Bad Säckingen

Fridolinsfest: Sturm und Dauerregen zwingen zu Improvisation

Geschützt unter der Arkade des Kaufhauses May unterhielt die Trachtenkapelle Herrischried die Besucher mit sakraler Musik. Axel Kremp

Geschützt unter der Arkade des Kaufhauses May unterhielt die Trachtenkapelle Herrischried die Besucher mit sakraler Musik. Axel Kremp

Tribut an das Wetter: Das Fridolinsfest in Bad Säckingen fand dieses Jahr ohne Prozession statt.

Heftiger Sturm und Dauerregen waren für Sonntag angekündigt. Und der Wetterbericht sollte Recht behalten. Erstmals seit 14 Jahren musste die Prozession in Bad Säckingen zu Ehren des heiligen Fridolin ausfallen.

Peitschender Regen und stürmischer Wind verhinderten bereits, dass die kirchlichen Würdenträger, Ordensleute, Ministranten und Trachtenträger zu den Klängen der Stadtmusik feierlich ins Münster einzogen. Gegen Ende des Pontifikalamts besserte sich das Wetter zwar geringfügig, zu jenem Zeitpunkt aber war die Entscheidung gefallen und den fünf Blaskapellen, die die Prozession begleiten sollten, war schon abgesagt. Die Trachtenkapelle Herrischried sorgte mit ihrem sakralen Ad-hoc-Konzert unter der Arkade des Kaufhauses May für Feststimmung. So gerieten das Pontifikalamt (siehe Text unten) und der anschliessende Empfang der Stadt Bad Säckingen für die Ehrengäste im Kursaal zu den Höhepunkten des Festes. Dabei knüpfte Bürgermeister Alexander Guhl an die Predigt im vorangegangenen Pontifikalamt an, in welcher Weihbischof Peter Birkhofer appellierte, dem Verlust an Vertrauen aus dem Glauben begründete Hoffnung entgegenzusetzen.

Von Applaus unterbrochen wurde Guhl, als er anmerkte: «Natürlich wäre es auch mir lieber, wir hätten einen anderen Präsidenten in den USA.» Der Vertrauensverlust in Staat, Kirche und Gesellschaft gehe einher mit einem Verlust an Vorbildern und Eliten, sagte Guhl. Der heilige Fridolin sei mit seinem Wirken in krassem Gegensatz zu den heutigen Eliten gestanden.

Fest der Städtepartnerschaften

Vertrauen war auch das Schlagwort von Weihbischof Peter Birkhofer, der den Spruch in seinem Wappen zitierte: «Verwurzelt in der Liebe». Wo uns das gelinge, so sagte er, könne Vertrauen in uns selbst wachsen. Das Fridolinsfest ist traditionell auch ein Fest der Städtepartnerschaften, insbesondere die Menschen in Bad Säckingens Schweizer Partnergemeinde Glarus Nord nehmen regen Anteil an dem Fest. Kein Wunder, ist Fridolin doch dort Kantonspatron, sein Bildnis schmückt das Kantonswappen. Auch in diesem Jahr waren die Partnergemeinde Glarus Nord und der Kanton wieder mit einer stattlichen Abordnung vertreten. Grussworte sprachen der frühere Gemeindepräsident von Näfels und amtierende Landratspräsident des Kantons, Bruno Gallati, und Thomas Kistler, der neue Gemeindepräsident von Glarus Nord. Beide brachten Bürgermeister Guhl essbare Gastgeschenke mit, wobei sich der Gemeindepräsident überzeugt zeigte, dass Guhl als SPler wisse, wem er die Geschenke weiterleiten könne.

Aus Santeramo kam Bürgermeister-Stellvertreterin Maria Anna Labarile. Städtepartnerschaften wie jene zwischen Bad Säckingen und Santeramo, so sagte sie, seien gerade dann von besonderer Bedeutung, wenn Europa in Schwierigkeiten stecke.

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