Gipf-Oberfrick

Gemeinde kurbelt mit Gutscheinen den Konsum an

Auch in der Metzgerei Biland (im Bild Jürg Biland) können die Gutscheine eingelöst werden.

Auch in der Metzgerei Biland (im Bild Jürg Biland) können die Gutscheine eingelöst werden.

Nach der Absage des Gewerbeapéros lanciert die Gemeinde Gipf-Oberfrick eine Gutschein-Aktion. Damit soll vor allem der örtlichen Gastronomie unter die Arme gegriffen werden.

Der jährliche Gewerbeapéro, mit dem Gipf-Oberfrick seine Verbundenheit mit örtlichen Unternehmen zum Ausdruck bringt, hätte am 28. August stattfinden sollen. Unter dem Eindruck von Corona sagte der Gemeinderat den Anlass ab. Mit der Absage stand die Frage im Raum: Was tun mit den 3000 Franken, die dafür als Posten im Gemeindebudget verbucht waren?

Die Antwort war schnell gefunden – weiter fürs lokale Gewerbe ausgeben. Und klar war der Arbeitsgruppe Gewerbe unter Leitung von Gemeinderätin Verena Buol auch: Wenn jemand Hilfe braucht, dann allen voran Gastronomiebetriebe und Caterer. So kommt die Gutschein-Aktion jetzt den beiden Branchen des örtlichen Wirtschaftslebens zugute. Eingelöst werden können die Bons in den Gasthäusern Adler, Krone und Rössli sowie in der Metzgerei Biland.

Gute Balance zwischen Kaufanreiz und nicht zu hoher Bevorteilung

Zu 80 Prozent sind die 3000 Franken für die Gutscheine reserviert. Einwohner, die Gutscheine kaufen, zahlen pro Stück 35 Franken und bekommen einen Gegenwert in Höhe von 50 Franken. 160 Gewerbegutscheine sollen in Umlauf kommen. Maximal zwei pro Haushalt werden bis zum 23.Dezember ausgegeben. S’hät solang’s hät, lautet die Devise.

Und die Stossrichtung dürfte auch klar sein, wenn die Gutscheine bis 30. Juni 2021 gültig sind: Die Gipf-Oberfricker sollen den Betrieben jetzt und in den kommenden Monaten durch die schwere Pandemiezeit helfen. Wenn die Gemeinde 15 Franken pro Gutschein übernimmt, gibt sie bei 160 Gutscheinen 2400 Franken aus. Gemeindeschreiber Urs Treier nennt das eine «gute Balance zwischen dem Anreiz für den Kauf und einer doch nicht zu hohen Bevorteilung». Bei einem höheren Betrag hätten weniger mitmachen können. Und die ganzen 3000 Franken sollten nicht in die Aktion fliessen.

50000 Franken Umsatz weniger durch Corona

Nun leiden andere Branchen ebenso unter den Einschränkungen im Kampf gegen die Pandemie. Dass darüber diskutiert wurde, auch diese zu fördern, bestätigt Treier. Aber: «Man wollte bewusst eine Abgrenzung vornehmen, damit ein definierbarer Kreis entsteht. Diesen hat man gefunden bei den lokalen Restaurants und der Metzgerei, die viele Veranstaltungen beliefert, die nun ausgefallen sind.» Dem Gemeinderat sei bewusst, dass es absolute Gerechtigkeit für ein solches Unterfangen nicht geben kann. Jede Aktion habe Vor- und Nachteile. Aber wer nichts unternehme, habe auch keinen Erfolg.

Dass die Aktion zum Erfolg wird, hoffen auch die beteiligten Restaurants. Annerös Rickenbach vom Gasthof Adler findet es eine «gute Sache». Offen sei aber, wie stark die Nachfrage nach den Gutscheinen ausfällt und in welchem der vier teilnehmenden Betriebe die Gipf-Oberfricker sie letztlich einlösen. «Ich hoffe darauf, dass der finanzielle Anreiz gross genug sein wird, die seit Corona vorherrschende Unsicherheit beim Gasthausbesuch zu überwinden», sagt die Adler-Wirtin. «Wir haben durch weggebrochene Events 2020 sicher 50'000 Franken Umsatz verloren», berichtet Metzger Marco Biland.

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