Upcycling

Im Unterricht Smartphones reparieren – Möhliner Schulleiterin findet das «eine tolle Idee»

Der Umgang mit Ressourcen – etwa durch die Reparatur von Smartphones – ist heute Unterrichtsthema.

Der Umgang mit Ressourcen – etwa durch die Reparatur von Smartphones – ist heute Unterrichtsthema.

Das Thema Nachhaltigkeit ist den Jugendlichen wichtig – und wird vermehrt auch im Unterricht thematisiert. Auch das Interesse der Fricktaler Schulleiter scheint vorhanden.

Ein Werklehrer sucht in einer Kleinanzeige kaputte Smartphones – damit seine Schülerinnen und Schüler diese im Unterricht reparieren lernen können. So geschehen in Jegenstorf (BE), wie die «Berner Zeitung» berichtet. Die Idee dahinter: Der Lehrer möchte seinen Schülern technische Fertigkeiten lehren und gleichzeitig auf das Thema Nachhaltigkeit aufmerksam machen.

Das kommt auch bei Fricktaler Schulleitern gut an. «Das ist eine tolle Idee», sagt etwa Astrid Zeiner, Schulleiterin der Oberstufe Steinli in Möhlin. Sollten die Lehrpersonen für Textiles und Technisches Gestalten (TTG) ein solches oder ähnliches Projekt lancieren, «würde ich es sicherlich wohlwollend prüfen.»

Nachhaltigkeit sei ein sehr wichtiges Thema für unsere Jugendlichen, sagt Zeiner weiter. «Wir leben heute in einer Wegwerfgesellschaft und so gehen Wertschätzung und Langlebigkeit von Produkten zunehmend etwas verloren. Hier würde ich sicher einzelne Projekte innerhalb der Schule sehr unterstützen.» Sie verweist in diesem Zusammenhang auf ein Projekt, bei dem Schülerinnen und Schüler aus einer alten Jeans eine Tasche gestalteten. «Recycling und Verarbeitung unterschiedlicher Materialien hat bereits seit vielen Jahren ein wichtiger Inhalt im Fach TTG.»

Auch an anderen Fricktaler Oberstufenschulen ist die Nachhaltigkeit und der Umgang mit den Ressourcen ein Thema. Silvan Hof, Standortleiter der Bezirksschule an der Kreisschule Unteres Fricktal, sieht in der Idee mit den Smartphones ebenfalls positive Aspekte, «da wir in der Schule den Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen lernen wollen. Gleichzeitig ist dieses Projekt mit dem Smartphone verbunden, welches zum Alltag der Schülerinnen und Schüler gehört.» Upcycling und Recycling sieht er durchaus «als anwendbare Themen im TTG-Bereich». Einige Schüler der Kreisschule befassen sich ausserdem in der Freizeit mit der Wegwerfgesellschaft. So gibt es Schüler, die im Repair Café in Rheinfelden mitarbeiten.

«Alltagsnahe Themen im Unterricht sind wichtig»

Unabhängig vom Fach sei es eine wichtige Aufgabe der Schule, «alltagsnahe und alltagsrelevante Themen im Unterricht zu behandeln», sagt Lothar Kuehne, Leiter der Oberstufe an der Schule Frick. Im Werkunterricht hätten Schülerinnen und Schüler etwa Bänke für den Pausenplatz gestaltet. Das Gestalten mit modernen Materialien sowie die Entwicklung eigener Ideen sei ein bedeutender Bestandteil des zeitgemässen TTG-Unterrichts, sagt Silvan Hof. «Wir legen Wert darauf, dass die beiden Hauptpfeiler miteinander verbunden werden.» So setzt die Schule voraus, dass pro Semester ein Projekt verfolgt wird, welches das technische und textile Gestalten beinhaltet. «So können etwa Möbel oder Dekorationen entstehen.»

Der Werklehrer aus Jegenstorf muss sich mit seinem Projekt derweil noch etwas gedulden. Auf die Kleinanzeige hat er zwar positive Reaktionen erhalten – aber eben keine Smartphones. Das Projekt soll trotzdem im Winter starten: «Wenn ich nichts höre, kaufe ich einfach 10 bis 15 Geräte.»

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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