Herznach

Gold-Stösser holt Anlauf zum nächsten Titel

Steinstosser Simon Hunziker

Steinstosser Simon Hunziker

In zwei Wochen muss Steinstosser Simon Hunziker aus Herznach seine drei Schweizer Meistertitel verteidigen. Die Meisterschaft findet vor heimischem Publikum statt.

Simon Hunziker gehört an den Schweizer Meisterschaften zu den Favoriten.

Ein Zentimeter fehlte Simon Hunziker aus Herznach am Unspunnenfest am vergangenen Wochenende für die Finalqualifikation. Er stiess den 83,5 Kilogramm schweren Unspunnenstein auf 3,57 Meter. Zwei Konkurrenten übertrafen ihn in der Qualifikation, einer stiess gleich weit – hatte aber den besseren zweiten Versuch.

Der Sieg mit dem Unspunnenstein fehlt deshalb weiter im Palmarès des 35-jährigen Herznachers. «Details haben entschieden», sagt Hunziker mit Blick auf die knappe Entscheidung. Schade sei es, dass es nicht geklappt habe, «denn eigentlich war es ein guter Wettkampf von mir».

Steinstösser Simon Hunziker bei seinem letzten Versuch: Der Fricktaler warf zuvor Schweizer Rekord

Aus dem Jahr 2012: Steinstösser Simon Hunziker bei seinem letzten Versuch: Der Fricktaler warf zuvor Schweizer Rekord

Ein Sieg mit dem Unspunnenstein, mit dem nur am Unspunnenfest und am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest gestossen wird, bleibt also weiter das Ziel des 1,90 Meter grossen und 115 Kilogramm schweren Fricktaler Athleten. Dass die Feste nur alle sechs beziehungsweise drei Jahre stattfinden, soll ihn nicht dran hindern. «Das nächste Eidgenössische ist bereits 2019 und beim nächsten Unspunnenfest kann ich mit 41 Jahren sicher auch noch mithalten.»

Bereits 12 Titel und 12 Medaillen

Während die nächsten Unspunnen-Wettkämpfe auf sich warten lassen, finden bereits morgen die Schweizermeisterschaften mit dem 12,5-, dem 18- und dem 40-Kilogramm-Stein statt. «Anders als meine Konkurrenten am Unspunnenfest konzentriere ich mich nicht ausschliesslich auf den Unspunnenstein», so Hunziker, der via Leichtathletik zum Steinstossen kam. «Der Stellenwert der Schweizer Meisterschaften ist für mich gleich hoch.» Zumal die Stösse mit den «kleinen Steinen» technisch anspruchsvoller seien, weil man schneller anlaufe und das Tempo dann beim Stemmschritt in Stosskraft umwandeln müsse.

Und so tritt Hunziker auch in diesem Jahr wieder in allen drei Kategorien an. Mit dem 18 und dem 40 Kilogramm schweren Stein gewann er vergangenes Jahr Gold, mit dem 12,5-Kilo-Stein holte er die Silbermedaille. Wenig verwunderlich, dass auch jetzt wieder Medaillen das erklärte Ziel sind. «Schliesslich bin ich zweimal Titelverteidiger», sagt Hunziker, «mit dem 40-Kilogramm-Stein wäre es mein sechster Titel in Serie.» Und: Er hat den Spitzenplatz in der Allzeit-Bestenliste im Blick. Derzeit liegt er mit zwölf Schweizer Meistertiteln und zwölf weiteren Medaillen auf Rang zwei. Auf den Erstplatzierten, Roland Stählin, fehlen noch fünf Goldmedaillen.

Vereinsinterne Konkurrenz

Mindestens dreimal wöchentlich trainiert Hunziker, um seine sportlichen Ziele zu erreiche, «zweimal Technik auf dem Sportplatz und sicher einmal im Kraftraum». Seine Familie stehe dabei voll hinter ihm, sagt er. Dennoch sei es möglich, dass er im nächsten Jahr den Trainingsumfang etwas reduziere, um mehr Zeit für seine Frau, seine Tochter und den Bau einer eigenen Wohnung zu haben. «Aber eines ist für mich klar: Ich werde meinem Sport treu bleiben.»

Und ihn als Trainer an den Nachwuchs weitergeben. Mittlerweile hat sich in Herznach nämlich eine Art Steinstoss-Boom entwickelt. «Zwischen 2003 und 2008 war ich alleine», erinnert sich Hunziker. Am Samstag nehmen 13 Stösser des STV Herznach an den Schweizer Meisterschaften teil; mehr als die Hälfte von ihnen ist jünger als 20 Jahre.

Einige von ihnen machen dem Routinier durchaus bereits Konkurrenz und haben ihn in dieser Saison mit dem 18-Kilo-Stein auch schon geschlagen. Für Hunziker ist das kein Problem. «Ich teile die Freude gerne mit ihnen», sagt er. Meist allerdings, behielt er ohnehin selber die Oberhand.

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