Frick
Dorfzentrum stärken: Vor dem «Rebstock» parken Gäste statt Autos

Das Dorfzentrum von Frick soll attraktiver werden. Das kommt beim Gewerbe gut an. Kritisiert wird die Parkplatz-Situation.

Thomas Wehrli
Drucken
Teilen
So könnte die Hauptstrasse nach der Umgestaltung aussehen: Mittelinsel und Mehrzweckstreifen sollen die Sicherheit der Fussgänger erhöhen. Visualisierung zvg

So könnte die Hauptstrasse nach der Umgestaltung aussehen: Mittelinsel und Mehrzweckstreifen sollen die Sicherheit der Fussgänger erhöhen. Visualisierung zvg

zvg

Nun ist also die Katze aus dem Sack, oder treffender: die Ideen für die Aufwertung der Hauptstrasse durch Frick liegen auf dem Tisch. «Wir wollen eine Aufwertung zugunsten der Fussgänger, der Aufenthaltsqualität sowie der Sicherheit erreichen», umschreibt Bau-Gemeinderat Thomas Stöckli die Zielsetzung. Vorgesehen ist unter anderem eine zusätzliche Bushaltestelle im Mitteldorf, ein Mehrzweckstreifen zwischen Bäckerei Kunz und der Kaistenberg-Kreuzung sowie Mittelinseln bei allen Fussgängerstreifen.

Bei den Ladenbesitzern entlang der Hauptstrasse kommt das Konzept mehrheitlich gut an. «Es gibt eine Verkehrsberuhigung», glaubt Charlotte Senn von «Schöner leben». «Das ist gut für das Dorf.» Dem pflichtet Peter Frey vom gleichnamigen Uhren- und Schmuckgeschäft bei. «Die Sicherheit für Velofahrer und Fussgänger wird erhöht.» Gleichzeitig werde das Dorfzentrum gestärkt.

Einen «guten zusätzlichen Service» sieht Frey in der neuen Bushaltestelle auf Höhe des Swisscom-Shops. «Davon profitieren die Geschäfte im Mitteldorf», ist er überzeugt. Darauf hofft auch Mario Kalt von Expert Venhoda, dessen Laden unmittelbar bei der künftigen Haltestelle liegt. «Die Kunden kaufen dort ein, wo sie möglichst einfach hinkommen.» Das heisst heutzutage: Wo sie direkt vor dem Laden parkieren können. Und dies wird mit der Neugestaltung der Strasse noch etwas schwieriger: 10 der 35 Parkplätze entlang der Hauptstrasse fallen weg. Sie werden zwar mit dem neuen öffentlichen Parkplatz hinter dem «Rebstock» kompensiert, nur eben: «Das ist nicht das Gleiche», sagt Bäckermeister Markus Kunz. «Die Kurzzeitparkplätze entlang der Strasse sind gerade für Geschäfte, in denen man schnell etwas holt, enorm wichtig.» Senn bestätigt dies. «Wer nur rasch ein Brot oder einen Blumenstrauss holen will, fährt weiter zu den Grossverteilern, wenn er nicht schnell und einfach einen Parkplatz findet.»

Markus Kunz war selber Mitglied der Arbeitsgruppe, die das Konzept ausgearbeitet hat. Er findet die Neugestaltung gesamthaft denn auch «sehr gelungen». Bis auf die Parkplatzsituation. Besonders bedauert er, dass die erst kürzlich markierten Parkplätze vor dem «Rebstock» verschwinden; hier soll die Gartenwirtschaft des «Rebstocks» hinkommen. «Das kostet mich 30 bis 50 Kunden pro Tag», wagt er eine Prognose.

Mehrzweckstreifen umstritten

«Für das Ambiente im Dorf ist es toll, wenn wir auf beiden Seiten der Strasse eine Gartenwirtschaft haben», sagt Barbara Meier von «Wohn Ambiente». «Das animiert die Leute, anzuhalten. Nur eben: Sie müssen auch halten können.» Sie bedauert, wie alle befragten Gewerbler, dass doch recht viele Parkplätze wegfallen und dies «in einer Zeit, in der alles schnelllebig geworden ist», so Meier.

«Leicht skeptisch» ist Peter Frey, ob sich der Mehrzweckstreifen in der Fahrbahnmitte bewähren wird. Barbara Meier findet ihn zwar «optisch toll», hält aber die Idee, dass die Fussgänger die Strasse so auch abseits der Zebrastreifen queren können, für risikoreich.

An der Verkehrsdichte wird die Neugestaltung kaum etwas ändern. «Wir müssen mit dem Verkehr leben», sagt Peter Frey. Markus Kunz hofft, dass die schmalere Fahrbahn zumindest einige Lastwagen-Fahrer dazu bewegt, die Autobahn zu nehmen statt durchs Dorf zu donnern. «Das wäre immerhin schon ein Erfolg.»

Ein Donnergrollen lösen derweil beim einen oder anderen die geschätzten Kosten von fünf Millionen Franken aus. Sie sind im Konzeptbericht mit «+/– 30 Prozent» angegeben. «Es ist zu hoffen, dass es minus 30 Prozent werden», sagt Frey.