Bauland

Frick kann wachsen: Die «Lammet» wird für 9,9 Millionen Franken erschlossen

(Archiv).

Auf der grünen Wiese kann die Gemeinde Frick im Gebiet «Lammet» ein neues Quartier mit einem Arbeits- und einem Wohnbereich planen.

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In der «Lammet» leben dereinst 350 bis 500 Personen. Mit diesem Entscheid sagen die Fricker ja zum Wachstum. Dennoch gab weniger das Projekt, als die hohe Verschuldung der Gemeinde zu debattieren.

Eine Zahl mutierte an der Gemeindeversammlung in Frick zum Pièce de résistance: 9,9. So viel in Millionen Franken kostet die Erschliessung des Baugebiets «Lammet» hinter dem Bahnhof.

Bereits vor der Versammlung hatten sich Parteien kritisch-fragend (CVP) bis ablehnend (SVP) zum Kreditantrag geäussert.

Infrage gestellt wurde dabei weniger das Projekt (dieses würdigten alle als ausgereift) als der Zeitpunkt der Realisierung: Die Gemeinde hat in den letzten Jahren viel Geld investiert und die Nettoverschuldung pro Kopf hat sich dadurch mehr als verdoppelt.

«Wenn die Gemeinde zehn Millionen Franken auf einmal hinlegen müsste, hätten Sie recht», nahm Baudirektor Thomas Stöckli den Finanzball auf und rechnete vor, dass die maximale Belastung der Gemeinde bei 3,1 Millionen Franken liege.

Dies kommt so: Die Summe wird nicht auf einmal fällig und an den Kosten müssen sich die fünf Grundeigentümer, die das rund neun Hektar grosse Baugebiet besitzen, von Anfang an beteiligen; sie tragen insgesamt 5,7 der 9,9 Millionen Franken. Mit anderen Worten: Bei den günstigen Konditionen, zu denen die Gemeinde Geld aufnehmen kann (der Zinssatz liegt unter einem Prozent), kommt eine maximale Belastung von 30 000 Franken pro Jahr auf die Gemeinde zu.

Stöckli rechnete weiter vor, dass die Gemeinde mit dem Verkauf ihrer eigenen Parzelle in der «Lammet» für zwei Millionen Franken sowie mit den Anschlussgebühren der Grundeigentümer unter dem Strich sogar ein Gewinn von 356 000 Franken einfährt. «Das muss auch so sein», sagte er. «Eine Erschliessung muss sich selber finanzieren.»

Die Zahlen, die den Stimmberechtigten in dieser Form an der Versammlung erstmals präsentiert wurden, sorgten beim einen oder anderen für Stirnrunzeln – und für einige kräftige Voten.

Von einer «irreführenden Darstellung» sprach ein Votant und SVP-Präsident Isidor Bürgi fand es «mehr als störend», wenn während der Versammlung so viele neue Details auftauchten. Und auch Marcus Demmler, Präsident der Finanzkommission, sagte: «Diese Zahlen sehe ich heute so zum ersten Mal.»

Zeitfenster nutzen

Gemeindeammann Daniel Suter entgegnete, die Materie sei «sehr komplex» und könne in der Botschaft an die Stimmberechtigten nur vereinfacht dargestellt werden. Er räumte aber ein: «Im Nachhinein gesehen wäre eine Infoveranstaltung sinnvoll gewesen.»

Auch für den zweiten Kritikpunkt, jenen des Erschliessungszeitpunktes, hielt Stöckli ein Fuder Gegenargumente bereit: Die Grundeigentümer seien solvent, wollten jetzt bauen und Frick benötige ein zusätzliches, familienfreundliches Quartier.

Zudem habe man Ende 2016 ein optimales Zeitfenster für die Erstellung der Lärmschutzwand, da die SBB ohnehin an der Strecke arbeiten. «Der Bau kommt so deutlich günstiger.»

Eine Grundsatzfrage stellte eine junge Frickerin am Schluss der Diskussion in den Raum: «Wollen wir überhaupt derart wachsen?» Die Fricker entschieden sich mit 79:43 für das Wachstum.

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