Frick
Ein ganzer «Chratten» voller lüpfig-frischer Volksmelodien

«Hanneli Musig» legte musikalischen Stopp im Kornhauskeller ein. Sie präsentierten ihrem begeisterten Publikum eine Fülle von volkstümlicher Melodien. Im zweiten Konzertteil durften die Zuhörer wünschen, was die «Hannelis» spielen sollen.

Ingrid Arndt
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Die «Hannelis» offerieren ihren Zuhörern im Kornhauskeller einen grossen Strauss an Volksmusik. ari

Die «Hannelis» offerieren ihren Zuhörern im Kornhauskeller einen grossen Strauss an Volksmusik. ari

Ingrid Arndt

Auf ihrer Jubiläumstournee gastierte die bekannte Schweizer Volksmusikformation «Hanneli Musig» mit Dani Häusler (Klarinette), Johannes Schmid-Kunz (Violine), Fabian Müller (Cello, Bratsche), Christoph Mächler (Bass, Gitarre, Tuba), Ueli Mooser (Percussion, Gitarre, Sax) und Franz Gehrig (Akkordeon) erstmalig im Kornhauskeller Frick. In all den gemeinsamen elf Jahren hätten sie bei ihren Fahrten auf der Autobahn durch das Fricktal einfach die Kurve in diese beschauliche Gemeinde bisher nicht hinbekommen, meinte lachend Johannes Schmid-Kunz.

Die «Hannelis» haben sich vor allem der riesigen Sammlung alter, traditioneller Volksmusik aus den Jahren zwischen 1830 und 1960 aller Kantone verschrieben, die die Liestalerin Hanny Christen (1899 bis 1976) zusammentrug. Es ist ein unermesslicher Schatz von 12 000 Melodien und Tänzen. Hanny Christen interessierte sich sehr für das Brauchtum ihrer Heimat, ganz speziell für unverfälschte Volksmusik und die Menschen, die sie spielten. Zwischen 1930 und 1960 streifte sie durch die gesamte Schweiz, trug Stück für Stück ihren wertvollen Schatz zusammen, liess sich dabei auch nicht von knurrigen Appenzellern abschrecken, überredete sie, ihr die ureigenen Weisen vorzutragen. Noch zu Lebzeiten bot sie diesen riesigen Fundus dem Radio an, nur mit sehr mässigem Erfolg. 1963 übergab sie die Sammlung der Universitätsbibliothek Basel. Erst 30 Jahre später befasste sich der Komponist Fabian Müller intensiv damit, publizierte darüber, sodass Musikgruppen diese Melodien für sich neu entdeckten.

So auch die Hanneli-Musikanten, welche die Melodien frisch und lüpfig aufbereitet. In schnellem Tempo eröffneten sie das Konzert mit einem wilden Galopp, ebenso verwegen fegte der Mann am Bass über die Saiten. Schwungvoll im Walzertakt ging es nach Andermatt, mit einer fidele Mazurka genossen sie Hochzeitsfreuden, liebkosten ein Schmeichelkätzchen, zeigten, dass zu diesem Genre auch Konzertantes gehört. Herrlich die Quadrille mit dem fröhlichen Pfeifer, mitreissend der Walzer aus Herznach, jubilierend die Klarinette dazu, immer wieder aufgemischt von vielen kleinen Soli einzelner Instrumente.

Den zweiten Teil des Abends durften die Zuhörer mit einem Wunschkonzert gestalten. Zehn dicke Bände mit Volksmelodien aller Kantone lagen in der Pause dafür aus. So gab es dann einen «Sizilianer» aus Muttenz, die mit Begeisterung geschmetterte Nationalpolka aus Herisau, einen umwerfend schönen Berner Galopp sowie einen melodischen Walzer. Humorvoll sagten die Hannelis mit dem bekannten «Abschied aus dem Städtli» Adieu, schottisch ganz am Ende die Zugaben.

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