Sisseln

Der schnellste Elsässer kommt aus Sisseln

Der 12-jährige Colin Schuhmacher gewann die Regionalmeisterschaft Elsass-Lothringen.

Der 12-jährige Colin Schuhmacher gewann die Regionalmeisterschaft Elsass-Lothringen.

Der 12-jährige Colin Schuhmacher lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Wenn er spricht, tut er dies ruhig und abgeklärt. Im Elsass feierte der Kartfahrer den grössten Sieg seiner Karriere.

Der 12-jährige Colin Schuhmacher gewann die Regionalmeisterschaft Elsass-Lothringen. «Mein direkter Konkurrent und ich lagen gleichauf. Im letzten Rennen musste ich mindestens Dritter werden. Dank eines Überholmanövers in der letzten Kurve fuhr ich auf den dritten Platz.»

Am Ende des Rennens standen Colin Schuhmacher und sein französischer Widersacher mit gleich vielen Punkten da. Weil der Sissler während der Saison mehr Siege einheimste gewann er als erster Schweizer und als Jüngster seiner Kategorie die elsässische Regionalmeisterschaft. Was für eine Schmach für die «Grande Nation». «Einige Franzosen waren schon ein wenig wütend, dass ein Ausländer bei ihnen gewann», meint er grinsend. Während Colin Schuhmacher mit über 120 Stundenkilometern auf den siegbringenden dritten Platz fuhr, musste sein Vater Beat Schuhmacher am Streckenrand zittern: «Für mich war es ein richtiges Nervenspiel, doch ich habe immer daran geglaubt, dass er es schafft.»

Saison kostet 25 000 Franken

Seit zwei Jahren fährt er den Elsässern um die Ohren. Die Schweizer Meisterschaft fährt Colin Schuhmacher nicht mehr, weil er in seiner Alterskategorie stets am Gewichtslimit war. Für das Kartfahren nehmen Vater und Sohn einen immensen Aufwand auf sich. Wenn ein Rennwochenende ansteht, reisen die zwei mit ihrem Wohnmobil am Freitag zur Rennstrecke. Am Samstag wird trainiert, am Sonntag ist das Rennen und in der Nacht tritt das Duo die Heimreise nach Sisseln an.

Für die Teilnahme an der französischen Meisterschaft fuhren sie fast 1000 Kilometer an die Atlantikküste. «Es ist schon ein sehr intensives Hobby, doch in einem Kart über die Rennpiste zu flitzen, macht mir einfach unglaublich Spass.» Sein Vater amtet als Chauffeur, Trainer, Mechaniker und Betreuer. Weil Colin einem luxemburgischen Team angehört, kann er von dessen Wissen und Ersatzteilen profitieren. Die professionelle Betreuung ist ein wertvoller Vorteil. Neben viel Zeit kostet eine Saison Kart ahren auch viel Geld. Ohne Reisespesen kostete die Saison ungefähr 25000 Franken. «Es ist auch ein bisschen mein Hobby, dafür machen wir keine grossen Ferien. Was ich und Colin jetzt erleben, ist einmalig», so der begeisterte Vater.

Jetzt lockt die Landesmeisterschaft

Auch wenn die Saison jetzt vorbei ist, stellt Colin Schuhmacher seinen Kart nicht in die Garage. «Ich werde sicher weitertrainieren und möchte auch noch einige Rennen bestreiten, sodass ich in Form bleibe», erklärt Colin Schuhmacher.

Die Planung der nächsten Saison ist noch unklar. Für die nächsthöhere Kategorie ist er eigentlich noch zu jung und in der gleichen Kategorie wie dieses Jahr möchte er nicht mehr starten. «Vielleicht bekomme ich eine Speziallizenz und sonst fahre ich nur die französische Meisterschaft.» Dort hat er nämlich noch eine Rechnung offen. Diese Saison kam er unter die letzten 36, schied aber im Final früh aus. Es ist also gut möglich, dass «le petit suisse» nächstes Jahr ganz Frankreich davonfährt.

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