Das Gesundheitszentrum Fricktal (GZF) betreibt in Laufenburg und Rheinfelden je ein Spital sowie je ein Pflegeheim. In beiden Bereichen muss eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung sichergestellt sein.

Von den rund 930 Mitarbeitenden sind rund 750 Frauen. Wie geht das GZF mit dem Thema Frauenstreik um? Die Teilnahme stehe den Mitarbeiterinnen frei, sagt Miriam Crespo, Leiterin Unternehmenskommunikation, im AZ-Interview. Aber: «Mitarbeitende, die am Frauenstreik teilnehmen wollen, müssen sich frühzeitig mit Kollegen für die Dienstorganisation – und allfällige Dienstübernahme – organisieren.»

Dürfen die Mitarbeiterinnen des Gesundheitszentrums Fricktal (GZF) am Frauenstreik teilnehmen?

Miriam Crespo: Die Teilnahme am Frauenstreik vom 14. Juni steht unseren Mitarbeitenden frei. Für das GZF als Spital mit Rund-um-die-Uhr-Betreuung von Patienten ist es essenziell, dass der Spitalbetrieb unter allen Umständen reibungslos aufrechterhalten wird und unsere Patienten in gewohnt qualitativer Manier versorgt und betreut werden. Aus diesem Grund müssen Mitarbeitende, die am Streik teilnehmen wollen, sich frühzeitig mit Kollegen für die Dienstorganisation – und allfällige Dienstübernahme – organisieren.

Dürfen die Mitarbeiterinnen während der Arbeitszeit streiken?

Eine allfällige Teilnahme am Frauenstreik 2019 erfolgt in geplanter Freizeit, das heisst in frühzeitiger Absprache und Koordination der Dienstorganisation. Die Mitarbeitenden müssen entweder die gewünschte Zeit freinehmen oder die Unterzeit vor- oder nachkompensieren.

Reicht auch ein Ausstempeln?

Aufgrund der relativ komplexen Dienstorganisation, die bereits länger im Voraus geplant und organisiert wird, müssen Absenzen in unserem Personalplanungsprogramm frühzeitig erfasst werden, damit allfällige entstehende Lücken durch nichtstreikende Teamkollegen gefüllt werden können.

Gibt das GZF den Mitarbeiterinnen Empfehlungen ab, ob sie am Frauenstreik teilnehmen sollen oder nicht?

Nein, das GZF nimmt zum Thema Frauenstreik eine neutrale Haltung ein und gibt in keiner Hinsicht eine Empfehlung ab.

Wie stellt sich das GZF zum Frauenstreik respektive zu dessen Anliegen?

Die Gleichstellung der Frau wird am GZF sehr ernst genommen und durch entsprechende Werte und Regelungen im Betriebsalltag gelebt. Das GZF, dessen Belegschaft aus ungefähr 80 Prozent Frauen besteht, steht für Lohngleichheit und setzt sich gegen jegliche Art von Diskriminierung – auch, aber nicht ausschliesslich aufgrund des Geschlechts – und gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ein. Wir sind überzeugt, dass die Gleichstellung von Mann und Frau einen massgeblichen Beitrag zum sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Fortschritt in unserer Gesellschaft leistet.