Gut zehn Minuten wird das Rheinfelder Silvester-Feuerwerk dieses Jahr dauern. Und obwohl Klaus Wunderle genau weiss, was in diesen zehn Minuten am Himmel über dem «Inseli» passieren soll, wird er gespannt hoch schauen. Beobachten, mitzählen. Prüfen, ob alles nach Plan läuft.

Erst danach, wenn alles vorbei ist, kommt beim Feuerwerker aus Murg (D) auch Freude auf. «Dann, wenn die ganze Anspannung von mir abfällt. Wenn ich weiss, dass alles funktioniert hat und ich die Freude der Besucherinnen und Besucher sehe», sagt er.

Viel mehr als die Dauer möchte Wunderle zum diesjährigen Feuerwerk nicht verraten. «Es soll ja eine Überraschung werden», sagt er mit einem Lachen – und lässt sich dann doch noch etwas entlocken: Dass es bunt wird am Rheinfelder Himmel. «Wir haben in diesem Jahr viele farbige Effekte eingebaut.»

Wochenlange Planung

Mit der Planung des Feuerwerks beginnen Klaus und Monika Wunderle bereits viele Wochen vor dem Feuerwerk. Die Show an Silvester wird von Musik begleitet. Zunächst geht es deshalb darum, passende Musikstücke auszuwählen. «Es soll für alle etwas dabei sein – für die Jüngeren wie auch für die Älteren», sagt Klaus Wunderle. Ist die Musikwahl klar, beginnt er damit, die entsprechenden Effekte dazu zu planen. «Das ist ein kreativer Prozess. Mein Ziel ist es, dass es während des Feuerwerks ruhigere Momente und auch emotionale Höhepunkte gibt», sagt Wunderle.

Der ausgebildete Pyrotechniker ist seit 25 Jahren im Showgeschäft tätig. Neben seinen Feuerwerken arbeitet er auch in der Licht- und Tontechnik sowie in der Logistik. Als Techniker war er einst mit einer Band unterwegs und sah bei anderen Künstlern die pyrotechnischen Effekte. «Das haben wir dann auch bei eigenen Band eingebaut», sagt er. «So bin ich da nach und nach reingerutscht.»

Mittlerweile ist viel Routine dabei – so viel Routine, dass es das Feuerwerk für Rheinfelden einige Tage vor Silvester erst auf dem Computer gibt. Die einzelnen Feuerwerkskörper müssen erst noch mit den elektrischen Zündern versehen und in die Abschussrohre gepackt werden.

Klaus und seine Frau Monika Wunderle erledigen das jeweils in den letzten Tagen vor dem Feuerwerk. «Dabei müssen wir darauf achten, dass wir die einzelnen Stücke in der richtigen Reihenfolge verpacken», erklärt Wunderle. Am Tag des Feuerwerks muss beim Aufbau schliesslich alles passen.

Ein Knopfdruck reicht

Das Feuerwerk kostete rund 8000 Franken und wird je zur Hälfte von den beiden Rheinfelden getragen. Um Mitternacht reicht dann ein Knopfdruck, um das geschriebene Programm zu starten. 93 Zündungen sind es in diesem Jahr in Rheinfelden, wobei eine Zündung auch mehrere Feuerwerkskörper auslösen kann.

Die Grössten schiessen über 100 Meter hoch in den Nachthimmel und bilden Effekte mit bis zu 50 Metern Durchmesser. Ein elektrischer Zünder nach dem anderen erhält sein Signal. Eine Feuerwerksbombe nach der anderen schiesst in den Nachthimmel und bringt diesen zum glitzern. Und Klaus Wunderle schaut ganz gespannt nach oben.