54 Kaister Primarschüler genossen letzte Woche viel Sonnenschein und gute Pistenverhältnisse auf der Bettmeralp. «Das Skilager war unfallfrei, die Kinder hatten Spass und machten Fortschritte», fasst Lukas Rehmann, Schulpflegepräsident und Lagerbegleiter, zusammen. Das Kaister Skilager findet jeweils während der Schulzeit statt, ist allerdings nicht obligatorisch. Die Schülerinnen und Schüler haben die Wahl zwischen Schneesportwoche und Projektarbeit – dieses Jahr zum Thema Fasnacht – in Kaisten.

Da die Lagerteilnahme nicht obligatorisch ist, ist die Schule Kaisten nicht vom Bundesgerichtsurteil vom Dezember 2017 betroffen. Dieses besagt, dass der Elternbeitrag pro Tag und Kind bei obligatorischen Anlässen je nach Alter des Kindes maximal zwischen 10 und 16 Franken betragen darf. Die Kaister Eltern zahlen denn mit 260 Franken auch deutlich mehr. Ab dem zweiten Kind der gleichen Familie sinkt der Elternbeitrag auf 240 Franken. Die Beitragshöhe ist seit fünf Jahren gleich.

Zustupf dank Pizzaessen

Doch auch damit lassen sich die Lagerkosten von insgesamt knapp 30'000 Franken nicht decken (siehe Box unten). Um das Lager dennoch zu ermöglichen, leistet die Gemeinde 2018 bei fast identischer Teilnehmerzahl und dem gleichen Lagerhaus einen Beitrag von 12'800 Franken. Einen namhaften Zustupf erarbeitet sich die Schule Kaisten jeweils selber, in dem sie ein Pizzaessen in der Mehrzweckhalle organisiert. «Dieses ist immer gut besucht», so Lukas Rehmann.

So viel kostet das Skilager

Gar ohne solchen Zustupf organisiert Magden das freiwillige Skilager. Anders als in Kaisten findet es in den Schulferien statt. Jedenfalls dieses Jahr noch. «Es gibt Überlegungen, das Lager künftig in die Schulzeit zu verschieben», so Schulleiter Christian Burger. Das Magdener Lager ist kleiner als das Kaister Pendant. 32 Schülerinnen und Schüler werden am 18. Februar für fünf Tage in die Flumserberge reisen. Die Hauptkostenpunkte bleiben aber auch bei weniger Teilnehmern dieselben: Auf Unterkunft, An- und Abreise, Skibillette, Verpflegung und Leiter entfällt der Grossteil der Kosten. Bei der Verpflegung rechnet man in Magden mit zehn Franken pro Kind und Tag. Der Elternbeitrag liegt bei 310 Franken pro Kind.

Elternbeiträge reduziert

Anders präsentiert sich die Situation in Kaiseraugst. In der Mittelstufe (4. bis 6. Klasse) geht jede Klasse einmal in ein obligatorisches Skilager, das in der Schulzeit stattfindet. «Nach dem Bundesgerichtsentscheid haben wir die Elternbeiträge reduziert», sagt Schulleiter Thomas Kaiser. «Für unsere Altersstufe beträgt der Maximalbetrag 13 Franken. Daran halten wir uns», so Kaiser. Die Schule Kaiseraugst kann zudem auf finanzielle Unterstützung der Fridolin-Karrer-Stiftung zählen. Den Rest der Lagerkosten trägt die Gemeinde. Aufgrund der guten Finanzlage liege dies in Kaiseraugst eher drin, als anderswo, ist sich der Schulleiter bewusst.

Laut Finanzverwalter Rolf Rudin sind im Budget für das laufende Jahr 20'000 Franken eingestellt. Diese würden allerdings nicht immer ausgeschöpft, so Rudin. Abhängig ist dies nicht zuletzt von den Teilnehmerzahlen. «Diese schwanken aufgrund der Klassengrössen», sagt Thomas Kaiser. Dieses Jahr fuhren nur 44 Schüler ins Skilager. «Es gab aber auch schon Jahre mit 65 Teilnehmern.»

Grosse Veränderungen in der Kostenstruktur habe es nach dem Bundesgerichtsurteil nicht gegeben, so Kaiser weiter. «Wir bemühten uns ohnehin, ein eher günstiges Lager zu organisieren.» Mit Elm habe man etwa ein eher kleineres Skigebiet gewählt. Grosses Sparpotenzial gebe es deshalb auch nicht mehr. Ein anderes Lagerhaus zu finden, sei etwa sehr schwierig, da die Unterkünfte meist gleich fürs nächste Jahr wieder gebucht würden.