Bözen/Elfingen/Hornussen
Drei Dörfer, eine Verwaltung: Bei Baubewilligungen geht es den Kunden zu lange

Bözen, Elfingen und Hornussen haben mit «Ligado» eine gemeinsame Verwaltung mit zwei Standorten – und die ist personell am Anschlag. Verwaltungsleiter Markus Schlatter sagt, wo es bei der Umsetzung von «Ligado» noch harzt.

Claudia Meier
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Im Gemeindehaus Bözen befinden sich Gemeindekanzlei, Bauverwaltung, soziale Dienste, Zweigstelle SVA und Einwohnerkontrolle.

Im Gemeindehaus Bözen befinden sich Gemeindekanzlei, Bauverwaltung, soziale Dienste, Zweigstelle SVA und Einwohnerkontrolle.

Claudia Meier

Drei Gemeinden, zwei Standorte und eine Verwaltung: So lässt sich die Zusammenführung der Gemeindeverwaltungen Bözen, Elfingen und Hornussen an den Standorten Bözen und Hornussen unter dem Projektnamen Ligado auf den Punkt bringen. Vier Jahre dauerten die Vorbereitungsarbeiten. In dieser Zeit wandten sich die Gemeinden Zeihen und Effingen von diesem Vorhaben ab. Seit dem 1. Januar nun wird Ligado als Verwaltung 3plus umgesetzt.

«Ja, es läuft. Das Arbeitsvolumen ist aber immens. Wir haben zu wenig Personal, um alles innert nützlicher Frist zu bewältigen», sagt Verwaltungsleiter Markus Schlatter am Sitzungstisch im Kommissionszimmer. «Gewisse Arbeiten erledigen wir in dreifacher Ausführung. Gerade wenn es um Baubewilligungen geht, bieten wir die grösste Angriffsfläche, weil es aus Sicht der Kunden zu lange dauert.»

Im Gemeindehaus Bözen wurden die Gemeindekanzlei, die Bauverwaltung, die sozialen Dienste, die Zweigstelle SVA sowie die Einwohnerkontrolle der drei Ligado-Projektpartner Bözen, Elfingen und Hornussen zusammengeführt. Die Abteilung Finanzen sowie das regionale Steueramt befinden sich in Hornussen.

Die Angestellten der Verwaltung 3plus arbeiten also im Auftrag von drei Gemeinderatsgremien. Informationen und Akten werden täglich zwischen den beiden Standorten Bözen und Hornussen ausgetauscht. Der Verwaltungsleiter persönlich kümmerte sich zu Beginn um diesen Transfer. In der Zwischenzeit hat der Unterhaltsdienst diese Aufgabe übernommen. «Das Optimierungspotenzial wird laufend überprüft und entsprechende Massnahmen werden eingeleitet», so Schlatter weiter. Man sei sich aber bewusst, dass noch sehr viel Arbeit anstehe.

Markus Schlatter, Verwaltungsleiter: «Ja, es läuft. Das Arbeitsvolumen ist aber immens. Wir haben zu wenig Personal, um alles innert nützlicher Frist zu bewältigen.»

Markus Schlatter, Verwaltungsleiter: «Ja, es läuft. Das Arbeitsvolumen ist aber immens. Wir haben zu wenig Personal, um alles innert nützlicher Frist zu bewältigen.»

Claudia Meier

Internetauftritt ist ungenügend

Nicht nur für einzelne Bewohner, sondern auch für Auswärtige sei nicht immer nachvollziehbar, was die Verwaltung 3plus genau ist. Schlatter wurde schon mehrmals mit der Frage konfrontiert: «Was, ihr habt fusioniert?»

Ein Stichwort ist also die Kommunikation. Das gemeinsame Mitteilungsblatt, das einmal pro Monat erscheint, bedingt viel Koordinationsarbeit unter den drei Gemeinden. Es gilt den geeigneten Mix zwischen amtlichen Mitteilungen, Vereinsmeldungen und weiteren Beiträgen von allgemeinem Interesse zu finden. «Auch der gemeinsame Internetauftritt sowie die einzelnen Websites der drei Gemeinden entsprechen noch nicht den Qualitätsansprüchen der Bevölkerung und der Verantwortlichen», sagt Schlatter weiter.

Neben den alltäglichen Aufgaben stehen gleich mehrere grosse Projekte an: Es geht um die neue Bau- und Nutzungsordnung, den Erschliessungsplan, den Strassenunterhalt sowie den generellen Entwässerungsplan (GEP). Dazu kommt, dass sich mehrere neue Gemeinderatsmitglieder zuerst in ihre Ressorts einarbeiten müssen und vermehrt auf die Unterstützung der Verwaltung angewiesen sind.

Stellvertretung ist gewährleistet

«Die Zusammenarbeit im erweiterten Team ist sehr angenehm. Alle stehen hinter dem Projekt Ligado.» Dies bestätigt nicht nur Verwaltungsleiter Schlatter, sondern auch sein Stellvertreter Claudio Stierli. Letzterer stiess am 1. März zum Team. «Die gemeinsame Verwaltung macht Sinn. Die Stellvertretungen sind klar geregelt», sagt Stierli. Es habe grosse Hoffnungen gegeben, vermehrt Synergien zu nutzen. In gewissen Fällen sei das durchaus möglich, aber vielleicht nicht in dem Ausmass, wie das ursprünglich gedacht war, so Stierli weiter.

Als Beispiel nennt er die Vorbereitungen für eine Gemeindeversammlung. «Das Grundgerüst ist zwar für alle Gemeinden gleich. Bei der Umsetzung müssen wir dann aber doch drei Einladungen schreiben, drei Säle reservieren und uns an drei Orten um die Bestuhlung kümmern», präzisiert Stierli.

Die Aufteilung der Abteilungen auf die beiden Verwaltungsstandorte Bözen und Hornussen sei für die Bevölkerung kein Problem, lautet das Fazit von Schlatter und Stierli. Für die Gemeinderäte sei es aber wichtig, einen Ansprechpartner zu haben. Deshalb ist Schlatter in der Regel bei den Sitzungen der Gemeinderäte Hornussen und Elfingen dabei und Stierli ist für den Gemeinderat Bözen zuständig. Auch hier ist die Stellvertretung gewährleistet.

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