Stein
Der Pharmariese Novartis plant im Sisslerfeld einen Life-Science-Park

Das Unternehmen öffnet sein 34 Hektaren grosses Areal in Stein für die Ansiedlung weiterer Firmen aus der Bio- und Life-Science-Branche. Das soll zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region beitragen. Und: Nicht mehr benötigte Novartis-Gebäude könnten wieder genutzt werden.

Hans Christof Wagner
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Das Pharmaunternehmen Novartis hat für den Standort Stein das Projekt Life-Science-Park angekündigt.

Das Pharmaunternehmen Novartis hat für den Standort Stein das Projekt Life-Science-Park angekündigt.

zvg

Das Pharmaunternehmen Novartis hat für den Standort Stein das Projekt Life-Science-Park angekündigt. Das 34 Hektaren grosse Steiner Novartis-Areal soll bewusst für andere Unternehmen der Bio- und Life-Science-Branche geöffnet werden.

«Novartis plant, den Produktionsstandort in Stein zum hochmodernen Life-Science-Park Rheintal weiterzuentwickeln und durch weitere Ansiedlung von Firmen aus dem Bereich Life Science zu erweitern», heisst es in einer Medienmitteilung des Konzerns. Der Standort Stein biete ein ideales Umfeld, Zugang zu hochqualifizierten Mitarbeitenden aus der Region und grosse Ausbaureserven, so Novartis weiter.

Reichlich Platz für weitere Unternehmen.

Fakt ist: Auf dem 34 Hektaren grossen Areal von Novartis in Stein gibt es reichlich Platz für weitere Unternehmen. «Von der Gesamtfläche sind 15,4 Hektaren potenziell freie, unbebaute Flächen mehrheitlich in der Industriezone Sisslerfeld, die sich im Besitz von Novartis Stein befinden», sagt Novartis-Sprecherin Anna-Katharina Schäfers.

«Novartis verfügt über entsprechende Freiflächen in Stein, die aus unserer Sicht genutzt werden sollen, um die wirtschaftliche Entwicklung in der Region voranzutreiben», umschreibt sie die Motivation des Konzerns, das Projekt nach den ersten beiden erfolgreichen Ansiedlungen in Stein weiter voranzutreiben. 2019 gelang die Ansiedlung von Lonza, dem Basler Chemie- und Pharmaunternehmen, das in Stein eine Novartis-Produktionsanlage übernahm. Anfang 2021 folgte die Biotechnologie-Firma Celonic. Schäfers:

«Das heisst, wir konnten den Standort schon in der Vergangenheit für externe Firmen öffnen.»

Aber nicht nur zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Region diene es. Es könne auch dazu beitragen, das eigene Areal inklusive der vorhandenen und teils nicht mehr benötigten oder nicht mehr ausgelasteten Gebäude und Anlagen stärker zu nutzen, so Schäfers.

Schon 2020 sei in Stein vorwiegend aus bereits bestehenden Abteilungen ein zentrales Standortentwicklungsteam aufgebaut worden, das sich künftig um noch mehr Neuansiedlungen bemühen soll.

Novartis lockt mit fixfertiger Infrastruktur

Und mit was lockt Novartis nach Stein? Mit einer fixfertigen Infrastruktur – vom Personalrestaurant über die Kinderbetreuung in der betrieblichen Kita bis zu Dienstleistungen rund um den Produktionsprozess selbst: Heizdampf, Druckluft, Kühlwasser, Warmwasser, Energie, Gase wie Stickstoff, Kohlendioxid und Sauerstoff – alles schon vorhanden. Auch um die Themen Abwasserreinigung, Abfallentsorgung, ÖV-Anbindung und Parkplätze müssten sich Neuansiedlungen keine Gedanken mehr machen. Sie könnten sich so auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Unternehmenssprecherin Schäfers verweist auf schon realisierte Projekte ähnlichen Typs. In der Region Nordwestschweiz ist das der Novartis-Standort Schweizerhalle, welcher seit 2019 von der deutschen Getec Heat & Power zentral mit Energiedienstleistungen versorgt wird. Schäfers nennt in diesem Zusammenhang ausserdem den «Innovation Hub» am Sitz im italienischen Torre und den «Technology Campus» auf österreichischen Werkarealen. Auch für das in Stein aufgebaute Standortentwicklungsteam gibt es laut der Sprecherin weitere Beispiele im grossen Novartis-Verbund. «In bisher acht Regionen weltweit sind seit 2020 solche Teams entstanden.»

Steins Gemeindeammann Beat Käser freut sich derweil über die nun publik gemachten Pläne. Er sagt auf Nachfrage der AZ:

«Aus Sicht der Gemeinde ist der Life-Science-Park sehr begrüssenswert.»

Jeder weitere Arbeitsplatz sei für Stein Gold wert und bedeute höhere Steuereinnahmen. Je mehr Life-Science-Unternehmen es in Stein gebe, umso weniger stark betroffen wäre die Gemeinde vom allfälligen Abzug eines einzelnen. So lasse sich das Risiko eines drastischen Steuereinbruchs minimieren. Käser ist in die Unternehmenspläne schon seit längerem eingeweiht gewesen, wie er berichtet. Überhaupt sei der Austausch zwischen der Gemeinde und Novartis «sehr gut».

Auch die Standortförderung des Kantons Aargau, für die Entwicklung des gesamten Sisslerfelds zuständig, begrüsst laut der Novartis-Medienmitteilung die Öffnung des Areals für Dritte sehr, wie Leiterin Annelise Alig Anderhalden zitiert wird.