Kaistenberg
Nach über einem Jahr Sperrung: Die Kaistenbergstrasse geht am 15. November wieder auf

Das dürfte so manche Verkehrsteilnehmerinnen und manchen -teilnehmer aus der Region freuen. Ab nächster Woche heisst es wieder: Freie Fahrt über den Kaistenberg. Für Eiken bedeutet dies: täglich 2500 Fahrzeuge weniger, die durch die Gemeinde fahren.

Jael Rickenbacher
Drucken
Die Bauarbeiten am Kaistenberg neigen sich dem Ende entgegen.

Die Bauarbeiten am Kaistenberg neigen sich dem Ende entgegen.

Bild: zvg

Das Warten hat ein Ende: Am 15. November wird die Kaistenbergstrasse eingeweiht. Über ein Jahr mussten Autofahrer Umwege durch die umliegenden Gemeinden nehmen. Jetzt gibt es bald wieder einen direkten Weg von Frick nach Kaisten.

Anfang 2021 gingen die Sanierungsarbeiten in die erste Phase. Einige Monate später wurde die Strasse dann vollständig gesperrt – aus Platzgründen und um die Bauarbeiten möglichst effizient abschliessen zu können. Zudem wurde so die Sicherheit der rund 20 Bauarbeiter gewährleistet.

Endlich wird die Umleitung aufgehoben

Einzig Postautos, Landwirtschaftsfahrzeuge sowie Anwohnerinnen und Anwohner durften die Strasse noch passieren. Der Individualverkehr wurde auf Eiken und den Hardwald umgeleitet. Täglich waren es etwa 4500 Autos, die auf Umwege ausweichen mussten. Lenker, die das Fahrverbot missachteten, wurden mit einer Geldstrafe von 100 Franken gebüsst.

Laut der Polizei wurde als Grund für die Nichtbeachtung der Verbotsschilder oft angegeben, dass das Navi diese Strasse angezeigt hätte. Die Gemeinden freuen sich, dass die Sperrung aufgehoben wird. Sie waren für über ein Jahr die Leidtragenden der Sperrung und mussten sich mit einer erhöhten Verkehrsbelastung zurechtfinden.

«Eiken freut sich riesig, wenn die Sperrung zu Ende geht. Das heisst für uns 2500 Fahrzeuge täglich weniger», sagt Gemeindeammann Stefan Grunder. Um Stau und Unfällen vorzubeugen, hatte der Gemeinderat Eiken mit dem kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt ein provisorisches «Tempo 30» eingeführt. Dieses soll mit der Wiedereröffnung aufgehoben werden.

Am Anfang stiess die Umleitung bei der Bevölkerung auf Missfallen. Es wurden Schleichverkehr und erhöhte Unfallzahlen befürchtet. Diesen Ängsten konnte durch polizeiliche Tempokontrollen entgegengewirkt werden.

Mehrere Dinosaurierknochen gefunden

Dies ist eines der Fundstücke, die während den Arbeiten geborgen wurden.

Dies ist eines der Fundstücke, die während den Arbeiten geborgen wurden.

Bild: zvg

Während den Bauarbeiten wurden ausserdem bedeutende Entdeckungen gemacht: An zwei Orten wurden im April 2022 Dinosaurierknochen gefunden. Auf der Anhöhe beim Ellenbühl konnten ein gut erhaltener Plateosaurierfuss und Beinknochen geborgen werden. Ein weiterer Fund in der Nähe des Lindenhofs stellte sich als Plateosauriermaterial mit Rippen, Wirbel und Handknochen heraus.

Schon zu Beginn der Bauarbeiten sei klar gewesen, dass an dieser Strecke Saurierreste gefunden werden könnten, sagte das Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons. Die Funde waren von wissenschaftlicher Bedeutung, denn sie erweiterten die bekannte Verbreitungsfläche der Dinosaurierfunde um einen Kilometer.

Einige der gefundenen Knochen wurden im Sauriermuseum Frick ausgestellt. Andrea Oettl, Museumsleiterin des Sauriermuseums, vermutete schon im Vorfeld, dass es Funde geben könnte. Sie sagte kurz nach dem Fund:

«Wir haben alle ganz fest gehofft, dass etwas zum Vorschein kommt.»

Bauarbeiten sind noch nicht zu Ende

Trotz der Wiedereröffnung für den Individualverkehr sind die Bauarbeiten noch nicht ganz fertiggestellt. Voraussichtlich werden sie jedoch bis Anfang 2023 abgeschlossen sein. Denn zuletzt müssen noch Leitplanken an der Strecke angebracht werden und die Baustelle muss abgebaut werden. Doch diese Arbeiten können auch bei laufendem Verkehr vollzogen werden.

Mit dem Resultat der Sanierung ist Kreisingenieur Stefano Donatiello äusserst zufrieden. Er sagte im Oktober:

«Wir sind sehr erfreut über den Baufortschritt, wir bekommen ein gutes Produkt.»

Auch das bereitgestellte Budget in Höhe von 16,6 Millionen Franken hat für die Arbeiten ausgereicht.