Wittnau

Doch kein Hallen-Bau in Wittnau?

Bevölkerung an der Präsentation des Siegermodells aus dem Projektwettbewerb für ein Mehrzweckgebäude in Wittnau

Bevölkerung an der Präsentation des Siegermodells aus dem Projektwettbewerb für ein Mehrzweckgebäude in Wittnau

Noch im September wurde das Siegerprojekt für eine neue Mehrzweckhalle vorgestellt. Nun beantragt der Gemeinderat, das Neubauprojekt zu stoppen – aus finanziellen Überlegungen.

«Aus Kosten-Nutzen-Überlegungen ist der Gemeinderat zum Schluss gekommen, dass sich Wittnau einen Neubau der Mehrzweckhalle derzeit nicht leisten kann», erklärt Vizeammann Andreas von Mentlen auf Anfrage der Aargauer Zeitung den überraschenden Ablehnungsantrag des Gemeinderates.

In der Tat sei ein solches Vorgehen nicht unbedingt üblich, so von Mentlen weiter, aus der Geschichte heraus sei es aber erklärbar. Vor zwei Jahren wurde nämlich der Antrag des Gemeinderates, die Turnhalle für rund 1,3 Millionen Franken zu sanieren, vom Souverän abgelehnt. Die Bevölkerung beauftragte den Gemeinderat, die dringendsten Sanierungsarbeiten vorzunehmen und ein Projekt für einen Neubau auszuarbeiten.

Neubau kostet sechs Millionen

Beiden Aufträgen ist der Gemeinderat nachgekommen. Bezüglich Neubau wurde eine Turnhallenkommission mit Vertretern von Gemeinde, Schule, turnenden und musizierenden Vereinen und externen Architekten unter der Leitung von Andreas von Mentlen gebildet. Nach einem Studienwettbewerb wurde im September dieses Jahres ein Siegerprojekt erkoren – Kostenpunkt rund sechs Millionen Franken. Der logische nächste Schritt wäre nun, den Projektierungskredit zu beantragen. Doch der Gemeinderat hat anders entschieden. «Wir sind zum Schluss gekommen, dass es sinnvoll wäre, das Projekt zum jetzigen Zeitpunkt zu stoppen. Wir müssen ‹nice-to-have›-Investitionen und zwingende Investitionen trennen», erläutert von Mentlen.

Bereits in der Kommission sei in der letzten Sitzung keine ultimative Forderung nach einem Neubau mehr zu vernehmen gewesen, so von Mentlen. Die hohen Kosten hätten wohl auch den einen oder anderen Befürworter ins Nachdenken gebracht.

Steuererhöhung verhindern

Es sei nicht möglich, den Neubau der Mehrzweckhalle ohne Steuererhöhung zu finanzieren, ist der Vizeammann überzeugt. So heisst es denn auch in der gemeinderätlichen Botschaft, die in diesen Tagen in Wittnau verteilt wird, klipp und klar: «Der Neubau der Mehrzweckhalle (...) kostet die Gemeinde gegenüber einer Sanierung mindestens fünf Steuerprozente.» Die Sanierung, die der Gemeinderat vor zwei Jahren beantragt hatte, könnte jedoch immer noch ohne Steuererhöhung getragen werden, so von Mentlen.

Dennoch verzichtet der Gemeinderat bewusst auf einen Sanierungsantrag. Es gäbe nämlich auch die Möglichkeit, lediglich den laufenden Unterhalt vorzunehmen. Entscheiden will der Gemeinderat erst nach der Gemeindeversammlung vom 29. November.

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