Schupfart-Festival
Fans von 6 bis 60 waren von Bligg und Gotthard hingerissen

Die Pop-Rock-Night des Schupfart-Festivals lockte das Publikum zahlreich ins Fricktal. Die Superstimmung der Zuschauer begeisterte auch die Musiker.

Hans Christof Wagner
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Markenzeichen Bart - Bligg bewies seine grosse musikalische Bandbreite.

Markenzeichen Bart - Bligg bewies seine grosse musikalische Bandbreite.

zvg

Bei der Pop-Rock-Night des Schupfart-Festivals am Freitag bewies ein bärtiger Mann, dass er wieder topfit ist: Bligg. Und Gotthard lieferte einmal mehr eine ehrliche Rock-Show ab. «Meine Fans sind zwischen 6 und 60 Jahre alt. Und so versuche ich, allen auch ein Erlebnis zu bieten», hat Bligg einmal gesagt. Und das hat sich auch wieder beim Schupfart-Festival bewahrheitet. Vor der Bühne sammelten sich die Papis, die den Nachwuchs auf die Schultern hoben. Mamis filmten das Ereignis mit. Und so mancher im Publikum glich dem Künstler ziemlich genau: sauber gestutzter Bart und das Haar akkurat gescheitelt.

Bligg – nach der Premiere 2011 spielte er das zweite Mal im Fricktal live. Und es war ein Erlebnis, den von seinem Sprunggelenk-Bruch Genesenen auf der Bühne mitzuerleben.

Der 37-Jährige hat sich immer geweigert, in Schubladen gesteckt zu werden. Er hat Hip-Hop schon mit Schweizer Volksmusik kombiniert. Und das tat er auch am Freitagabend in Schupfart wieder. Gleich zu Beginn des Auftritts gaben die Akkordeonspieler alles, standen am Bühnenrand und bogen sich vor Begeisterung. Für so viel Experimentierfreudigkeit hat ihn die Kritik gescholten. Aber die Zahl seiner Fans ist damit gewachsen. Weil er den Kurs immer wieder ändert und nicht stehen bleibt.

Bligg mag als Rapper begonnen haben und ist dem noch immer treu. Doch seine Musik ist melodiöser geworden. Beim Festival haben dazu die beiden Background-Sängerinnen beigetragen, die auch live ins Mikro jodelten. Mal war Bligg omnipräsent, mal war er Teamplayer. Aber immer hatte er sein Publikum im Griff, bewies er seine Meisterschaft in der Kommunikation mit ihm. Wozu auch Sätze beitrugen wie: «Ihr seid das beste Publikum der Welt», «Die Superstimmung hier heute Abend ist der Grund, warum wir Musik machen» und «Ich fühl mich hier total wohl».

Wohl fühlten sich auch die Mitglieder der Rockband Gotthard. Das ist kein Wunder, sind sie doch in Schupfart alte Bekannte, schon das zehnte Mal dabei.

Erst das zweite Mal stand der neue Sänger Nic Maeder in Schupfart auf der Bühne. Dass er seinem tödlich verunglückten Vorgänger Steve Lee ein würdiger Nachfolger ist, bewies der Australo-Schweizer schon bei seiner Premiere im Fricktal im Jahr 2012. Maeder animierte am Freitagabend das Publikum zum Klatschen und Mitsingen. Er marschierte den Bühnenrand entlang, stemmte den Mikrofonständer in die Höhe und schwang seine langen Haare mit Inbrunst. Das Publikum ging mit dem Frontmann begeistert mit.

Doch die Jungs, mit den Songs ihres neuesten Albums «Bang» im Gepäck, mussten auf die Uhr schauen. Sie hatten nur eine kurze Nacht vor sich, brachen sie doch am frühen Samstagmorgen zu einer Tournee nach Japan auf.