Frick
Positive Bilanz: Die Corona-Isolierstation hat sich bewährt und die Asylunterkünfte entlastet

Der A3-Werkhof in Frick wurde im Frühling 2020 zur Corona-Isolierstation für Asylsuchende umfunktioniert. Bislang waren 180 Personen in der Station untergebracht. Zwar ist die Station derzeit geschlossen, sie kann aber bei Bedarf sofort reaktiviert werden.

Thomas Wehrli
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Bis Ende März 2020 diente der A3-Werkhof als Asylunterkunft, seither als Corona-Isolierstation für Asylsuchende.

Bis Ende März 2020 diente der A3-Werkhof als Asylunterkunft, seither als Corona-Isolierstation für Asylsuchende.

Mario Heller

Es ist ruhig geworden im und um den ehemaligen A3-Werkhof in Frick, der drei Jahre lang als kantonale Asylunterkunft diente und den der Kanton im Frühling 2020 zur Corona-Isolierstation für Asylsuchende umfunktionierte.

«Der Werkhof Frick ist zurzeit nicht in Betrieb», sagt Maria Gares, Mediensprecherin im zuständigen Departement Gesundheit und Soziales, auf Anfrage. Die Isolierstation wurde im Frühling geschlossen; am 21. Mai wurde der letzte Asylsuchende aus der Isolierstation entlassen. Seither ist die Station auf Stand-by. Gares sagt:

«Der Betrieb kann jedoch jederzeit wieder aufgenommen werden.»

Wie lange der A3-Werkhof Isolierstation bleibt, ist ungewiss und hängt vom Verlauf der Coronapandemie ab. Klar ist: Ende 2022 läuft die Nutzungsbewilligung, welche die Gemeinde für die Isolierstation erteilt hat, aus.

105 Personen waren auf der Isolierstation

Insgesamt waren in diesem Jahr 105 Personen in der Isolierstation untergebracht, seit Ausbruch der Pandemie waren es gesamthaft 180. Gares zieht eine positive Bilanz:

«Die Isolierstation hat mitgeholfen, dass während der Coronapandemie der Betrieb der kantonalen Asylunterkünfte ohne nennenswerte Probleme sichergestellt werden konnte.»

Die Isolierstation habe man dank der guten Zusammenarbeit mit den Partnern innert Kürze aufbauen und danach stabil betreiben können. Für die Mahlzeiten ist ­respektive wäre ein regionaler Caterer zuständig, die Betreuung stellt die Securitas sicher und die medizinische Versorgung erfolgt durch Gesundheitsfachpersonal.

Werkhof wird 2023 zur Fahrzeugprüfhalle

In der ersten Coronawelle im Frühling 2020 war noch die Zivilschutzorganisation Oberes Fricktal in der Station im Einsatz. Sie übernahm die Zutrittskontrolle sowie die Verpflegung der Asylsuchenden. Da die kantonale Notlage aber per 19. Juni aufgehoben wurde, war ein nochmaliger Einsatz im Herbst 2020 nicht möglich. Die stationierten Personen haben sich laut Gares gut an die Verhaltensregeln und Hygienemassnahmen gehalten. «Die Massnahme war auf jeden Fall sinnvoll und lohnenswert», bilanziert Gares.

Wie es langfristig mit dem A3-Werkhof, der dem Kanton gehört, weitergeht, ist offen. Die ursprüngliche Idee, im Werkhof das Kantonale Katastrophen Einsatzelement unterzubringen, stiess in der Gemeinde Frick
auf wenig Gegenliebe. Hier findet man den Einsatz des Werkhofs als Materiallager eine Vergeudung einer gut gelegenen ­Fläche – der Werkhof liegt unmittelbar bei der Autobahneinfahrt und an der Schnittstelle der Hauptstrassen nach Brugg und Aarau. Man präferiert deshalb eine gewerbliche Nutzung.

Zumindest mittelfristig wird daraus nichts. Denn: «Während der umfassenden Sanierung der Prüfhalle des Strassenverkehrsamts in Schafisheim werden in den Jahren 2023 und 2024 im Werkhof Frick als Übergangslösung Fahrzeugprüfungen durchgeführt», sagt Giovanni Leardini vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt auf Anfrage. Die zuständigen Grossratskommissionen haben dem 18-Millionen-Kredit für die Sanierung bereits zugestimmt. Das Geschäft wird voraussichtlich im Januar 2022 im Grossen Rat behandelt.