Fricktaler Waldwirtschaft
Stürme, Hitze und der Borkenkäfer hielten 2020 die Forstbetriebe auf Trab

Trotz widriger Bedingungen ist Forst & Dienste Laufenburg-Gansingen mit dem Ergebnis seines ersten Betriebsjahres zufrieden. Vermehrte Trockenschäden und brüchige Äste machen die Kontrolle und Sicherung der Waldwege zunehmend aufwendiger und kostspieliger.

Dennis Kalt
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Aufgrund von Hitzeschäden und Borkenkäfern mussten in den Fricktaler Wäldern – hier in Möhlin – diverse Bäume gefällt werden.

Aufgrund von Hitzeschäden und Borkenkäfern mussten in den Fricktaler Wäldern – hier in Möhlin – diverse Bäume gefällt werden.



Bild: Nadine Böni (21. Juni 2019)

Stürme im Februar, ein trockener Sommer und der Borkenkäfer – die extremen Wetterbedingungen verlangten Forst & Dienste Laufenburg-Gansingen im ersten Betriebsjahr nach Gründung einiges ab. Dennoch könne von einem erfolgreichen Jahr gesprochen werden, heisst es im Geschäftsbericht. So schliesst denn auch die Rechnung 2020 mit einem Ertrag von rund 267'000 Franken positiv ab.

Betriebsleiter Alfred Bühler berichtet, dass wegen grosser Mengen an Sturmholz und Käferholz der Preis für Nadelholz mit fortschreitendem Jahresverlauf sank:

«Kanton und Försterverband rieten den Forstbetrieben, nicht noch mehr Holz auf den Markt zu bringen und nur verkauftes Holz zu rüsten.»

So habe man denn auch wegen der übersättigten Marktlage im Sommer einige dürre Bäume stehen gelassen und den Fokus auf Arbeiten für Dritte, Strassenbau, Hochwasserschutz und Naturschutzmassnahmen verschoben.

Lagerbestand an Käferholz ist bald abgebaut

Die Holznutzung lag mit 8499 Festmetern im Schnitt der letzten Jahre, so Bühler. «Im Herbst geschlagenes Frischholz konnte laufend verkauft werden und wurde teilweise schon abgeführt.» Rund ein Drittel der Holzmenge habe man mittels Zwangsnutzung aufrüsten müssen. «Der Lagerbestand an alten Käferholzpoltern wird bis im Frühling abgebaut sein.»

Im Forstbetrieb Rheinfelden-Magden-Wallbach machten 2020 die Zwangsnutzungen mit rund 3000 Kubikmetern (m³) 40 Prozent der Gesamtnutzung aus. Damit ist Zwangsnutzung mit dem rekordhohen Anteil von 85 Prozent im Jahr 2018 und über 50 Prozent im Jahr 2019 abermals rückläufig. Reduziert hat der Forstbetrieb 2020 deutlich seine Normalnutzung mit 4400 m³. Dies aufgrund der in den Vorjahren angehäuften Lagerholzbestände.

Sorgen bereitet Stadtoberförster Kurt Steck die Eschenwelke. Er sagt:

«Sie grassiert weiter, und nach den extremen Trockenjahren zeigt erstmals auch die Buche, unsere Hauptbaumart, mehr und mehr Trockenheitsschäden im Kronenbereich.»

Brüchige Äste bergen eine latente Gefahr für Waldbesucher. «Die Kontrolle und Sicherung der Waldwege und Rastplätze in viel besuchten Naherholungswaldungen durch Fällung gefährlicher Bäume wird immer aufwendiger und kostspieliger.»

Dennoch schliesse die Forstrechnung des Betriebs in allen drei Partnergemeinden mit einem Ertragsüberschuss ab. Das erfreuliche Gesamtergebnis, so Kurt Steck, belaufe sich auf ein Plus von rund 158'000 Franken.

Positives Ergebnis wegen Arbeiten für Dritte

Urs Steck, Leiter des Forstbetriebes Region Möhlin, erzählt, wie ihn und sein Team die drei Stürme, die in kurzen Zeitabständen im Januar und Februar über die Region fegten, auf Trab hielten:

«Es kam zu vielen Streuschäden, und die Wege mussten dreimal geöffnet werden.»

Drei Wochen seien die Forstmitarbeiter mit den Aufräumarbeiten beschäftigt gewesen.

Urs Steck beziffert die Menge an geschlagenem Käferholz im Revier auf rund 18'000 m³. «Diese Menge ist ein Mehrfaches eines normalen Jahres», sagt er. Der Absatz und die Holzpreise seien sehr schwach, die eigentliche Waldwirtschaft sei nicht kostendeckend gewesen. Aber: Dank der Sachgüterproduktion, etwa Hackschnitzel, und der Arbeiten für Dritte habe der Betrieb das Jahr 2020 dennoch mit einem positiven Ergebnis abschliessen können.

Das Bewässern kostete viel Zeit

Für Fabian Bugmann, Förster des Betriebs Mettauertal-Schwaderloch, war das Jahr 2020 durch viele Schäden gezeichnet. Diese zeigten sich durch die Eschenwelke, durch von Sonnenbrand gezeichnete Buchen und Föhren sowie alte, abgestandene Weisstannen. Bugmann sagt:

«Immer wieder haben Böen quer über das Revier Schäden verursacht, deren Behebung viel Zeit gekostet hat.»

Auch der Borkenkäfer habe sich im Revier zu schaffen gemacht. Über 3000 Kubikmeter Holz, rund die Hälfte des normalen Hiebsatzes, musste der Forstbetrieb aus den Waldungen entfernen. Gepflanzt, so Bugmann, habe man tausend neue Bäume. «Aufgrund der Trockenheit mussten wir die Pflanzen zuweilen bewässern, was abermals sehr zeitintensiv war.»