Wölflinswil

Jahrelange Tradition: Beim Jahrgangstreffen werden Bäume gepflanzt

Die Eltern sind an den Pflanzaktionen – wie hier in diesem Jahr in Herznach – dabei.

Die Eltern sind an den Pflanzaktionen – wie hier in diesem Jahr in Herznach – dabei.

In Wölflinswil, Oberhof und Herznach erhalten die Neugeborenen Lebensbäume – im Kindergarten statten sie ihnen einen Besuch ab.

Angefangen hat es im Garten von Förster Werner Habermacher in Wölflinswil. Mit seinen Kindern hat Habermacher versucht, Eichen selbst zu ziehen. Es funktionierte und die Jungbäumchen wurden zu gross für den Garten.

«Als 1986 mein Sohn zur Welt kam, kam ich deshalb auf die Idee, für ihn die Eichen in den Wald zu pflanzen», so Habermacher. «Meine Frau hat dann angemerkt, dass man die Pflanzaktion für den ganzen Jahrgang machen könnte.»

Gesagt, getan: «Für den Jahrgang 1986 pflanzten wir in Wölflinswil die ersten Lebensbäume.» Entwickelt hat sich ­daraus eine Tradition, die bis heute anhält. Im Laufe der Zeit wurde sie auch auf Oberhof und Herznach ausgeweitet.

Und: «Sie stösst weiterhin auf einen grossen Zuspruch», wie Habermacher sagt. Er freut sich, dass auch sein Nachfolger als Jeremias Boss «voll hinter der Idee steht».

Eine Beziehung zum Wald und zur Natur schaffen

Angepflanzt werden die Lebensbäume jeweils gemeinsam mit den Eltern. Diese nähmen gerne am Anlass teil, sagt auch der Herznacher Gemeindeschreiber Harry Wilhelm. «Das Interesse ist über die Jahre ungebrochen.» Und Haber­macher fügt lachend an: «Ich sage immer, das ist das erste Jahrgangstreffen der Neugeborenen.»

Die gepflanzten Bäume – über die Jahre wurden, je nach Standort, bereits unterschiedlichste Baumarten angepflanzt – werden jeweils dem ganzen Jahrgang gewidmet und nicht den einzelnen Kindern. Dies im Wissen darum, dass es auch mal Bäume gibt, die eingehen. «Dann muss man einem Kind nicht erklären, dass ausgerechnet sein Baum es nicht geschafft hat», so Habermacher.

Dennoch sollen die Kinder eine Beziehung zu «ihren» Bäumen aufbauen. Im Kindergarten machen die Kinder in den drei Gemeinden jeweils einen Ausflug zu ihren Lebensbäumen. «So lässt sich einfach eine Beziehung zum Wald und zur Natur schaffen», ist Habermacher überzeugt.

Pflanzenaktion als Unikat

In einer Zeit, in der die Kinder immer weniger mit der Natur in Berührung kämen, sei dies von grosser Wichtigkeit. «Die Kinder können so sehen, wie der Wald wächst und wie er sich verändert, wie er gepflegt wird und welche Arbeit dahinter steckt», sagt auch Roger Fricker, Gemeindeammann von Oberhof.

Fricker wie auch Haber­macher sagen, dass die Lebensbäume auch später immer ­wieder Besuch von «ihrem» Jahrgang erhalten. «Ich weiss sogar von Leuten, die bereits mit ihren Kindern zu den Bäumen spazieren», so Habermacher.

Auch im kommenden Jahr geht die Tradition, «unser Unikat», wie Werner Habermacher sagt, weiter. Im April werden in den drei Gemeinden die neuen Lebensbäume gepflanzt.

Wer die bestehenden Pflanzflächen begutachten möchte und sehen möchte, wie gross die Bäume von 1986 oder 2002 bereits sind, kann dies jederzeit tun. Auf der Website von Oberhof etwa ist ein Karte aufgeschaltet, wo sich die Gebiete befinden.

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Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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