktober. Beim Entscheid gehe es darum, die gesundheitlichen Risiken für Mitglieder und Mitarbeitende zu minimieren.

Ebenfalls klar ist nach dem gestrigen Entscheid des Bundesrates, dass der Erlebnistag in der Brauerei Feldschlösschen in Rheinfelden nicht stattfinden kann. Zwischen 10000 und 12000 Personen besuchten jeweils den Tag der offenen Türe im Bier-Schloss. Dieses Jahr wäre er am 25. April geplant gewesen. Daraus wird nun nichts. Dass der Anlass nicht stattfinden könne, sei «schade, aber im Hinblick auf die gesamte Situation, in der die Schweiz heute ist, sicherlich verständlich», sagt Sprecherin Gaby Gerber. Finanziell sei der Schaden überschaubar. Zwar habe man bereits Material bestellt, «mehrheitlich kann es dann aber im Folgejahr eingesetzt werden».

Gut 900 Personen pro Abend feierten in den vergan­genen Jahren jeweils an der «Baranoia» des TV Möhlin. Dieses Jahr hätte die Party in der Mehrzweckhalle Fuchsrain am 17. und 18. April stattfinden sollen. Schon vor dem gestrigen Entscheid des Bundesrates hatte sich das OK mit dem Corona-Virus und dessen Auswirkungen befasst, den Entscheid über die Durchführung aber noch ­offengelassen, wie Michi Mahrer sagt. Nun ist klar, dass die Partyabende nicht stattfinden können. «Finanziell fehlt damit ein rechter Batzen in der Vereinskasse», so Mahrer. Einerseits habe man für dieses Jahr bereits Ausgaben gehabt, andererseits fehlten die Einnahmen der «Baranoia»-Abende.

Bei slowUp-Organisatoren ein grosses Thema

Der slowUp Hochrhein hat bei vielen Velo- und Skatebegeisterten einen festen Platz im Kalender. Letztes Jahr bewegten sich 22000 Teilnehmer nur mit Muskelkraft über die 32 Kilometer lange autofreie Strecke beidseits des Rheins. Und sicherlich haben viele von ihnen auch bereits die nächste Austragung in ihrem Kalender eingetragen. Diese ist für den 21. Juni vorgesehen. Noch geht es also gut drei Monate bis zum Grossanlass – und dennoch ist das Corona-­Virus bei den Veranstaltern ein grosses Thema.

Nächste Woche stehe sowohl eine Sitzung des lokalen Organisationskomitees als auch eine Sitzung mit der nationalen Organisation auf dem Programm, sagt Wendel Hilti von der Geschäftsstelle des slowUp Hochrhein. Aktuell seien die Planungen für die 17. Durchführung am Hochrhein im Gang «und es gibt natürlich auch schon vertragliche Bindungen», so Hilti. So sei etwa das Sicherheitspersonal bereits fix gebucht. Einen Stichtag, bis wann man über die Durchführung endgültig entscheiden müsse, habe man noch nicht festgelegt, so Hilti weiter.

Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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