Die Gemeinden Eiken, Münchwilen, Sisseln und Stein, der Regionalplanungsverband Fricktal Regio und der Kanton Aargau planen gemeinsam die Zukunft des Sisslerfelds. Das Gebiet ist gemäss kantonalem Richtplan ein wirtschaftlicher Entwicklungsschwerpunkt von kantonaler Bedeutung und Anfang Jahr hat der Kanton wieder den Lead in den Planungen übernommen. Nun hat er gemeinsam mit den Partnern das Büro TBF Partner Planer und Ingenieure engagiert. «Wir sind der verlängerte Arm der Auftraggeber», so Projektleiter Richard Zickermann bei TBF.

Im laufenden Jahr gehe es nun darum, Grundlagen zu erarbeiten und Leitsätze zu definieren, um möglichst bald sogenannte Testplanungen starten zu können, so Zickermann. Dabei wolle man die «guten Vorarbeiten der Vergangenheit nutzen». Letztlich gehe es darum, das Sisslerfeld markt- und baureif zu machen.

Blick über die Grenze

Bereits wurden Gespräche mit den Grundeigentümern der Sisslerfeld-Parzellen geführt und ihnen die neue Projektorganisation näher gebracht. Zickermann hat dabei ein «generelles Interesse» gespürt, dass es mit dem Areal nun einen Schritt vorwärtsgeht. Die Grundeigentümer bleiben in ihren Aktivitäten jedoch weiterhin autonom und könnten theoretisch auch während dem laufenden Planungsprozess ihr Grundstück oder Teile davon verkaufen.

Nun soll auch die Bevölkerung mit ins Boot geholt werden. Am 19. Juni findet im Saalbau Stein ein Forum statt, zu dem die Bevölkerung und die Vereine und Organisationen aus den Gemeinden Eiken, Münchwilen, Sisseln und Stein eingeladen. Weiter sind auch die Beschäftigten, die bereits jetzt im Sisslerfeld arbeiten, eingeladen. Und: Der Blick geht auch über den Rhein: Die Bad Säckinger Bevölkerung ist ebenfalls eingeladen. Interessierte können sich bis zum 13. Juni auf der Website www.sisslerfeld.ch anmelden.

Es gebe schon heute viele Grenzgänger, und so wolle man auch Inputs aus der deutschen Nachbarschaft einholen, begründet Zickermann die Ausweitung des Blicks auf Bad Säckingen. «Letztlich geht es darum, dass auch die Bevölkerung die Zukunftspläne für das Sisslerfeld attraktiv findet», sagt der Projektleiter weiter.

Nicht nur Life-Science denkbar

Deshalb sei es nun spannend, zu erfahren, welche Inputs aus der Bevölkerung kämen. «Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Ideen und Anliegen zu platzieren und sich einzubringen», betont Zickermann. Die Inputs sollen gesammelt werden und in die Erarbeitung der Grundlagen einfliessen. Ende Jahr sollen dann die Leitsätze für den Entwicklungsschwerpunkt Sisslerfeld vorgestellt werden, sodass im kommenden Jahr die Testplanungen in Angriff genommen werden können. Dabei werden laut Zickermann Planungsbüros beauftragt, ein mögliches Zielbild 2040+ zu erarbeiten. Dieses soll auch aufzeigen, welche Mobilitätsbedürfnisse bei einer vollen baulichen Nutzung entstehen können, sodass die erforderlichen Massnahmen in die Planungsarbeiten integriert werden können.

Weiter soll in den Testplanungen geprüft werden, welche Branchen und Angebote zu einem insgesamt attraktiven, breit abgestützten Arbeitsplatzgebiet beitragen können. Bis anhin lag der Fokus stets auf der Life-Science-Branche. Nun weiten die Verantwortlichen auch hier den Blick. «Wir wollen uns nicht unnötig beschränken», sagt Richard Zickermann. Klar ist jedoch: «Wir streben eine hohe Wertschöpfung pro Fläche und eine hohe Arbeitsplatzdichte an.» Der Zeitplan sieht vor, dass im Herbst 2020 die Entwürfe der Testplanungen mit der Bevölkerung erneut diskutiert und reflektiert werden.