Rheinfelden

Die Waser AG erhält ein neues Büro-Gebäude – am Bau wirken ausschliesslich Lehrlinge mit

Die Waser AG lässt am Standort in Rheinfelden ein Betriebsgebäude ausschliesslich von Lehrlingen erstellen.

Die Waser AG lässt am Standort in Rheinfelden ein Betriebsgebäude ausschliesslich von Lehrlingen erstellen.

Das Betriebsgebäude in Rheinfelden kostet 1,2 Millionen Franken. Für den Bau sind rund 20 Auszubildende im Einsatz.

Die Waser AG baut derzeit an ihrem Standort in Rheinfelden ein neues Betriebs- und Bürogebäude. Das Aussergewöhnliche daran: Der 1,2-Millionen-Franken-Bau des Recycling- und Entsorgungsunternehmens wird ausschliesslich von Lehrlingen erstellt.

Geschäftsführer Marc Waser ist die Idee zu dem Lehrlings-Projekt ganz spontan gekommen. «Meistens ist die Zeit für die Ausbildung der Lernenden knapp. Je nach Berufskategorie ist es im Bauhandwerk nicht immer einfach, genügend praktische Erfahrung zu sammeln», sagt Waser.

Beteiligt an dem Projekt ist etwa die Stamm Bau AG aus Arlesheim BL. «Bauherren verlangen heutzutage, dass ein Projekt speditiv abgeschlossen wird. Durch diesen Zeitdruck müssen Lehrlinge oftmals Handlanger-Arbeiten ausführen, wobei die Handwerker mit mehr Erfahrung die anspruchsvollen Tätigkeiten übernehmen», sagt Remo Rickenbacher, Leiter Maurerei und technischer Rückbau.

Bau wird günstiger, Bauzeit verlängert sich

Waser verhehlt nicht, dass der Bau durch die geringeren Lohnkosten der Lehrlinge um einiges günstiger kommt, als wenn dieser durch ausgebildete Arbeitskräfte erstellt würde. Um das Einsparen von Kosten geht es Waser jedoch nicht. «Mir ist es ein Anliegen, dass junge Menschen eine gute Ausbildung erhalten.»

So können die über 20 Lernenden der insgesamt sieben beteiligten Firmen anspruchsvolle Arbeiten an dem dreistöckigen Objekt ausführen. «Sie erhalten die Zeit, ihre Arbeiten in Ruhe auszuführen, Fehler zu machen und diese auch zu beheben», sagt Waser.

Fehler habe es bereits gegeben, sagt Rickenbacher. «Der Polier war mit einer Mauer unzufrieden, welche die Lehrlinge abreissen und nochmals neu hochziehen mussten. Das dreigeschossige Gebäude soll bis etwa im Frühjahr 2020 fertiggestellt sein.

Rickenbacher rechnet mit einer Bauzeit von etwa einem halben Jahr. «Mit ausgebildeten Fachkräften würde sich die Bauzeit um rund zwei Monate verkürzen», schätzt er.

Lehrlinge aus verschiedenen Branchen

Einer der Lehrlinge ist Andreas Bärtsch, der sich im 3. Maurer-Lehrjahr befindet. «Ich durfte hier im Keller etwa eine Treppe einschalen. Solche Aufgaben werden Lehrlingen nicht an die Hand gegeben, wenn es schnell gehen muss. Daher bietet mir das Projekt die Möglichkeiten, meine Fähigkeiten zu verbessern», sagt er.

Neben Lehrlingen aus dem Maurer-Handwerk können etwa auch Lehrlinge aus den Bereichen Holzbau, Innenausbau, Sanitär, Lüftungstechnik oder Elektrik ihre Fähigkeiten auf der Baustelle verbessern. Waser sagt, dass das Projekt als Vorzeigemodell für zukünftige Bauten des Unternehmens diene. «Wir möchten die Handwerksbranche damit unterstützen. Denn diese braucht dringend neue Auszubildende – und dies auf höchstem Niveau», so Waser.

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Autor

Dennis Kalt

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