Frick
Die Aussicht auf ein Stück Normalität behalten: Die Gewerbeschau soll wie geplant durchgeführt werden

Die Macher der Fricker Gewerbeausstellung hatten Glück: Die für 2020 geplante Gewerbeschau wurde im März 2019 auf 2021 verschoben – lange bevor Corona die Schweiz im Griff hatte. Die Ausstellung soll wie geplant im Oktober durchgeführt werden – sie wird nicht nur wegen der Pandemie anders.

Thomas Wehrli
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Auch die Polizei Oberes Fricktal war 2017 mit einem eigenen Stand an der Expo 17 dabei.

Auch die Polizei Oberes Fricktal war 2017 mit einem eigenen Stand an der Expo 17 dabei.

Bild: Horatio Gollin / «Aargauer Zeitung7

Er ist und bleibt Optimist: «Ich glaube fest daran, dass wir die Gewerbeausstellung im Oktober durchführen können», sagt Bernhard Stöckli, OK-Präsident von «Gewerbe vor Ort» in Frick. Die Coronasituation werde sich dank der Impfung bis Mitte Jahr verbessern, ist er überzeugt.

Nicht alle teilen seinen Optimismus. Es gebe auch kritische Stimmen, räumt Stöckli ein. Doch man habe im Vorstand gemeinsam beschlossen, an der Ausstellung festzuhalten.

«Wir wollen die Aussicht auf ein Stück Normalität behalten.»

Die Ausstellung werde anders als die letzte, 2017, räumt der OK-Präsident ein. Das trifft gleich dreifach zu. Zum einen wird die Coronapandemie die Schweiz auch am ersten Oktoberwochenende noch immer beschäftigen. Wenn die Gewerbeschau durchgeführt werden kann, wird es wohl Auflagen geben.

OK-Präsident Bernhard Stöckli.

OK-Präsident Bernhard Stöckli.

Bild: zvg / «Aargauer Zeitung»

«Damit können wir leben», sagt Stöckli. Mit einer Maskenpflicht hätte er wenig Probleme, mit einer Besucherkontingentierung – je nach Umfang – auch nicht. «Hier haben wir den Vorteil, dass die Gewerbeschau ohnehin als Rundgang konzipiert ist.» Schwierig würde es, wenn sämtliche Daten der Besucher erfasst werden müssten.

Neben Welten gibt es nun auch wieder klassische Stände

Anders kommt die Gewerbeschau, zweitens, konzeptionell daher. Die letzten Ausstellungen waren als «Welten» konzipiert; mehrere Aussteller schlossen sich dazu zusammen und bauten eine Gewerbewelt auf. Diesmal wird es daneben auch wieder klassische Stände geben.

Vor allem kleinere Unternehmen seien mit dem Weltenkonzept zum Teil an die Grenzen gekommen, sagt Stöckli. Denn anders als ein Stand erfordert der Aufbau einer kompletten Gewerbewelt viel mehr Kreativität, Zeit und auch Geld. «Aber natürlich sind Welten nicht verboten», fügt Stöckli an. Er weiss von mehreren Unternehmen, die das Konzept beibehalten wollen und auch diesmal gemeinsam eine Welt bauen.

Drittens findet die Gewerbeschau erstmals nicht in der Schulanlage Ebnet statt, sondern auf dem Industrieareal hinter dem Bahnhof. Hier stellen die Firmen Husner AG Holzbau, Stahlton Bauteile AG und Tonwerk Keller AG Hallen zur Verfügung. Stöckli sagt:

«Es ist schön, dass wir mit der Ausstellung nun bei Unternehmen zu Hause sind.»

Das hat für den Veranstalter, Gewerbe Region Frick-Laufenburg, den Vorteil, dass keine zusätzlichen Zelte gemietet werden müssen. Das spart Kosten – und bringt Flexibilität. Entscheiden, ob die Ausstellung durchgeführt wird oder nicht, kann das OK, sollte es die Coronasituation erfordern, auch noch im Juni. Erst dann würden die Rechnungen an die Aussteller verschickt und ab dann fielen Kosten an, so Stöckli.

Hier kommt dem OK auch entgegen, dass sich die Fricker Gewerbeschau stets als Fachmesse verstand und deshalb auf ein Rahmenprogramm weitgehend verzichtet hat. «Damit müssen wir auch keine Akts buchen.»

60 Aussteller haben sich bislang angemeldet

Bislang haben sich 60 Aussteller angemeldet. «Das hat mich positiv überrascht», sagt Stöckli. Man werde nun beim einen oder anderen, der in den letzten Jahren immer dabei war, noch nachhaken. Ziel wären 70 bis 80 Aussteller; bei der letzten Ausstellung, die noch unter der Marke «Expo» firmierte, waren es gut 90 Aussteller.

Stöckli weiss aus Gesprächen und E-Mails: Die meisten Gewerbetreibenden sind froh, dass das OK optimistisch ist und die Ausstellung weiter plant. «Es gibt aber natürlich auch kritische Stimmen», verhehlt Stöckli nicht.

Was wird sich für den Besucher ändern? Stöckli lacht. «Er muss an einen anderen Ort.» Da dürfte der eine oder andere, der Gewohnheit folgend, zur Schulanlage marschieren und dort erstaunt feststellen, dass die Hallen dunkel sind.

Immerhin: Die Parkplätze werden dort sein, wo sie immer schon waren. Auch wird das Postautoangebot am Ausstellungswochenende wiederum erweitert. Stöckli ist überzeugt:

«Der neue Standort direkt beim Bahnhof eignet sich bestens, um mit Bus oder Zug anzureisen.»

Neu werde auch das Erscheinungsbild sein, sagt der OK-Präsident.

Präsentieren wird sich diesmal auch die Gemeinde Frick; sie wird zusammen mit der Polizei Oberes Fricktal, die schon 2017 mit dabei war, einen Stand betreiben – mit Verpflegungsmöglichkeiten. «Ich finde super, dass die Gemeinde mitmacht», freut sich Stöckli.

Üblicherweise führt das Gewerbe Region Frick-Laufenburg alle drei Jahre eine Gewerbeschau durch. Das wäre dann 2020 gewesen. Entschieden, die nächste Ausstellung aufgrund der konzeptionellen Neuausrichtung erst 2021 durchzuführen, hat der Gewerbeverein im März 2019. Da war Corona noch kein Thema.