Frick

Jetzt kann Ruhe einkehren: In der reformierten Kirche stehen die Zeichen auf Neuanfang

Die neue reformierte Kirchenpflege von Frick: Christine Wondrusch, Silvia Guhl Lawson, Jacqueline Costa-Senn, Christoph Möri und Simon Plattner (von links).

Die neue reformierte Kirchenpflege von Frick: Christine Wondrusch, Silvia Guhl Lawson, Jacqueline Costa-Senn, Christoph Möri und Simon Plattner (von links).

Die neue Kirchenpflege der reformierten Kirchgemeinde Frick wurde in einem feierlichen Gottesdienst eingesetzt.

In einem Club ist ein Einlassstempel nichts Ungewöhnliches. Doch bei einem Gottesdienst schaut natürlich jeder, was da von Clown Bruno auf den Handrücken gestempelt wurde. «Neugierig?», stand da. Zur Erheiterung trieb der Clown mit den Besuchern einen kleinen Schabernack und sorgte schon vor dem Gottesdienst für ein Lächeln auf den Gesichtern.

«Heute haben wir einen besonderen Gottesdienst. Eine neue Kirchenpflege wird eingesetzt», eröffnete Pfarrerin Anna Schütz, die den Gag mit dem Stempel aufgriff. «Kirche soll Freude und Spass machen», wünschte sie den fünf neuen Kirchenpflegern, die im November gewählt worden sind.

Nach turbulenter Zeit wünscht Pfarrerin Ruhe

Sabine Lorenzen eröffnete den Einsetzungsgottesdienst der neuen Kirchenpflege auf der Orgel. Menschen hatten sich abgewendet, es brauche Zeit, dass Verletzungen heilten, erinnerte Schütz an die turbulente Zeit, die nach Rücktritten von Kirchenpflegern und Nicht-Wiederwahl von Pfarrer Johannes Siebenmann hinter der Kirchengemeinde lag.

Schütz betreut seit einem Jahr die Gemeinde stellvertretend. In ihrer Predigt verwies sie darauf, dass es in Zeiten der Diversität Aufgabe der Kirchenpflege sei, die verschiedenen Gedanken der Gemeindemitglieder zusammen zu führen. «Die fünf Kirchenpfleger sind unterschiedliche Menschen. Die Einsetzung soll sie nicht einheitlich machen», sagte Schütz. Vielmehr sollen sie in ihrer Diversität die unterschiedlichsten Menschen ansprechen.

Nach zwei Jahren wurde der Kurator verabschiedet

Auf Gitarren, Kontrabass, Querflöte und Geige umrahmte das Ensemble Pfeffer & Minze den Gottesdienst. «Ich wusste nicht, wie die Reise verlaufen wird», sagte Kurator Markus Fricker, der seit dem Frühjahr 2017 die Geschäfte der Gemeinde führte.

Die reformierte Gemeinde war unter das Kuratorium der Landeskirche gekommen, da sie nach zwei Rücktritten mit nur noch drei Kirchenpflegern nicht mehr beschlussfähig war. Anfangs ging es nur darum, den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Im zweiten Jahr beanspruchte die Pfarrerwahl viel Zeit. Fricker hatte sich gegen die Wiederwahl von Siebenmann ausgesprochen. Auch der inzwischen verstorbene Sozialdiakon Walter Preisig verliess 2018 die Gemeinde.

Der Kurator zeigte sich zuversichtlich, dass eine Personalfindungskommission die Aufgabe, die zwei Pfarrstellen und die Stelle des Sozialdiakons neu zu besetzen, sorgfältig anpacken und ein grundlegender Neuanfang möglich wird.

Vizedekan Peter Weigl verabschiedete den Kurator, da die neue Kirchenpflege am 8. Januar ihre Arbeit aufnimmt. Weigl lobte, dass es Fricker gelungen sei, wieder Ruhe in die Gemeinde zu bringen und Vertrauen zurückzugewinnen.

Die Gemeinde sang das umgedichtete Loblied, wo es nun hiess: «Danke für diese Kirchenpflege». Schütz bat die Kirchenpfleger zum Altar, wo sie zur Einsetzung ihre Hände mit Öl salbten. Die neuen Kirchenpfleger sind Jacqueline Costa-Senn (Frick), Silvia Guhl Lawson (Oeschgen), Christoph Möri (Gipf-Oberfrick), Simon Plattner (Präsident, Herznach) und Christine Wondrusch (Gipf-Oberfrick).

«Wir fünf stehen für die Aufgabe bereit», erklärte Plattner in einer kurzen Ansprache. Das letzte Loblied unterbrach dann Clown Bruno, der in der Kirche zu putzen anfing und alle zum Apéro in den Gemeindesaal führte.

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