Kaiseraugst
Ernst Frey AG: Es begann mit einem kleinen Kieswerk

Die Ernst Frey AG, Kaiseraugst/Augst, feiert das 100-Jahr-Jubiläum. 1912 wurde das renommierte Bauunternehmen gegründet. Heute beschäftigt die Firma rund 400 Mitarbeitende.

Walter Christen
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Die Ernst Frey AG feiert das 100-Jahr-Jubiläum
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Das neuere, inzwischen aber auch bereits wieder abgebrochene Betonwerk
Früher wurde der so genannte Gumpesel beim Strassenbau eingesetzt
Bauequipe der Ernst Frey aus alten Zeiten
Eine von früher erhalten gebliebene Material-Aufbereitungsmaschine
Bitumenaufbereitung früher
Das neue Betonwerk in Kaiseraugst
Das alte Betonwerk
Ernst Frey-Baumgartner, der Gründer des Baugeschäfts
Das Motorschiff MS Bern bringt Kies aus dem Elsass auf dem Rhein nach Kaiseraugst
Strassenbau mitten in Liestal anno dazumal

Die Ernst Frey AG feiert das 100-Jahr-Jubiläum

Walter Christen

Auf den Strassen im Fricktal und in der übrigen Nordwestschweiz ist die Ernst Frey AG präsent: Maschinen und Abschrankungen auf Baustellen sind entsprechend angeschrieben. Aber das 100-jährige Unternehmen verfügt nebst dem klassischen Strassen- und Tiefbau noch über zwei weitere Standbeine: Baustoffe (Kies, Beton und Belag) und Hochbau/Kundenbetriebe.

Es begann mit einem kleinen Kieswerk

Was damals mit einem kleinen Kieswerk auf grüner Wiese begann, hat sich bis heute zu einem renommierten, kompetenten und leistungsfähigen Bauunternehmen mit rund 400 Mitarbeitenden entwickelt. Das Geheimnis des Unternehmens, das in all den Jahren und Jahrzehnten eine bewegte Geschichte hinter sich gebracht hat, umschreibt Verwaltungsratspräsident Ernst Frey-Burkard wie folgt: «Erstens ist unser Geschäft immer in der Familie geblieben und zweitens steht bei uns immer der Mensch im Mittelpunkt. Wir tragen Sorge zu unseren Mitarbeitenden.» Und der Vizepräsident des Verwaltungsrats, Simon Schmid-Brugger, ergänzt: «Wir haben stets Mass gehalten und die Verbundenheit der beiden Familien zur Firma aufrechterhalten.»

Vor 100 Jahren gründete Ernst Frey-Baumgartner das Bauunternehmen Ernst Frey, Strassenbau & Walzbetrieb. Bei der Firma Ammann in Langenthal bestellte er eine Steinbrech- und Sortieranlage, die am heutigen Standort des Hauptsitzes aufgebaut wurde. Wie aus der Firmengeschichte hervorgeht, versorgte das Kleinunternehmen mit Ross und Wagen die ständig wachsende Kundschaft von Basel bis ins obere Baselbiet und ins Fricktal mit Sand, Kies und Schotter. Schon kurz nach der Gründung kaufte Ernst Frey die ersten Lastwagen, darunter Occasionen der Brauerei Feldschlösschen in Rheinfelden, die er mit viel Pioniergeist und Sinn fur Funktionalität zu Kipperfahrzeugen umbaute.

Es kamen Dampfwalzen dazu und bereits in den 1920er-Jahren wurden erste Teerarbeiten ausgeführt. 1930 konnte die erste Belagsaufbereitungsanlage angeschafft werden: «Es waren acht Mann nötig, um in einer Stunde acht Tonnen Belag herzustellen. Heute produzieren in unserem modernen Werk Rinau zwei Mann zweihundert Tonnen in der Stunde», erfuhr die az Aargauer Zeitung vom Verwaltungsratspräsidenten Ernst Frey-Burkard.

1945 verschied der Firmengründer im Alter von erst 57 Jahren. Sein Sohn Ernst Frey-Bürgi übernahm die Leitung des Geschäfts, das 1957 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und 1963 auf Ernst Frey AG umbenannt wurde. In der Hochkonjunktur ging es Schlag auf Schlag: 1965 nahm man in Kaiseraugst das Kieswerk Rinau, damals die modernste Anlage in der Schweiz, zusammen mit dem ersten Frey-Betonwerk, in Betrieb. Anfang der 1970er-Jahre erfolgte mit einer Partnerfirma die Eröffnung des Belagswerks Rinau.

Ernst Frey-Burkard, während Jahren als Grossrat in Aarau tätig, übernahm 1980 die Geschäftsführung und präsidiert seit 1990 auch den Verwaltungsrat. Mit der Übernahme der Hochbaufirma Helfenstein + Natterer AG wagte die Ernst Frey AG 1982 den Einstieg in den Hochbau.

Kiesanlieferung per Schiff auf dem Rhein

Inzwischen gibt es eine Schiffsanlegestelle am Rhein, wo das aus dem Elsass herbeitransportierte Kies gelöscht wird. Seit 2009 verfügt das Unternehmen über ein neues Verwaltungsgebäude und derzeit ist man daran, das Belagswerk Rinau abermals zu modernisieren. „Es ist ein revolutionärer Umbau vorgesehen. Insbesondere, was die Öko-Effizienz anbelangt, soll es einen weiteren Quantensprung geben", war von Verwaltungspräsident Ernst Frey zu erfahren.