Fricktal

Jugendliche verärgern Badi-Gäste mit lauter Musik – jetzt greifen Badmeister durch

Paul Gürtler (2. von links) kann von Musiklärm in seiner Badi ein Lied singen.

In einigen Freibädern nehmen Jugendliche ihre Musiklautsprecher mit und beschallen damit die Gäste. Die Badmeister greifen durch.

Das Platschen einer Arschbombe, das Klackern der Ping-Pong-Bälle oder das herzhafte Lachen der Kinder, wenn sie wild durch das Wasser wirbeln – für viele sind dies bekannte Klänge, wenn sie auf der Wiese in der Badi liegen. Doch immer mehr trüben dröhnende Bässe und schallende Musik die vertraute Geräuschkulisse in den Freibädern. Grund hierfür sind sogenannte Miniboxen, die in der Vergangenheit leistungsfähiger geworden sind und die Musik auf dem Smartphone via Bluetooth wiedergeben können.

Von diesen kleinen «Lärmtürmen» kann Paul Gürtler, Betriebsleiter des Freizeitbades Vitamare Frick, ein Lied singen: «Es gab aufgrund der dröhnenden Boxen auch schon Beschwerden aus einem Wohnblock, der in unmittelbare Nähe zur Badi liegt», sagt er. Das Abspielen von Musik im Fricker Freibad ist einzig in der Nähe des Beachvolleyballfeldes erlaubt. Mit einem Schild wird explizit auf das Verbot hingewiesen.

Kontrollen machen keinen Sinn

Viele Jugendliche lässt dies jedoch kalt. Schon einige Male mussten Gürtler und sein Team – nach einmaliger Ermahnung – durchgreifen und die Miniboxen konfiszieren. «Wir geben sie dem Besitzer erst zurück, wenn dieser das Freibad verlässt», sagt Gürtler. Das Vitamare-Team schreite erst ein, wenn ein Angestellter etwas höre. «Die meisten der Jugendlichen sind aber so schlau, dass sie die Boxen ausschalten, sobald sie sehen, dass wir aus sie zukommen», sagt Gürtler. Deswegen mache ein systematisches Kontrollieren auch keinen Sinn.

Auch Willy Vogt, Betriebsleiter des «Kuba»-Strandbades in Rheinfelden, kennt das Phänomen. «Die Boxen sind teileweise so laut, dass man die Musik aus einer Entfernung von 50 Metern noch gut hören kann», sagt er. Auch Vogt und sein Badi-Team mussten in dieser Saison Jugendliche schon mehrmals bitten, die Lautsprecher auszuschalten. «Das klappt recht gut. Die Jugendlichen kommen unseren Aufforderungen nach», sagt Vogt.

Das Musikhören über die Lautsprecher ist im «Kuba»-Strandbad aus zwei Gründen verboten. Erstens aufgrund des gegenseitigen Respekts, sagt Vogt: «Was mir gefällt, können andere Badegäste als lästig empfinden.» Zweitens bestünde die Gefahr, dass wenn man nicht konsequent durchgreifen würde, nicht nur einer, sondern bald etliche Jugendliche ihre Miniboxen aufstellten und so die Badi in einer Diskothek verwandelten.

Von den dröhnenden Boxen gestört fühlten sich in diesem Jahr bereits einige Gäste im Freibad am Rhein in Kaiseraugst. «Es gab schon vereinzelte Reklamationen», sagt Gemeindeschreiber Roger Rehmann. Die Weisungen der Badmeister, dass die portablen Lautsprecher verboten seien, würden die Jugendlichen jedoch «ohne Murren» akzeptieren.

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