Als symbolischen Akt der Einweihung der drei Neubauten in der J. C. Hausstrasse schnitten MBF-Geschäftsleiter Jean-Paul Schnegg, Stiftungsratspräsidentin Ursula Brun-Klemm, Regierungsrat Alex Hürzeler und Architekt Rafael Schmid (Schmid Ziörjen Architekten, Zürich) unter grossem Applaus der geladenen Gäste ein rotes Band vor einem der neu angelegten Innenhöfe durch. Brun-Klemm und Gemeindeammann Beat Käser enthüllten vor den Gebäuden als Geschenk der Gemeinde eine Stele, die Informationen zur historischen Persönlichkeit Johann Christoph Haus vermittelt. Schnegg forderte die Zuhörer auf, die neuen Wohn- und Atelierbebauung auf eigene Faust zu erkunden.

Die Einweihung der Überbauung Widacher feierte die Stiftung Menschen mit Behinderung Fricktal (MBF) mit einem zweitägigen Einweihungsfest, das seinen Auftakt am Samstag mit der festlichen Einweihung der Neubauten hatte. Schon 2010 hatte sich abgezeichnet, dass der Bedarf an Wohn- und Beschäftigungsplätzen für ältere Menschen mit Behinderung steigt, führte Brun-Klemm aus.

Spatenstich im Mai 2017

Im Mai 2017 war der Spatenstich für das 30 Millionen Franken teure Projekt erfolgt, das nach dem gleichnamigen Areal Widacher heisst. Seitens der Bewohner erklärte Martin Weiss, dass sich diese auf den Umzug in die neuen Häuser freuten. Brun-Klemm ergänzte, dass das alte Wohnheim nach dem Umzug unverzüglich für neue Bewohner saniert und umgebaut werden soll.

Schon 1988 hatte MBF das rund 3800 Quadratmeter grosse Gelände Widacher erstanden, erinnerte sich Schnegg. Bis die Planungen konkret wurden, zogen aber noch einige Jahre ins Land. Am finalen Planungswettbewerb hatten sich sieben Firmen beteiligt. «Nach dem Festwochenende werden die letzten Arbeiten ausgeführt und Anfang Juni ziehen dann die Bewohner ein», sagte Schnegg. Und Ende Juni können die Mitarbeiterbüros bezogen werden. Zusammen mit einer ortsansässigen Firma wurden zudem ein gemeinsames Parkhaus und eine Lagerhalle errichtet. Schmid ergänzte, dass in den Innenhöfen der in Ost-West-Richtung ausgerichteten Häuser Aufenthaltsmöglichkeiten für die Bewohner geschaffen worden waren.

Die offizielle Einweihung der drei Gebäude mit 38 Wohnplätzen und 18 Beschäftigungsplätzen umrahmte die Musikgesellschaft Gipf-Oberfrick musikalisch. Zahlreiche Gemeindeammänner aus dem Fricktal waren gekommen. Regierungsrat Alex Hürzeler betonte die hohe Qualität der Arbeit der Stiftung. Als Vorsteher des Departements Bildung, Kultur und Sport lobte er, dass im Fricktal mit der Stiftung MBF nur eine Organisation mit der Betreuung und Unterstützung von Erwachsenen mit geistiger Behinderung befasst sei, wodurch sich die Zusammenarbeit sehr erleichtere. Gemeindeammann Beat Käser stellte fest: «Alles, was mit MBF zu tun hat, hat mit Menschen zu tun.» Für den Mitarbeiterrat erklärte Willi Solbert: «Ich finde es sehr gut, dass wir mehr Raum bekommen. Der Neubau ist eine Wertschätzung für die Bewohner.»