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Ein Generationenprojekt? Rheinfelden wirbt für eine neue Brücke

In Sisseln ist im Richtplan ein Rheinübergang eingetragen – bis er realisiert werden könnte, ist es aber noch ein weiter Weg.

In Sisseln ist im Richtplan ein Rheinübergang eingetragen – bis er realisiert werden könnte, ist es aber noch ein weiter Weg.

Kanton initiiert grenzüberschreitende Zusammenarbeit – Sisseln ist im Richtplan als Standort vorgemerkt.

Vor gut zehn Jahren wurde die Autobahnbrücke in Rheinfelden eröffnet. Das Verkehrsaufkommen ist seither gewachsen, mittlerweile nutzen rund 10,5 Millionen Fahrzeuge jährlich den Rheinübergang. Bei der Planung war man noch von 3,5 Millionen Autos ausgegangen.

Nicht zuletzt diese Tatsache lässt die beiden Rheinfelden aktiv werden. Sie wollen im kommenden Jahr eine weitere Rheinbrücke am Hochrhein vorantreiben. Laut Stadtammann Franco Mazzi haben die Schwesterstädte sowohl die ihnen übergeordneten Behörden als auch die Hochrheinkommission bereits über ihr Anliegen orientiert.

«2017 werden die beiden Rheinfelden zu einem Anlass einladen, an dem dieses Thema aufgenommen wird und mögliche Lösungen gesucht werden», stellt Mazzi in Aussicht. Für seinen deutschen Amtskollegen, Oberbürgermeister Klaus Eberhardt, ist zudem wichtig, dass auch in der Bevölkerung Akzeptanz geschaffen wird.

Einen möglichen Brückenstandort nennen weder Mazzi noch Eberhardt. «Es wäre verfrüht, jetzt schon über Standortfragen zu diskutieren», so der Oberbürgermeister. Wichtig sei, dass auf beiden Rheinseiten die Bedeutung einer neuen Brücke erkannt und in einem gemeinsamen Verkehrsmodell ein möglicherweise machbarer Standort evaluiert werde.

Neben den aktuellen Verkehrszahlen – laut dem Kanton hat der grenzüberschreitende Verkehr im Fricktal in den letzten sieben Jahren um rund einen Drittel zugenommen – hat auch eine Studie der Internationalen Bauausstellung (IBA) zum Wunsch nach einem neuen Rheinübergang beigetragen. Im Korridor zwischen Basel und Waldshut gebe es «erhebliche Chancen auf ein weiteres Wirtschafts- und Siedlungswachstum», so Eberhardt.

Kanton will Planung anstossen

Beim Kanton fällt der Wunsch nach einer zusätzlichen Rheinbrücke auf fruchtbaren Boden. Langfristig plane man neue Rheinübergänge, sagt Götz Timcke von der Verkehrsplanung der kantonalen Abteilung für Verkehr.

Zwei Standorte seien bereits als Vororientierung im Richtplan eingetragen: Koblenz und Sisseln. Aktuell seien in Sisseln eine Autobahn- wie auch eine Kantonsstrassen-Brücke denkbar, so Timcke weiter.

«Wir müssten beide Varianten prüfen.» Derzeit sei der Kanton daran, eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu initiieren. «Ab nächstem Jahr möchten wir die Planungen anstossen.» Die nächsten Schritte wären dann eine Zweckmässigkeitsbeurteilung und –  falls diese positiv ausfällt – eine Richtplananpassung.

In Sisseln selber stösst ein neuer Rheinübergang laut Gemeindeammann Rainer Schaub «eher auf wenig Gegenliebe». Es sei jedoch «kein wirklich diskutiertes Thema».

Einen Zeitplan gibt es noch nicht. Dass eine Realisierung lange dauert, ist aber allen Beteiligten klar. Zu einem «Generationenprojekt» könne eine solche Brücke werden, sagt Götz Timcke und in den beiden Rheinfelden heisst es, im Regelfall brauche die Umsetzung solcher Projekte etwa 25 Jahre. Eberhardt geht aber davon aus, dass es bei einem «grossen Konsens und guten planerischen Vorbereitungen» Chancen auf eine schnellere Umsetzung gibt. «Hierfür möchten beide Rheinfelden werben.»

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