Hornussen

Eine Ausstellung wie ein Basar: Feilschen führt zu Gesprächen über die Bilder

Christian Wittenwiler stellt in Hornussen aus.

Christian Wittenwiler stellt in Hornussen aus.

Kunstmaler Christian Wittenwiler zeigt seine Werke drei Tage lang im Weingut Fürst in Hornussen. Ursprünglich wollte er sogar inmitten der Reben ausstellen.

Für die Ausstellung hat Christian Wittenwiler (77) das Weingut Fürst an der Stiftshalde in Hornussen ausgesucht – ein ungewöhnlicher Ort, für den der passionierte Maler sich entschieden hat, nachdem er seine Bilder ursprünglich in den Reben zeigen wollte. Kein Witz: «Zuerst wollte ich im Herbst im Rebberg ausstellen, aber Daniel Fürst hat dann vorgeschlagen, die Bilder in einem geschlossenen Raum zu zeigen», erklärt Wittenwiler.

Ungewöhnliche Orte sind für ihn kein Tabu, im Gegenteil. Wittenwiler hat schon immer den besonderen Ort für seine Bilder gesucht. So hat er Open-air-Ausstellungen in Möhlin, in der Marktgasse in Rheinfelden und am City-Märt in Aarau durchgeführt. Auch die historische Holzbrücke in Bad Säckingen oder die Laufenbrücke in Laufenburg nutzte er schon als Schauplatz – «wo das Volk ist», sagt er.

«Die Ausstellung ist wie ein Jahrmarkt»

Nun also «königliche Bilder auf fürstlichem Weingut zu Basarpreisen». Zu Basarpreisen? Auch das ist kein Witz. «Die Ausstellung ist wie ein Jahrmarkt, ein Basar eben», so Wittenwiler. «Ich mache die Preise, aber man kann mit mir feilschen.» Das ungewöhnliche Konzept habe er vor 15 Jahren zum ersten Mal umgesetzt, «damals war das ein guter Erfolg», blickt er zurück.

Wittenwiler hat zwar kein Interesse daran, seine Bilder billig zu «verscherbeln», dafür sind sie denn doch wieder zu gut gemacht. Aber eine Verhandlung über einen Preis führt zu Gesprächen, die unter anderen Umständen vielleicht nicht zu Stande kommen. Überdies ist Wittenwiler keinem Galeristen verpflichtet. Er behält quasi die Hoheit über seine Bilder und kann damit machen, was für ihn vertretbar ist.

Christian Wittenwiler ist einer der letzten, die in der Schweiz die Handlithografie gelernt haben. In Möhlin führte er von 1972 bis Ende 1991 eine auf Fotosatz und Reprotechnik spezialisierte Firma. Nach deren Verkauf 1992 wurde er zum «Kunstmacher», wie er sich selber bezeichnet.

Sein Faible für die Malerei liegt aber weiter zurück. 1960 hat er mit Appenzeller Bauernmalerei in der Freizeit begonnen, aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit aber 20 Jahre lang weitgehend zurückgesteckt. In den 1990er-Jahren aber legte er richtig los und vertrat die Schweiz unter anderem als Gastmaler an der Internationalen Gastronomie-Messe in Dijon.

Sein Repertoire umfasst neben Landschaften auch Porträts sowie abstrakte Malerei. Wittenwiler hat Max Frisch porträtiert, Donald Trump, Papst Franziskus, den Dalai Lama und viele mehr. Er bezeichnet sie als «abstrahierte Grindli», fügt aber hinzu: «Eigentlich sollte man sie alle kennen.»

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