Manch ein Fricker dürfte am Ostermontag gestaunt haben: Die Coop-Filiale mitten im Dorf, der zugehörige Elektronikhändler Interdiscount sowie das Coop-Restaurant hatten allesamt offen. Und das an einem vermeintlichen Feiertag? Darüber ärgerte sich ein Leserreporter gegenüber der Gratiszeitung «20 Minuten».

Coop-Sprecher Markus Eugster bestätigt, dass die Geschäfte sowie das Restaurant geöffnet hatten. Gegen ein Gesetz verstossen hat der Grossverteiler damit allerdings nicht. Der Ostermontag gilt im Bezirk Laufenburg nicht als gesetzlicher Feiertag. «Den Ladenbetreibern steht es somit offen, ob sie ihre Filialen öffnen oder nicht», sagt Daniel Müller, Verantwortlicher für den Bereich Verkauf-Dienstleistungen beim Verein Gewerbe Region Frick-Laufenburg.

Der Verein gäbe diesbezüglich lediglich Empfehlungen ab. Bei den gesetzlichen Feiertagen – also Neujahr, Karfreitag, Auffahrt, Bundesfeiertag und Weihnachten – etwa empfiehlt der Verein einen Ladenschluss am Vortag um 16 Uhr, sofern der Vortag kein Sonntag ist. Der Ostermontag ist, wie auch der Berchtoldstag, der Pfingstmontag und der Stephanstag, zwar als «arbeitsfreier Tag» aufgeführt, aber: «Die Entscheidung ist den einzelnen Unternehmen überlassen», sagt Müller.

«Ein normaler Wochentag»

Entsprechend unterschiedlich ist die Handhabung mit den Öffnungszeiten bei den verschiedenen Detailhändlern. Coop verweist darauf, dass es sich beim Ostermontag in Frick nicht um einen gesetzlichen Feiertag sondern einen ganz normalen Arbeitstag handle. «Zudem sieht der Grossverteiler am Standort in Frick ein Kundenbedürfnis, am Ostermontag einzukaufen», sagt Sprecher Markus Eugster. Dieses ist an kleineren Standorten, wie etwa Laufenburg, weniger gegeben. «Es haben am Ostermontag mehr als 1000 Kunden in der Filiale in Frick eingekauft», so Eugster weiter. Das entspräche ungefähr dem Rahmen eines normalen Wochentags «und bestätigt, dass ein Kundenbedürfnis vorhanden ist.»

Wobei: Die Coop-Filiale in Frick war weit und breit der einzige Laden eines Detailhändlers, der offen hatte. Hingegen verzichteten sowohl der Grossverteiler Migros – in Frick gleich gegenüber der Coop-Filiale gelegen – als auch die Discounter Lidl Schweiz, Denner und Aldi Suisse darauf, ihre Filialen in der Region zu öffnen. Lidl Schweiz begründet dies unter anderem mit «lokalen Gepflogenheiten», wie es auf Anfrage heisst. Denner verzichte gar «grundsätzlich darauf, an Sonn- und Feiertagen die Geschäfte zu öffnen», sagt Sprecher Thomas Kaderli. Als Ausnahme nennt er die bewilligten Sonntagsverkäufe etwa im Advent oder Standorte, an denen ganzjährig eine hohe Nachfrage herrsche – wie «in touristisch stark erschlossenen Gebieten», so Kaderli.

«Dem Kundenbedürfnis angepasst»

Aldi Suisse und Migros verweisen als Begründung ebenfalls auf die von Coop zitierten Kundenbedürfnisse – allerdings mit umgekehrter Argumentation. «Unsere Öffnungszeiten werden grundsätzlich den Bedürfnissen der Kunden angepasst und regelmässig überprüft», sagt MigrosSprecherin Andrea Bauer. «Wir richten uns nach den Bedürfnissen der Kundschaft und reagieren entsprechend, sofern die gesetzlichen Vorgaben dies zulassen», sagt Aldi Suisse-Sprecher Philippe Vetterli. Beide Unternehmen erachteten das Bedürfnis demnach als zu klein, um die Filialen in der Region zu öffnen.