Kaiseraugst
«Fricktal tanzt» will mit virtuellem Fasnachts-Flashmob der Tristesse ein Schnippchen schlagen

Zwischen 100 und 200 Teilnehmer sollen motiviert werden, sich zu verkleiden, zu einer Choreografie zu tanzen und sich zu filmen. Daraus will der Verein ein Video mit einer Liebesbekundung an die fünfte Jahreszeit machen.

Dennis Kalt
Merken
Drucken
Teilen
Sabine und Däni Anderhub von «Fricktal tanzt» planen einen «virtuellen Fasnachts-Tanz-Flashmob».

Sabine und Däni Anderhub von «Fricktal tanzt» planen einen «virtuellen Fasnachts-Tanz-Flashmob».

Bild: Nadine Böni (20. August 2020)

Es sind triste Tage für Sabine Anderhub aus Kaiseraugst. Erst nahm ihr Corona ihr liebstes Hobby: das Tanzen in der Öffentlichkeit. Und nun fällt für die leidenschaftliche Fasnächtlerin auch noch die fünfte Jahreszeit ins Wasser. Doch dem Trübsinn will die Präsidentin des Vereins «Fricktal tanzt» nicht verfallen – im Gegenteil: Mit einem «virtuellen Fasnachts-Tanz-Flashmob» will sie der Tristesse ein Schnippchen schlagen.

Anderhub kam die Idee für die virtuelle Tanzveranstaltung im närrischen Gewand erst vor drei Tagen. Sie sagt:

«Wir haben viele Fasnächtler in unserem Bekanntenkreis. Bei allen ist die Trauer spürbar.»

So habe sie sich denn auch gefragt, was man machen könne, damit man die Fasnacht dieses Jahr wenigstens ein bisschen fühle. Und da kam ihr die Idee, Fasnacht und Tanz durch einen virtuellen Flashmob zu verbinden.

Ein Tanzvideo aus immer kleiner werdenden Kacheln

Mitmachen, so Anderhub, kann grundsätzlich jeder, der sich an einige Bedingungen hält. Erstens müsse man sich verkleiden, zweitens in der Verkleidung zu einer vorgegebenen Choreografie tanzen und eine Videoaufnahme davon bis zum 18. Februar über einen Link in eine Cloud hochladen. «Wir setzen diese einzelnen Beiträge zu einem grossen Flashmobvideo zusammen und präsentieren es am 21. Februar auf unserer Facebook- und Webseite», sagt Anderhub.

Flashmobartig ist, dass zu Beginn des Videos zunächst wenige verkleidete Tänzer zu sehen sind, nach und nach aber immer mehr Teilnehmer erscheinen, sodass sich zum Schluss ein mosaikartiges Video aus immer kleiner werdenden Kacheln voll tanzender Menschen ergibt. Anderhub sagt:

«Zu Beginn des Videos wird eine Nachricht erscheinen, welche die Liebe zur Fasnacht ausdrückt.»

Etwa nach dem Motto: «Wir tragen Konfetti im Herzen.»

Zugang zur Veranstaltung – etwa ein Video mit der Choreografie, die getanzt wird oder den Link, über den die Videobeiträge hochgeladen werden können – erhalten die Teilnehmer über eine Whatsapp-Gruppe, in die man über die Facebook-Seite von «Fricktal tanzt» gelangt. Stand Dienstagmorgen, zwei Tage, nachdem der virtuelle Flashmob ins Leben gerufen wurde, zählt die Gruppe 57 Mitglieder. Anderhub sagt:

«Schön wäre es, wenn zwischen 100 und 200 Beiträge zusammen kämen.»

Anderhub verhehlt nicht, dass sie sich zu diesem Zeitpunkt den einen oder anderen Teilnehmer mehr versprochen hätte. Enttäuscht ist sie aber nicht. «Ich denke, viele Fasnächtler sind angesichts der Situation ein wenig in der Lethargie gefangen und finden vielleicht auch, dass sie keine Tänzer seien.» Doch bei der Choreografie, die man mit der Tanzschule «Tanzarena» aus Gelterkinden BL auf die Beine stellt, liegt der Fokus darauf, diese einfach zu gestalten. «Es sind sich wiederholende Elemente und Schritte – etwa so wie beim ‹Macarena›-Tanz.»

Dass sich Teilnehmer zur Choreografie treffen, ist nicht erwünscht

Wichtig sei auch, dass sich die Teilnehmer an die Coronaregeln halten. Dass sich mehrere Personen zu Gruppen treffen, um eine Choreografie zusammen zu tanzen, sei nicht erwünscht, so Anderhub.

Getanzt werden soll – voraussichtlich – zur Ballade «Besch ready für die Liebi vo mer?» von der Schweizer Rockpopband Hecht, choreografisch umgewandelt zu einer Bekundung an «Frau Fasnacht», wie Anderhub sagt; und als Vorfreude auf die Fasnacht des nächsten Jahres, denn: «üsi Gschecht esch no lang ned z'Änd», wie es in dem Song von Hecht heisst.