Eiken

Eine bäumige Freundschaft: Eiken empfängt Eichen-Dörfern aus Nachbarsländer

Stefan Grunder hält den Quilt, ein Geschenk aus Belgien.

Stefan Grunder hält den Quilt, ein Geschenk aus Belgien.

125 Personen aus Eicken-Bruche (Deutschland), Eecke (Frankreich) und Eke (Belgien) waren zu Besuch in Eiken (Schweiz),

Die Stimmen der Redner am Empfang im Gemeindehaus am Samstagvormittag waren noch etwas brüchig vom Feiern abends davor. Die Gedanken waren aber klar auf den hohen Wert der Zusammenkunft fokussiert.

«Mir ist es sehr wichtig, dass die Tradition des Vier-Dörfer-Treffens weiterlebt», erklärte Eikens Gemeindeammann Stefan Grunder. Als eine Delegation von Eiken im Sommer 2017 zu Gast in der belgischen Partnergemeinde Eke war, sei ihm klar gewesen, dass dieses Treffen unbedingt weitergeführt werden müsse.

Denn: «Die Freundschaften über die Landesgrenzen sind uns allen sehr viel wert», so Grunder. Dass diese Freundschaften funktionieren, würden die 125 privat untergebrachten Gäste bestätigen, die die Einladung nach Eiken angenommen haben.

Seit 1965 besteht die grenzüberschreitende Partnerschaft zwischen Eicken-Bruche (Deutschland), Eiken (Schweiz), Eecke (Frankreich) und Eke (Belgien). Eicken-Bruche ist ein Ortsteil der Stadt Melle in Niedersachsen, Eke in Belgien ist ein Ortsteil der Gemeinde Nazareth in Ostflandern, die Gemeinde Eecke liegt ganz im Norden im Gebiet von Französisch-Flandern.

Die Treffen finden alle zwei bis drei Jahre statt – letztmals 2017 in Belgien. Eiken war zuletzt 2010 Gastgeber. Am längsten dabei ist Ekes Bürgermeister Danny Claeys: 1969 nahm er als 14-Jähriger erstmals an einem Vier-Dörfer-Treffen teil. «Während 50 Jahren habe ich nie aufgehört, neue Freundschaften zu besiegeln», so Claeys. Er schätze «die Solidarität und die Zusammengehörigkeit», sagte er am von der Musikgesellschaft Eiken umrahmten Empfang.

Ähnlich äusserte sich Stephan Leiwe, Leiter der deutschen Delegation: Das Treffen sei nach dem 2. Weltkrieg «aus dem Wunsch nach einem geeinten Europa entstanden». Leiwe erinnerte an den Initiator der Partnerschaft, den Eickener Gerhard Granz. In Eiken dabei waren Jacques Nuns, Bürgermeister von Eecke, sowie Melles Bürgermeister Reinhard Scholz. Alle brachten Geschenke mit: Nuns unter anderem eine Glocke, Claeys einen Quilt, Scholz und Leiwe Feuerwürfel. Die Gastgeber hatten einen Vier-Dörfer-Treffen-Wein und die neue Gemeindechronik parat.

Organisiert hatten das Treffen innert 18 Monaten Annalea Gysin, Georges Collin, Tanja Brogle, Daniel Saridis, Daniel Elmiger und Stefan Grunder. Die Ehrenbürger Yvonne John, Georges Collin, Toni Schwarz und Kurt Riner hatten zu dem Treffen in Eiken eine Vier-Dörfer-Fahne gespendet. Am Samstagnachmittag konnten die Gäste wahlweise die Holzverarbeitungsfabrik Häring & Co. AG besichtigen, mit der Jagdgesellschaft das Jagdgebiet Eiken/Schupfart genauer unter die Lupe nehmen oder auf einen historischen Entdeckungsspaziergang durch Eiken gehen. Am Abend wurde weitergefeiert.

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