Fast auf den Tag genau drei Monate sind seit der grossen Enttäuschung vergangen. Zur Erinnerung: Ende Oktober endete die öffentliche Ausschreibung für den Bau des Rheinfelder Millionen-Projekts Rheinsteg. Nur zwei Firmen beteiligten sich überhaupt an der Ausschreibung und statt auf 6,4 Millionen Euro kommt die geplante Fussgängerbrücke nun plötzlich auf gut 10 Millionen Euro zu stehen. Das günstigste Angebot liegt damit deutlich über den Krediten, welche die beiden Kommunen für das Projekt gesprochen hatten. «Unter diesen Umständen ist es nicht möglich, den Steg zu realisieren», sagte Stadtrat Hans Gloor.

Abklärungen abgeschlossen

Ihr Projekt aufgeben wollten die beiden Rheinfelden damals allerdings nicht. Gespräche mit den beiden Firmen, die Angebote einreichten, sollten zeigen, ob sich die offerierten Kosten durch Projektanpassungen oder durch eine zeitliche Verschiebung der Realisierung senken lassen.

Zumindest einen Schritt sind die beiden Städte nun weitergekommen. In den vergangenen Wochen seien «verschiedene technische und juristische Abklärungen» durchgeführt und abgeschlossen worden, «bevor nun Gespräche mit den Anbietern geführt werden», sagt Stadtschreiber Roger Erdin. Weitere Details sind nicht zu erfahren. «Mehr lässt sich dazu im Moment nicht vermelden», sagt Erdin schlicht. Auf die Frage, ob es für die Gespräche mit den Firmen sowie deren Abschluss einen Zeithorizont gäbe, geht Erdin nicht ein. Auch nicht auf die Frage, ob und inwiefern an anderen Fronten am Projekt Rheinsteg gearbeitet würde.

Hans Gloor hatte an der Gemeindeversammlung Anfang Dezember unter anderem auch von der Möglichkeit gesprochen, eine neue Ausschreibung durchzuführen, dieses Mal mit einer Trennung und separaten Ausschreibung der Arbeitsgattungen. Die Städte wollen ausserdem noch einmal auf die beiden Länder zugehen. Denn sowohl Deutschland als auch die Schweiz hatten eine Beteiligung am Projekt gesprochen. Bund und Kanton steuern am Anteil des Schweizer Rheinfeldens – rund 3,7 Millionen Franken – über zwei Millionen Franken bei. Geprüft werden soll deshalb, ob die beiden Länder ihre Beiträge für das Projekt Rheinsteg erhöhen.