Der 1. August biete Gelegenheit, einen Moment innezuhalten, der Vergangenheit die Referenz zu erweisen, über den Staat nachzudenken. Hans Ulrich Glarner stellte seine Ansprache unter den Leitgedanken «Konsens zur Uneinigkeit» und ging damit auf Schweizer Besonderheiten ein: «Ein Land mit sprachlichen, konfessionellen, kulturellen und regionalen Minderheiten und mit einem Mehrparteiensystem hätte ohne diesen Konsens zur Uneinigkeit einen schweren Stand.»

Kompromisse seien zwar weniger schlagzeilenträchtig, seien aber tauglicher als «berauschte Siegesposen», sagte Glarner. Er beschwor das Miteinander in der Gesellschaft. Die Schweiz praktiziere die Idee eines freiheitlichen, demokratischen und vielkulturellen Staates, auf der Basis von Toleranz und Solidarität. «Ein unschätzbarer Reichtum ist der vielsprachige Alltag, den wir in einem globalisierten Umfeld wirkungsvoll nutzen müssen.»

Glarners Appell in Rheinfelden war denn auch deutlich: «Nur wenn wir uns selbst für die Gemeinschaft engagieren, hat dieses Staatswesen eine gesicherte Zukunft. Sei es in politischen Ämtern, in der Kulturkommission, in der Kirchgemeinde, bei der Aufgabenhilfe, in der Nachbarschaft, in der Bibliothekskommission, bei der Waldputzete. Die Palette ist breit und für alle Neigungen und Fähigkeiten gibts Raum für Taten.»

Illusionslos bekannte der Festredner, dass die Erfüllung von Bürgerpflichten hohe zeitliche Belastungen mit sich bringe. Neben dem Schönen und Angenehmen gehe es oft auch darum, Schwierigkeiten zu meistern, ohne dass man am Schluss einen Sieg nach Hause trage. «Aber vielleicht hat man den Konsens errungen.»

Feuerwerk mit Musikbegleitung

Roland Graf moderierte durch das Abendprogramm, welches neben Festredner Hans Ulrich Glarner das Duo Räbse, Maíra Zaugg und der Männerchor Rheinfelden gestalteten. Nach Dunkelwerden wurde mit dem Männerchor die Nationalhymne gesungen. Erstmals gab es das anschliessende Feuerwerk dank dem Sponsoring der Brauerei Feldschlösschen mit Musikbegleitung.