Der Taifun «Haiyan» vom 8. November entschwindet langsam aus dem Gedächtnis der Welt. Doch auf den Philippinen sind die Folgen noch lange spürbar. Deshalb organisieren Laarni Dünneisen und Stephanie Frischknecht am 4. Januar ein Benefizkonzert in der Turnhalle Sisseln. Der Erlös kommt den Opfern des Taifuns auf der Insel Panay zugute.

Dort liegt vieles im Argen: Dörfer Städte und fast die gesamte Infrastruktur sind zerstört. Das berichtet Markus Dünneisen, der mit seiner Frau Eva seit zehn Jahren in der Provinz Iloilo auf der Insel Panay wohnt. Das Ehepaar hat Laarni, als sie elf Monate alt war, adoptiert und in der Schweiz bei sich aufwachsen lassen. In Sisseln erfährt die junge Frau mit den philippinischen Wurzeln regelmässig, wie sich die Situation in ihrem Heimatland entwickelt.

Tatenlos will sie aber nicht zu schauen. Mit Stephanie Frischknecht, ihrer Mitbewohnerin, ist sie seit einigen Wochen mit der Organisation des Benefizkonzerts beschäftigt. Auch die Gemeinde Sisseln hat sich eingeklinkt. Im Dezember gab der Gemeinderat den Organisatorinnen bekannt, dass ihnen die Turnhalle gratis zur Verfügung gestellt wird.

Premiere einer Eigenkomposition

Mittlerweile steht fest, welche Bands und Formationen aus dem Fricktal oder der Umgebung am Benefizkonzert auftreten werden: Purge Command (Alternative Grungerock), Paolo’s Fricktal-Krainer (Oberkrainer Musik), SanySaidap (Acoustic Folk’n’Roll), Hilarius Dauag (flute & percussion), Mg Florentine & The Mighty Roots feat. Ayana (Reggae), Silayan Philippinischer Kulturverein (Volkstanz) sowie Dance-Tower und Freak out (Hip-Hop-Tanzshow). Purge Command wird am Benefizkonzert das von Laarni Dünneisen komponierte Lied «Helping Hands» erstmals spielen. Selbstverständlich bleiben die Gäste dank asiatischer Küche vom Profi nicht hungrig.

Die Sache hat ihren Preis: Der Eintritt kostet 25 Franken, für Kinder von 6 bis 14 Jahren ermässigt 10 Franken. Kinder bis 6 haben freien Eintritt. «Der Erlös», verspricht Laarni Dünneisen, «kommt vollumfänglich der Ersten Hilfe und der Hilfe für den Wiederaufbau auf der Insel Panay zugute.» Dort ist ihr Vater immer noch gefordert. «Es zeigt sich jetzt, dass viele Überlebende stark traumatisiert sind», berichtet er. «Ein erfahrenes Mitglied des Katastrophenschutzkorps schätzt, dass auf jeden Toten 50 bis 100 Verletzte kommen. Mit dieser Formel kommt man auf Hunderttausende von Opfern, die medizinische Betreuung brauchen», so Markus Dünneisen, der mit vier Millionen Obdachlosen rechnet.

«Operation Yuhum»

«Ich weiss, die internationale Hilfsbereitschaft ist immens», schreibt er seiner Tochter. Aber: Es klemmt an vielen Orten. Sauberes Trinkwasser fehlt, Essen ist knapp, die Seuchengefahr ist permanent vorhanden, Hilfskonvois werden überfallen, schliesslich erschwert die Korruption die Verteilung der Hilfsgüter und -gelder.

Markus Dünneisen führt seit Jahren in der Schweiz ein Bankkonto für Hilfsprojekte wie Kindergarten- oder Schulaufbau. Das Projekt nennt sich «Operation Yuhum» – Yuhum bedeutet «Lächeln». Aus rechtlichen Gründen müsse das Konto auf seinen Namen lauten, sagt er, «aber die Mittel für Projekte und meine eigenen Mittel sind getrennt». Er vermochte nach dem Taifun Soforthilfe zu leisten – 15 Säcke Reis, 600 Fleisch- und Fischkonserven, Nudeln, Seife, Waschmittel konnte er kaufen und zur Verteilung übergeben. Das Geld, das er aus der Schweiz erhält, «sickert nicht in Taschen, wo es nicht hingehört», versichert er. Und bekräftigt: «Ich arbeite ehrenamtlich.»

Tickets können unter laarni.duenneisen@hispeed.ch oder 076 773 77 73 reserviert werden.