Gansingen

Eine Premiere vor vollem Haus – mit allem, was Theater packend macht

Wussten auf der Bühne zu überzeugen: Raphael Steinacher und Barbara Hollinger.

Wussten auf der Bühne zu überzeugen: Raphael Steinacher und Barbara Hollinger.

Der Gansinger Theaterverein sorgt mit der Komödie «Hoch lebe Ned!» für Kurzweiligkeit und viele Lacher.

Es ist schon gemein: Da spielt ein Mann ein Leben lang Lotto, doch als er endlich den Hauptgewinn erzielt, ist er tot. Hört sich nicht lustig an, ist es aber in der Komödie des Theaters Gansingen, die am Samstag Premiere vor vollem Haus hatte.

Mit «Hoch lebe Ned!» ist dem Verein eine Aufführung gelungen, die sicher als einer der Glanzpunkte, seit dessen Bestehen, eingeht. Es ist alles da, was packendes Theater ausmacht: ein engagiertes und couragiertes Ensemble mit spürbarer Freude am Schauspiel, ein nur scheinbar einfaches Bühnenbild, das sich früh als clever geplant und gemacht erweist, und natürlich die Musik. Die liefert live das Quartett Sanysaidap, jedoch nicht beiläufig, sondern als festen Bestandteil der Handlung.

Ein paar Geräusche aus der Konserve sind zwar schon im Spiel – Möwengeschrei, Hubschraubergeknatter –, aber sonst ist alles echt. Das Stück handelt in dem kleinen Dorf Tullymore an Irlands Küste und erzählt die Geschichte von einem Lottogewinn, den ein Herr namens Ned erzielt. Nun ist schnell bekannt, dass der Lottogewinner jemand aus dem Dorf ist, aber nicht, um wen es sich handelt. Jeder und jede kommt in Frage: der Schweinehirt, weil er plötzlich mit einer fetten Goldkette erscheint, der Pubbesitzer, die Kioskverkäuferin, gar der Pfarrer und so fort. Nachdem William und sein Kumpel Charles, herrlich gespielt von Markus Streit und Jules Steinacher, feststellen, dass Ned aus dem Leben geschieden ist, nimmt die Komödie richtig Fahrt auf.

Regisseur Robert Oeschger hat die Rollen optimal verteilt. Barbara Hollinger als alleinerziehende Mutter Mary überrascht mit einer Solo-Gesangseinlage, ebenso David Oeschger, der wie ein Dubliner «Dirty Old Town» zum Besten gibt. Überhaupt wird viel und gut gesungen, es kommt authentisch irische Feststimmung auf.

Die Bühne befindet sich häufig im Wandel

Vereinspräsidentin Katharina Streit gibt ein währschaftes Räf, während Daniela Boutellier als Betsy einmal sternhagelvoll für Lacher sorgt. Auch die anderen Akteure – Jürgen Grabbe, Annelies Oeschger, Thomas Leu, Matthias Moser, Thomas Hollinger, Mareike Götzelmann und Beda Denkinger – haben sich ihre Rollen quasi einverleibt. Was auch auf den Jüngsten auf der Bühne zutrifft: Der elfjährige Raphael Steinacher macht einen prima Job. Die Inszenierung ist kurzweilig, überlange Szenen gibt es nicht.

Die Bühne befindet sich häufig im Wandel. Einmal besteht sie aus zwei Häusern, in anderen Szenen blicken die Zuschauer ins Innere eines Pubs oder einer Stube. Und über allem schwebt eine romantische Liebesgeschichte.

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