Wenn im Sommer auf den gut gefüllten Dorfplätzen Eichel, Schilten, Rosen und Schellen auf den Tisch gelegt werden, sitzen abends wieder mehrere Hundertausend zu Hause vor den Bildschirmen und schauen zu, wie in der SRF-Sendung «Donnschtig-Jass» die Jass-Kultur gepflegt wird. Eine Gemeinde, die dann ins mediale Rampenlicht der Schweizer Unterhaltungskultur rücken könnte, ist Stein. «Der Wunsch, in der Sendung mitzumachen, wurde aus der Bevölkerung im Sommer an den Gemeinderat herangetragen», erzählt Gemeindeschreiber Sacha Roth.

Beworben habe man sich unter anderem auch, weil sich ein Auftritt vor laufenden Kameras «gut in das Bild einer aktiveren Kommunikation einfüge», das die Gemeinde verfolgen möchte – eine Präsenz auf Social-Media-Kanälen wie Facebook, Twitter oder Instagram ist derzeit ein Thema. Zudem sagt Gemeindeammann Beat Käser, dass die Sendung eine Möglichkeit sei, als Ort überregional positiv in Erscheinung zu treten. «Seit einigen Wochen ist Stein bei vielen ja nur als der Ort bekannt, in dem Novartis hunderte von Stellen abbaut.»

Warten auf die Rückmeldung

Die Gemeinde hat mit den Arealen Brotkorb und Bustelbach – auf dem Parkplatz des Sport- und Freizeitcenters – dem SRF zwei Kulissen als Drehorte vorgeschlagen. Im Oktober habe sich dann ein SRF-Mitarbeiter kurzfristig bei Roth für eine gemeinsame Besichtigung gemeldet. «Er hat die potenziellen Drehorte dann aber anscheinend eigenhändig in Augenschein genommen», sagt Roth. Eine Rückmeldung vom SRF habe er bisher noch nicht erhalten.

Kilchsperger macht sich am Donnschtig-Jass über Wohlen lustig (21. Juli 2017)

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Zu den Chancen, dass Stein in die «Donnschtig-Jass»-Tour 2019 aufgenommen wird, kann SRF-Sprecherin Lorena Sauter derzeit keine konkreten Angaben machen. «Es laufen diverse Vorbereitungen. Bis Ende des Jahres steht die Tour, die wir im Frühling kommunizieren.» Generell bedeute eine Bewerbung keinesfalls, dass eine Gemeinde einen Platz in der Sendung bekomme. In Anbetracht der Masse an Bewerbungen und der Anzahl an Sendungen pro Jahr sind die Chancen eher gering. «Über 100 Gemeinden bekunden pro Jahr ihr Interesse», sagt Sauter. Für das Sommerprogramm 2019 plant das SRF jedoch nur sechs Sendungen des Formates.

Keine Baustellen beim Drehort

Entscheidend für die Auswahl einer Gemeinde sei eine Reihe von Kriterien. «Die Gemeinde und ihre Plätze müssen gewisse Auflagen erfüllen, damit wir sie mit dem ‹Donnschtig-Jass› besuchen können», sagt Sauter. Dazu gehörten in erster Linie die Grösse und das Ambiente des Platzes sowie keine Baustellen direkt beim Drehort. Zudem müsse die Gemeinde ein Organisationskomitee bilden und vor Ort ein Sicherheitskonzept auf die Beine stellen.

Auch Roth weiss, dass die Chancen auf eine Präsenz in der Sendung eher gering ausfallen. «Natürlich haben wir nicht so eine aussergewöhnliche Kulisse wie Laufenburg oder Rheinfelden mit ihren Altstädten.» Dennoch hoffe er selbstverständlich auf eine positive Antwort, alleine schon, weil dies für Stein «ein grosses Fest» werden würde.

Dies findet auch Käser, der im Falle eines ‹Donnschtig-Jass› in Stein jedoch keine Punkteansagen machen wird. «Ich weiss zwar, wie es geht, bin aber keiner, der oft jasst», sagt er. Im Dorf gebe es jedoch den einen oder anderen passionierten Spieler, sagt Roth. «Wenn es soweit kommt, wird es sicher ein kleines Ausscheidungsturnier um die Plätze für Stein am Tisch geben.» Schliesslich wolle man im Duell gegen eine andere Gemeinde auch siegreich sein.