Bad Säckingen D

Joggele trifft Hansele – von Offenburg bis Berschis

3000 Hästräger treffen sich am 17. Februar in Bad Säckingen.

3000 Hästräger treffen sich am 17. Februar in Bad Säckingen.

Ein Höhepunkt Fasnacht wird das Landschaftstreffen der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte. Diese blicken auf eine lange Tradition und eine reiche Geschichte zurück. Am 17. Februar werden 3000 Hästräger erwartet.

Die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) sieht sich als älteste Narrenvereinigung im deutschen Südwesten in der Pflicht, das Brauchtum und Kulturgut der schwäbisch-alemannischen Fasnacht zu bewahren und zu pflegen. Der 1924 gegründete Verband ist ein Zusammenschluss von 68 Narrenzünften, die in den Regierungsbezirken Freiburg, Tübingen, Schwaben sowie in fünf Kantonen der Schweiz beheimatet sind.

Das deutsche Gebiet streckt sich nach Osten im Allgäu bis Wangen, nördlich nach Ehingen und Sachsenheim, zum Rhein hin nach Westen bis Offenburg und in die südliche Richtung nach Bad Säckingen. In der Schweiz geht es bis nach Willisau (LU) und nach Berschis (SG). 

Siechenmännle und Römer

Beherrschend in der Bad Säckinger Fasnacht ist die Figur des Maisenhardt-Joggele, eine der drei Säckinger Urmasken. Sie sind das Symbol der Narrenzunft. Das Siechenmännle sieht krank und kümmerlich aus und erinnert an jene Zeiten, in denen die Aussätzigen in der benachbarten Schweizer Gemeinde Stein untergebracht waren. Für die Maske des Römers war ein Komödienkopf aus Muschelkalk, ein Fundstück aus der römischen Herrscherzeit in Säckingen, das Vorbild. Der Römer trägt eine weissleinene Tunica und darüber die Paenula der spätrömischen Antike. In seiner Hand hält er das Narrenzepter, dass aus einer alten Strebe der Säckinger Holzbrücke geschnitzt wurde. Der Maisenhardt-Joggele mit seinem mit Laubblättern versehenen grünen Häs und der knorrigen Holzmaske gilt seit 1936 als Repräsentant der Bad Säckinger Fasnacht. 

Verschiedene Blätzli-Kleider

Die Entstehung der Laufenburger Narro-alt-Fischerzunft geht ins Jahr 1386 zurück und wurzelt in der österreichischen Vergangenheit der Stadt. Das Kleid der Narronen besteht aus einer langen Hose und einem Kittel mit weissem Rüschenkragen. Hose und Kittel bestehen aus fischschuppenartigen Stoffflicken, den sogenannten Blätzli. Zum Brauchtum der Narro-alt-Fischerzunft zählen unter anderem die Tschättermusik und das Narrolaufen, das grenzüberschreitend in beiden Laufenburg gelebt wird. 

Als älteste Waldshuter Narrenfigur gilt der Narro. Sein Nachweis geht auf das Jahr 1755 zurück. Er trägt ein Blätzle-Häs, einen weissen Fuchsschwanz und einen «Chrisichratte». Begleitet wird er von den Hansele. Sie tragen ein Blätzle-Häs und eine Saublodere, die bei Umzügen gelegentlich auf dem Kopf der Zaungäste landet. Der WaldshuterGeltentrommler ist bekleidet mit einem langen weissen Leinenhemd, Zipfelmütze und weissen Strümpfen. Hervorstechend im mehlbestäubten Gesicht ist das rote Halstuch. Sein lautstarkes Instrument ist ein Waschzuber aus Holz.

Die Ursprünge der Narrenzunft Tiengen gehen auf das Jahr 1503 zurück, als die Narren das Recht erhielten, an drei Tagen im Jahr die Obrigkeit zu verunglimpfen, «ohn der Straf zu gewärtigen». Im Laufe der Generationen entwickelte sich daraus die Tiengener Fasnacht mit Bürgerzunft, Zunfträten, historischer Trachtengruppe, Bürgerwehr mit Spielmannszug und Fahnenschwingerinnen.

Die Narrenzunft Rheinfelden wurde am 11. 11. 1937 gegründet und trat im selben Jahr dem Verband Oberrheinischer Narrenzünfte bei. Nach der Wiedergründung nach dem Krieg war der Latschari das erste Emblem der Zunft. Seit 1989 residieren die Rheinfelder Narren im Wasserturm. Unter dem Dach der Zunft gibt es heute mehr als 30 Fasnachtsgruppierungen, wobei die zahlenstarken Latscharis mit ihrem Schräglaufen ein eigenes Markenzeichen gesetzt haben.

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