Kaiseraugst
In der Liebrüti soll ein 80 Meter hoher Wohnturm aus dem Boden wachsen

Die aus den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts stammende Kaiseraugster Grossüberbauung Liebrüti soll nicht nur ein neues Markenzeichen erhalten, sondern auch eine attraktivere Infrastruktur im Zentrum.

Peter Rombach
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So könnte das Liebrüti-Quartier dereinst aussehen, wenn die Pläne realisiert werden.

So könnte das Liebrüti-Quartier dereinst aussehen, wenn die Pläne realisiert werden.

zvg

Gemeindepräsidentin Sibylle Lüthi erachtete eine Aufwertung für unumgänglich und unterstrich an einer Informationsveranstaltung im Liebrüti-Saal am Donnerstagabend, dass der Gemeinderat die Ideen der Liebrüti-Eigentümer «voll und ganz» unterstützt: «Wir wollen kein Spekulationsobjekt, sondern eine attraktive Siedlung.»

Das angedachte Turmprojekt mit knapp über einhundert Wohneinheiten entspreche den Vorgaben des neuen Raumplanungsgesetzes, für «verdichtetes Bauen» zu sorgen, um eine Zersiedelung der Landschaft zu vermeiden. Und die Gemeindepräsidentin nannte noch einen bedeutenden Aspekt: «In Kaiseraugst gibt es derzeit einen grossen Bedarf an altersgerechten Zwei- und Dreizimmer-Wohnungen.»

Bevölkerung soll mitreden

Nun steht ein Mitwirkungsverfahren an, das von der noch bis 8. Oktober laufenden Offenlage der ersten Planentwürfe und später über den Gestaltungsplan mit Verkehrsprüfung, Sondernutzungsverfahren, kantonale Vorprüfung und letztlich Traktandum an einer Einwohnergemeinde reicht. «Bei allen Verfahrensschritten hat die Bevölkerung die Möglichkeit, vor dem eigentlichen Baugesuch Vorschläge einzubringen», so Lüthi.

Stattliche Publikumsschar im Liebrüti-Saal: Der geplante Turmbau zur Aufwertung Zentrums löst starkes Interesse aus

Stattliche Publikumsschar im Liebrüti-Saal: Der geplante Turmbau zur Aufwertung Zentrums löst starkes Interesse aus

Die Geschichte der Grossüberbauung Liebrüti skizzierte Ortsplaner Thomas Rubin und sprach von einer «wegweisenden Grösse seinerzeit». Mittlerweile gebe es Sanierungsbedarf und den Zwang zu einer Attraktivitätssteigerung, indem den dort Wohnenden künftig nicht nur die Nähe zu Arbeitsplätzen sondern auch das Dienstleistungsangebot mit Geschäften, Spitex, Arzt- und Therapiepraxen im Quartierzentrum interessant erscheint. «Der geplante Turm ist ein Paradebeispiel für innere Verdichtung, mit dem wir auch den Charakter der Überbauung bewahren», betonte der Ortsplaner.

Optimale Lösungen

Grosse Bedeutung räumte er einem gemeindlichen Alters- und Mobilitätskonzept ein und riet, in den künftig laufenden Anhörungsverfahren auch Detailvorschläge einzubringen. «In enger Zusammenarbeit mit dem Investor müssen wir optimale Lösungen anstreben», so Rubin.

Architekt Markus Kurth und Thomas Götz von der Liebrüti-Eigentümergruppe erkannten, dass im Zusammenhang mit dem Wohnturmbau die Flächen für Verkauf und andere Dienstleistungen optimiert werden müssten. «Wir wollen auch Migros hier im Zentrum halten», lautete ihr klares Bekenntnis. Und sie bestätigten, dass der momentan bestehende Saal zugunsten von Geschäften verschwinden würde, dafür aber ein Ersatz durch neue Konstruktionen im Bereich der heutigen Agora geplant sei. Zur geplanten Bauzeit für das Turmprojekt mochten sich Kurth und Götz nicht äussern: «Wir warten erst mal die Baugenehmigung ab.» Grundsätzlich versicherten sie: «Wir wollen die Genialität der Liebrüti-Planung von einst weiterführen.» Und sie verwiesen dabei auch auf eine «flexible Stockwerkplanung», um auf neue Marktanforderungen reagieren zu können.

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