Idyllisch, etwas ausserhalb der Stadt, liegt der Rheinfelder Waldfriedhof. 1924 errichtet, hat der Zahn der Zeit seine Spuren an ihm hinterlassen. Die Stadt hat darauf reagiert und ein Konzept erarbeitet mit dem Ziel, den Friedhof über mehrere Jahre hinweg sanft zu sanieren und dabei seinen Charakter zu erhalten. Am Samstag, 10 bis 12 Uhr, werden auf dem Waldfriedhof die ersten Neuerungen und Massnahmen vorgestellt.

Innert der letzten Jahre gab es Beschwerden aufgrund des Schattenfalls auf einige Gräber, sagt Danilo Vidoni, stellvertretender Stadtbaumeister. «Wir haben deswegen, dort wo es nötig war, ausgelichtet und gleichzeitig alte Strukturen wieder hergesellt, die zugewuchert waren». Dazu gehört auch das Beschneiden der Bäume am Eingangsbereich des Friedhofes, wodurch die Sichtbarkeit der Kapelle erhöht wurde.

Handlungsbedarf an diversen Orten

«Des Weiteren mussten wir einige Wege sanieren, da die Oberfläche des Belages an einigen Stellen stark beschädigt war», sagt Vidoni. Zudem wurden die Ziergrünflächen an der Kapelle erneuert. Kurzfristig soll das in die Jahre gekommen Mobiliar in der Aufbahrungshalle ersetzt werden. Daneben steht bei den Sitzbänken Handlungsbedarf. Nicht nur weil diese aus unterschiedliche Materialien bestehen, sondern auch, weil ihre Standorte meist willkürlich gewählt erscheinen, sagt Vidoni.

«Zukünftige Sanierungsarbeiten drängen sich auch auf, weil sich die Bestattungsgewohnheiten verändert haben», sagt Vidoni. So dürften mittelfristig nur noch rund 240 Erdbestattungsgräber nötig sein – zurzeit sind es etwa doppelt so viele. Auch die Nachfrage nach Urnenreihengräbern sinkt: Statt derzeit rund 200 dürfte man künftig nur noch rund 150 benötigen. «Vor allem die Kleinflächen auf den Gräbern, erzeugen einen hohen Pflegeaufwand», sagt Vidoni. Auf der anderen Seite wollen immer mehr Menschen kremiert werden und in einem Gemeinschaftsgrab ihre letzte Ruhe finden. Hier dürfte sich der Bedarf von rund 700 etwa verdoppeln. «Dies liegt unter anderem daran, dass bei den Gemeinschaftsgräbern für die Angehörige kein Pflegeaufwand anfällt», sagt Vidoni.

Langfristig denke man darüber nach, die Kindergräber in die Reihengräber zu integrieren. So liege der kaum belegte Bereich etwas abseits und füge sich nur schlecht in das Gesamtbild der Anlage ein.

Grabstätte für Sternenkinder

Vom Spital Rheinfelden habe man den Hinweis bekommen, auch eine Bestattungsmöglichkeit für früh verlorene Kinder – sogenannte Sternenkinder – anzubieten, sagt Vidoni. Über die Ausgestaltung habe man sich aber noch keine konkreten Gedanken gemacht.

Auch über die Gestaltung eines Urnenhaingrabes – einer Bestattung bei der die Urne in die Erde beigesetzt wird – mache man sich Gedanken. «Diese Bestattungsform wird immer mehr gewünscht. Auch, weil sich Pflegeaufwand und Kosten in Grenzen halten», sagt Vidoni.