Ende 2014 gingen in Kaiseraugst die Wogen hoch. Befürworter und Gegner des Turmbau-Projekts Liebrüti «Domus» führten einen engagierten Abstimmungskampf. Am Ende setzten sich die Befürworter an einer Gemeindeversammlung, an der fast 500 Stimmberechtigte teilnahmen, durch. Der Souverän gab grünes Licht für die Spezialzone Liebrüti, in der es möglich ist, Gebäude bis 80 Meter Höhe zu bauen. In der Bau- und Nutzungsordnung sind zudem Zielvorstellungen formuliert. So sollen etwa behinderten- und altersgerechte Wohnungen mit direkter Anbindung an das Zentrum entstehen.

Baugesuch wird geprüft

Lange Zeit blieb es danach ruhig um den «Domus», bis vor einem Jahr der Gestaltungsplan für das Gebiet auflag. Nun folgt der nächste Schritt für das Grossprojekt. Diese Woche wurden auf dem Liebrüti-Zentrum die Profile für den Wohnturm errichtet. Denn: Die Liebrüti-Eigentümer haben letzte Woche das Baugesuch bei der Gemeinde Kaiseraugst eingereicht. Dort wird es derzeit formell geprüft, wie Gemeindeschreiber Roger Rehmann sagt. Dabei gehe es hauptsächlich um die Vollständigkeit des Gesuchs. «Bei der Prüfung eines solch grossen Bauvorhabens nimmt die Prüfung einige Zeit in Anspruch», so Rehmann. Wann die öffentliche Auflagefrist beginnt, ist deshalb noch offen.

Die Eigentümer wollten sich vor der öffentlichen Auflage noch nicht zu den Details des Baugesuches und damit zur endgültigen Fassung ihres Projekts äussern. Dem Gestaltungsplan für das Gebiet war jedoch vor Jahresfrist ein Richtprojekt beigelegt. Daraus wurde ersichtlich, dass der Turm ab dem Dach des Liebrüti-Zentrums rund 60 Meter misst und damit das höchste der bestehenden Hochhäuser um rund acht Meter überragt. Weiter waren im damaligen Projektstadium im Turm 114 Wohnungen geplant.