Wahlen 2020

Franco Mazzi ist ein Macher – und setzt sich im Grossen Rat für die Gemeinden ein

Sie stehen den beiden grössten Gemeinden im Fricktal vor und arbeiten gut zusammen: Franco Mazzi (links) ist Stadtammann von Rheinfelden, Fredy Böni Gemeindeammann von Möhlin.

Sie stehen den beiden grössten Gemeinden im Fricktal vor und arbeiten gut zusammen: Franco Mazzi (links) ist Stadtammann von Rheinfelden, Fredy Böni Gemeindeammann von Möhlin.

Der Rheinfelder Stadtammann sitzt seit 2013 im Aargauer Kantonsparlament. Ob er bei den Wahlen im Herbst nochmals antritt, lässt er offen.

Er gehört zu den einflussreichsten Politikern im Fricktal: Franco Mazzi, 60. Seit 2006 ist er Stadtammann von Rheinfelden und führt die bevölkerungsmässig grössten Gemeinden im Fricktal mit sicherer Hand. Er hat massgeblich dazu beigetragen, dass das Zähringerstädtchen heute da steht, wo es steht – prosperierend und finanziell kerngesund.

Auch im Grossen Rat, dem Franco Mazzi seit 2013 angehört, hört man auf den FDP-Politiker. Er gilt als bedachter und austarierender Politiker. So verwundert es auch nicht, dass er sich – anders als viele Grossratskollegen – noch nicht festlegen will, ob er im Herbst zu den Erneuerungswahlen nochmals antritt. «Der Entscheid für oder gegen eine Wiederkandidatur ist noch nicht gefallen», sagt er. Es stünden Gespräche mit den Leitungsgremien der Bezirkspartei an. «Die FDP-Bezirkspartei wird in den Monaten Mai und Juni nominieren.»

Als Stadtammann weiss Mazzi nur zu gut, wie eng das Prosperieren, das Vorwärtskommen mit den (finanziellen) Ressourcen verzahnt ist. Im Kanton war hier in den letzten Jahren Sand im Getriebe; Mazzi spricht von einer «bedrohlichen Finanzsituation des Kantons» in der laufenden Legislatur, die noch bis Ende Jahr dauert.

Konsequenz daraus seien Kostensenkungsprogramme und Optimierungsanstrengungen in der ersten Hälfte der Legislatur gewesen. «In der zweiten Hälfte zeichnen sich Wirkungen daraus ab; die Nationalbankausschüttungen und ausserordentliche Erträge haben die Situation verbessert.»

Die Interessen der Gemeinden im Blick

Als Stadtammann will Mazzi im Grossen Rat besonders die Interessen der Gemeinden vertreten, sieht seine Aufgabe, wenn man so will, durchaus auch anwaltschaftlich. Hier kann er eine positive Legislatur-Zwischenbilanz ziehen.

«Gesetze, die neu entstanden, sind grösstenteils so beschaffen, dass ihre Wirkung oder Umsetzung in den Gemeinden akzeptabel und praktikabel sind», bilanziert er. Dabei diene ihm auch der Einsitz im Vorstand der Gemeindeammänner-Vereinigung des Kantons, in dem zahlreiche Grossrätinnen und Grossräte mit Gemeindehintergrund mit dabei seien.

Nicht ganz glücklich ist Mazzi mit der Regelung im neuen, verschärften Kantons- und Gemeindebürgerrecht, über das die Aargauer am Sonntag abgestimmt haben und das sie mit 64,8 Prozent angenommen haben.

Neu darf jeder, der den Schweizer Pass will, vor der Gesuchseinreichung zehn Jahre lang keine Sozialhilfe bezogen haben. «Aus reiner Gemeindesicht wären fünf Jahre ohne Sozialhilfebezug vor der Gesuchseinreichung zur Einbürgerung deutlich praktikabler gewesen», sagt Mazzi.

Zusammenhalt der Fricktaler ist ausgezeichnet

Den Zusammenhalt der Fricktaler Grossräte erlebt Mazzi in den letzten Jahren bei wichtigen regionalen Fragen als ausgezeichnet. Seine Bilanz für das Fricktal fällt denn auch positiv aus: «Die für das Fricktal wesentlichen Entscheide wurden dank starkem Zusammenhalt der Fricktaler Grossrätinnen und Grossräte und aktiver Überzeugungsarbeit in den einzelnen Fraktionen alle im Sinne des Fricktals entschieden», sagt er.

Heute steht das Fricktal für Mazzi als wichtige Wirtschaftsregion des Kantons da. «Eine starke Wirtschaftsentwicklung in den vergangenen Jahren und ausgezeichnete Zukunftsaussichten insbesondere auch des so bedeutenden Life Science-Clusters sind dafür verantwortlich», sagt er.

Es seien aber auch in anderen Branchen innovative neue Firmen und Arbeitsplätze entstanden und zahlreiche bestehende Firmen hätten sich gut auf die Zukunft eingestellt, so Mazzi. «Dies zeigt nicht zuletzt auch die Tatsache, dass 2020 die beiden Fricktaler Bezirke zusammengenommen 2,5 Millionen Franken mehr in den kantonalen Finanzausgleich einzahlen als erhalten.»

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

Meistgesehen

Artboard 1