Fischingertal

Gültiges Referendum: Gegen den Schulhausverkauf gibt es viel Widerstand

Gegen den Verkauf des Oberstufenzentrums in Mumpf an die Stiftung MBF wurde das Referendum ergriffen.

Gegen den Verkauf des Oberstufenzentrums in Mumpf an die Stiftung MBF wurde das Referendum ergriffen.

Am 9. Februar wird in den Verbandsgemeinden Mumpf, Obermumpf, Schupfart und Wallbach über den Verkauf des ehemaligen Oberstufenzentrums Fischingertal abgestimmt.

Am Dienstagnachmittag folgte die Bestätigung: Gegen den Verkauf des ehemaligen Oberstufenzentrums Fischingertal (OSZF) in Mumpf wurde erfolgreich das Referendum ergriffen. Am Montag, am letzten Tag der Referendumsfrist, waren über 230 Unterschriften eingereicht worden.

Die Überprüfung hat nun ergeben, dass allein aus Mumpf 204 gültige Unterschriften eingegangen sind. Das sagt Gemeindeschreiber Reto Hofer auf Anfrage der AZ. Die für ein Referendum nötigen 179 Stimmen – fünf Prozent der Stimmberechtigten aus den vier dem Schulverband angehörenden Gemeinden Mumpf, Obermumpf, Schupfart und Wallbach – sind somit erreicht. Auch wenn die überprüften Zahlen aus den anderen Verbandsgemeinden noch ausstehen.

Damit ist nun plötzlich wieder offen, ob die Schüler der Heilpädagogischen Schule (HPS) Fricktal ab 2021 im Oberstufenzentrum unterrichtet werden. Zur Erinnerung: Die HPS steht unter der Führung der Stiftung MBF.

Diese hatte sich mit dem Schulverband OSZF auf einen Kauf des Schulhauses samt Turnhalle geeinigt. 9,3 Millionen Franken will die Stiftung dem Schulverband zahlen, mit dem Ziel, in Mumpf die beiden bisherigen Standorte Rheinfelden und Frick zusammenzuführen.

Primarschüler sollen das Schulhaus nutzen

Hinter dem Referendum gegen den Verkauf steht nun eine Gruppe von Eltern von Primarschulkindern aus Mumpf sowie weiteren Stimmberechtigten. Die Gruppe habe sich relativ spontan nach der letzten Gemeindeversammlung in Mumpf zusammengefunden, sagt Hanspeter Zingg, einer der Initianten.

Diskutiert wurde dort unter anderem über die Sanierung des Primarschulhauses. «Das Primarschulhaus ist in einem schlechten Zustand. Gleichzeitig haben wir im Dorf ein tolles Schulhaus, das verkauft werden soll. Das kann nicht sein», sagt Zingg. Er und seine Mitstreiter fordern daher, dass das Oberstufenschulhaus künftig als Primarschulhaus genutzt werden kann.

Diese Idee ist nicht neu. Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde Mumpf bereits selber ein Kaufangebot für das Schulhaus unterbreitet. Der Schulvorstand hatte dieses damals abgelehnt mit Verweis auf eine Studie von 2017. Diese weise einen Liegenschaftswert bei einer schulischen Weiternutzung von rund zwölf Millionen Franken aus – das Angebot der Gemeinde habe deutlich darunter gelegen, hiess es damals.

Es gehe nun darum, Transparenz zu schaffen, sagt Zingg. «Wir möchten wissen, weshalb das Angebot der Gemeinde abgelehnt und das Angebot der Stiftung MBF angenommen wurde, obwohl es ja ebenfalls deutlich unter diesem Betrag liegt.»

Der Entscheid zur Zukunft des Oberstufenzentrums fällt nun am 9. Februar. Dann findet in Mumpf, Obermumpf, Schupfart und Wallbach die Urnenabstimmung zum Verkauf statt. «Es werden alle eingegangenen Stimmen aus den vier Gemeinden zusammengezählt, entscheidend ist das Gesamtergebnis», erklärt Reto Hofer.

«Wir sind überzeugt von dieser Lösung»

Der Schupfarter Gemeindeammann René Heiz, der die Kommunikation für die Verbandsgemeinden übernimmt, spricht von einer «gewissen Enttäuschung» über das Referendum, denn: «Der Schulvorstand und die Gemeinderäte der Verbandsgemeinden stehen hinter dem Verkauf.» In den kommenden Monaten gehe es nun darum, die entsprechenden Argumente für den Verkauf bekanntzumachen, sagt Heiz.

Und auch die Zukunft der Primarschule soll zeitnah thematisiert werden. Gespräche diesbezüglich – auch vor dem Hintergrund der neuen Ressourcenverteilung und der Raumplanung – liefen derzeit. Bis Ende Jahr soll klar sein, wie es auf der Primarstufe weitergeht. «Ich bin überzeugt, dass wir im Fischingertal für die Primarschule auch ohne Oberstufenzentrum eine gute Lösung finden werden», sagt Heiz.

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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