Fricktal

«Es ist jetzt alles komplizierter» – Velohändler stehen vor neuen Herausforderungen

Berät derzeit zum Thema Veloservice viel übers Telefon: Daniel Waldmeier, Geschäftsführer von Wernli Sport in Frick.

Berät derzeit zum Thema Veloservice viel übers Telefon: Daniel Waldmeier, Geschäftsführer von Wernli Sport in Frick.

Die Werkstätten der Velohändler dürfen trotz Corona geöffnet haben – die Arbeit aber bringt Herausforderungen.

Alle Detailhändler ausser Lebensmittelläden, Apotheken und Tankstellen haben seit rund zwei Wochen zu. Das bundesrätliche Gebot gilt auch für Velohändler. Allerdings mit einer Ausnahme: Deren Werkstätten nämlich dürfen weiterhin offen haben. Und so sagt Daniel Waldmeier, Geschäftsführer von Wernli Sport in Frick, denn auch: «Wir haben es im Moment ziemlich streng.» Das gute Wetter und die steigenden Temperaturen locken die Menschen trotz oder gerade wegen Corona auf die Velos – sei es für eine Ausfahrt am Wochenende oder den Weg zur Arbeit. «Viele merken bei der ersten Fahrt, dass das eine oder andere Teil an ihrem Velo vielleicht nicht mehr ganz so rund läuft und melden sich dann bei einem Velohändler», sagt Waldmeier.

Die Nachfrage sei derzeit zwar nicht ganz so gross wie in einem «normalen» Frühling, sagt Waldmeier. Aber: «Jeder Auftrag ist dafür etwas komplizierter und aufwendiger.» Das fängt schon bei der Entgegennahme an. Die Verkaufsfläche im Sportladen ist abgesperrt, Kunden dürfen nur den Eingangsbereich betreten und auch das nur einer nach dem anderen. So habe sich vor dem Laden sogar schon eine Schlange gebildet, erzählt Waldmeier lachend. «Wir haben die Kunden dann draussen auf dem Parkplatz bedient – natürlich unter Einhaltung der Abstandsregel.»

Auch die Werkstatt ist für die Kunden tabu. «Wir versuchen, den direkten Kontakt möglichst zu minimieren», sagt Waldmeier. Viele Abklärungen und Beratungen zum Veloservice würden deshalb bereits telefonisch vorgenommen. Auf Wunsch holt das Team Velos auch direkt beim Kunden ab oder liefert sie nach der Reparatur wieder aus. «Das braucht aber natürlich alles seine Zeit», sagt Waldmeier. Derzeit sei das Sportgeschäft für rund sieben Tage ausgebucht. «Kleinere Aufträge erledigen wir wann immer möglich zwischendurch. Aber es ist sicherlich etwas Geduld gefragt», sagt Waldmeier. Wobei die Kundschaft bisher sehr verständnisvoll auf die Situation reagiere.

Der Verkauf gestaltet sich schwierig

Noch schwieriger gestaltet sich die Situation im Bereich Verkauf. Lediglich 20 Prozent des normalen Umsatzes würde derzeit erzielt, schätzt Waldmeier. Eine gewisse Nachfrage sei zwar da. Ein Beratungsgespräch vor Ort samt Probefahrt aber ist derzeit undenkbar. «Auch hier versuchen wir deshalb, so gut wie möglich telefonisch zu beraten», sagt Waldmeier.

Offerten verschickt das Sportgeschäft ausserdem samt Fotos von den Velos. Der eine oder andere Verkauf kam so in den vergangenen Tagen schon zu Stande. Die verkauften Velos wurden den Kunden dann ohne grosse Erklärung übergeben. «Das entspricht eigentlich nicht unseren Ansprüchen. Aber derzeit geht es halt nicht anders. Sollten die Kunden jedoch Fragen haben, dürfen sie sich jederzeit bei uns melden», sagt Waldmeier.

Er versteht es natürlich, dass nicht alle Kunden unter diesen Umständen ein Velo kaufen möchten. Trotzdem bleibt er zuversichtlich: «Ich hoffe und glaube, dass die Kunden den Kauf einfach verschieben und nach der Krise wieder bei uns vorbeischauen.»

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

Meistgesehen

Artboard 1