Folklore

Das sind die besten Nachwuchsjodler der Schweiz – sie kommen aus dem Aargau

Das Chinderjodlerchörli Frick gewinnt den Wettbewerb «Folklorenachwuchs 2019» – Dirigent Matthias Hunziker ist mächtig stolz auf seine Jodler.

Sie seien alle «aus dem Häuschen» gewesen, blickt Matthias Hunziker auf jenen Moment am Samstagabend zurück, als klar ist: Das Chinderjodlerchörli Frick ist der «Folklorenachwuchs 2019» in der Sparte Jodeln. Da sei schon auch etwas Wasser geflossen, räumt der Dirigent am Montag am Telefon ein. Seine Freude und sein Stolz über den Titel sind unüberhörbar.

Stolz darf er auch sein, denn Hunziker hat sich mit seinen 18 Jungjodlern aus der Region Frick gegen hochkarätige Konkurrenz durchgesetzt. Mit einem Sieg hatte der Dirigent, der das Chörli 2011 zusammen mit seiner Frau gegründet hat, denn auch nicht gerechnet. «Unser heimliches Ziel war der Einzug ins Finale.» Dass dies geklappt hatte, «war schon super».

Vor dem Finale probte Hunziker mit dem Chörli das Lied «E schöne Troum» nochmals, gab der Dynamik des Auftritts und der Aussprache den letzten Schliff. Zeit zur Vorbereitung hatten die Fricktaler reichlich: Sie kamen als letzte der 13 Formationen an die Reihe; neben drei Jodlerformationen traten im Finale drei Alphornsolisten sowie sieben Instrumentalgruppen an.

Nervös sei er nicht gewesen, blickt Hunziker zurück, «aber schon extrem angespannt». Es sei wichtig, dass der Dirigent ruhig bleibe, weiss Hunziker. Sonst übertrage sich die Nervosität auf die Jodler.

Sehen Sie hier, was die Kinder zu ihrem Sieg sagen:

Hunziker hatte beim Finalauftritt ein gutes Gefühl. «Wir waren topmotiviert und der Auftritt gelang.» Als dann der Moderator beim Rangverlesen Platz drei verkündete und die Fricker nicht nannte, wusste Hunziker: Es könnte reichen, oder eben: «E schöne Troum» könnte wahr werden. Er wurde wahr.

Das freut auch Anton Mösch, Präsident des Jodlerklubs Frick, dem das Chinderjodlerchörli angegliedert ist. «Der Sieg erfüllt uns Jodler mit Stolz», sagt Mösch zur AZ. Für die jungen Jodler sei der Sieg auch Ansporn, dranzubleiben. Mösch ist sich sicher: «Der Erfolg ist das Verdienst des Dirigenten. Er versteht es, die Sänger zu Höchstleistungen zu motivieren.»

Mösch muss es wissen, denn Hunziker dirigiert auch den Jodlerklub. Dieser Sieg sei beste Werbung für das Jodeln, ist Mösch überzeugt, der sich wünscht, dass es noch mehr Dirigenten wie Hunziker gibt, die Kinder- und Jugendjodlerchöre gründen. Denn: «Der Nachwuchs von heute sind die Jodler von morgen.»

Dirigent Hunziker ist «nicht sehr streng»

«Sehr toll» sei der Sieg, sagte eine der jungen Jodlerinnen aus dem Fricktal beim Siegerinterview. «Sehr cool» finde sie den Sieg, sagte ein anderes Mädchen. Und auf die Frage des Moderators, ob der Dirigent denn sehr streng sei, meinte ein drittes Mädchen: Nein, der Lehrer sei strenger.

Für die Fricker Nachwuchsjodler geht der Traum noch weiter: Sie können am 8. Februar in der Fernsehsendung «Viva Volksmusik» auf SRF 1 auftreten. Zuvor kommt ein Fernsehteam nach Frick, um ein Porträt über das Chinderjodlerchörli zu drehen. «Für dieses Porträt werden wir uns noch etwas Spezielles ausdenken», sagt Hunziker.

Nachwuchsprobleme kennt das Chinderjodlerchörli Frick nicht. «Die Zahl der Sänger ist seit dem Start 2011 konstant», freut sich Hunziker. Aktuell zählt die Formation 20 Jungjodler zwischen 6 und 17 Jahren. Eine gute Grösse, findet Hunziker.

Gegründet haben er und seine Frau das Chörli, «um die Kinder für das Singen und Jodeln zu begeistern». Hunziker hofft natürlich, dass der Auftritt andere Kinder aus der Region animiert, ebenfalls mitzumachen. «Und dass einige Anfragen für Auftritte eingehen», ergänzt Hunziker lachend.

Ein erster Auftritt nach dem Grosserfolg ist bereits fix: Am 15. Dezember sind die Fricktaler Nachwuchsjodler um 17 Uhr in Eiken zu sehen und zu hören. Das Chörli ist die Gastformation am Adventskonzert der Blaskapelle Rhybuebe Stein. «Der Auftritt vor heimischem Publikum bedeutet mir mindestens so viel wie jener beim Folklorenachwuchs 2019», sagt Hunziker.
In Eiken wird das Chinderjodlerchörli Mitte Dezember auch das Siegerlied vom Samstag zum Besten geben. Der «Troum» geht weiter.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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