Gipf-Oberfrick

Für den Wurstsalat-Weltmeister gehts um die Wurst: «Die Konkurrenz schläft nicht»

Ein letzter Testlauf: Daniel Felice bereitet einen Wurst-Käse-Salat zu, wie er ihn morgen der Jury vorsetzen will. Dennis Kalt

Ein letzter Testlauf: Daniel Felice bereitet einen Wurst-Käse-Salat zu, wie er ihn morgen der Jury vorsetzen will. Dennis Kalt

Der Weltmeister sitzt an seinem Küchentisch in Gipf-Oberfrick und tariert die Säure seiner Sauce mit einer Brise Zucker aus. Dann taucht er seinen Zeigefinger hinein, überlegt kurz, schaut kritisch und sagt: «Kann man so lassen.»

Daniel Felice, 48, steckt schon seit Wochen in den Vorbereitungen. Denn am Samstag geht es für ihn um die Wurst, oder besser gesagt: um den Wurstsalat. An der fünften Wurstsalat-WM in Frick will der amtierende Champion das schaffen, woran seine Vorgänger bisher gescheitert sind: Den Titel verteidigen.

Dass sein Vorhaben alles andere als einfach wird, kann Felice nicht verhehlen: «Die Konkurrenz ist stark und tüftelt schon seit Wochen an ausgeklügelten Rezepturen, um mich zu schlagen», sagt er mit einem verschmitzten Grinsen. Der Jury seinen letztjährigen mit dem Titel gekrönten Wurst-Käse-Salat noch einmal aufzutischen, kommt für ihn nicht infrage: «Die Wurstsalat-Szene entwickelt sich ständig weiter. Wenn du da stehen bleibst, wirst du überholt», weiss er.

«Die Konkurrenz schläft nicht»: Daniel Felice über seinen Titel, die bevorstehende Meisterschaft und den perfekten Wurstsalat.

«Die Konkurrenz schläft nicht»: Daniel Felice über seinen Titel, die bevorstehende Meisterschaft und den perfekten Wurstsalat.

Die Sauce ist entscheidend

Felice muss in diesem Jahr auf die Cervelats verzichten, die er 2016 für seinen Wurstsalat verwendet hat: «Leider hat die Metzgerei Blaser aufgrund von Ferien geschlossen», sagt er. Zwar muss er nun auf andere Cervelats zurückgreifen, einen Nachteil sieht er darin jedoch nicht, denn: «Der entscheidende Faktor ist die Sauce», sagt Felice.

In Sachen Sauce teilt sich die Wurstsalat-Szene in eine French- und eine Italo-Dressing-Fraktion. Felice gehört dem French-Dressing-Lager an. «Da tanze ich ein wenig aus der Reihe meiner Familie. In dieser wird ganz klar der Wurstsalat mit italienischem Dressing bevorzugt», sagt er mit einem Schmunzeln. Die Grundzutaten, die er für seine französische Sauce verwendet, sind Essig, Öl, Balsamico, Mayonnaise, Senf, Rahm, Salz und Pfeffer, verschiedene Kräuter und ordentlich Paprikapulver. «Ich mag es pikant», sagt er.

Beim Käse mag es Felice gerne rezent. «Emmentaler ist im Geschmack zu neutral, deswegen kommt bei mir Gruyère rein», sagt er. Für den amtierenden Weltmeister ist es auch wichtig, dass der Käse in kleine Scheiben in den Wurstsalat kommt. «Einige raspeln den Käse. In meinen Augen wird dann der Wurstsalat zu mastig, weil sich der Käse mit der Sauce vollsaugt.»

Felice ist bei der Zubereitung des Wurstsalates nicht der Typ, der auf die Küchenwaage und den Messbecher zurückgreift. «Ich mach alles per Augenmass und taste mich an den perfekten Geschmack heran», sagt er. Der Salat schmecke so nicht immer gleich, «aber genau das schätze ich». Wobei es den perfekten Geschmack auch gar nicht gebe, denn: «Die Geschmäcker sind verschieden», sagt Felice. Deswegen sei immer auch eine Portion Glück dabei, den Gusto der zehn Juroren zu treffen.

Salat als Fertigprodukt enttarnt

Dass die Gaumen der Jury, die aus Journalisten und Leuten aus den Gastronomie-Bereich besteht, anspruchsvoll sind und sich nicht täuschen lassen, ist spätestens an der letzten Weltmeisterschaft klar geworden: An dieser servierte ein Teilnehmer einen Wurst-Käse-Salat, den er kurz zuvor in einem Supermarkt eingekauft hatte. Das Fertigprodukt wurde als dieses entlarvt und schied in der ersten Runde aus.

Ein Ausscheiden in der ersten Runde will der Titelverteidiger vermeiden. Doch selbst, wenn es so weit kommen sollte: «Der Spass steht im Vordergrund.» In diesem Fall ist dem Weltmeister alles andere wurst.

Wurstsalat-Weltmeisterschaft:

Samstag, 22. Juli, 18 Uhr, Frickbergstübli.

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